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Nachwuchs 08.04.2010
Rothosen-Quintett überzeugt beim DFB

Gleich fünf HSV-Akteure nominierte U20-Bundestrainer Ralf Minge für das Länderspiel gegen Italien. Das Beinahe-Heimspiel am Millerntor gewann die DFB-Elf souverän mit 4:0. Der schönste Treffer des Abends, er kam, wie sollte es auch anders sein – von einer Rothose.

Hamburg - 2100 Fans hatten am Mittwochabend den Weg ins Millerntorstadion gefunden. Dass es in dem großen Rund vor Anpfiff einige Minuten dauerte, ehe so recht Länderspielatmosphäre aufkam, war nur allzu verständlich. Das Befinden auf dem Rang, es sollte sich jedoch schnell ändern. Denn das Spiel erwärmte in seinen Startminuten bei sommerlichen Temperaturen und immer noch strahlendem Sonnenschein so manches Fußballerherz. Die DFB-Elf legte los wie die Feuerwehr und überraschte die wie immer defensiv eingestellten
 
Südländer mit Offensivgeist aus der Abteilung Fußball furioso. Ein Doppelschlag des Schalkers Danny Latza, der zusammen mit Ex-Rothose Dani Schahin, der inzwischen das Trikot des Zweitligisten Greuther Fürth trägt und Maximilian Beister aus der HSV-Regionalliga-Elf von Rodolfo Cardoso die Offensivreihe der Adlerträger bildete, versetzte den Gast nach nicht einmal einer Viertelstunde in ein angeschlagenes Taumeln. Beister, der mit seinen Sturm-Kollegen nach Belieben durch die als so sattelfest gefürchtete italienische Abwehr wirbelte, war nicht der einzige Akteur, der an diesem Abend die Hamburger Fahne hochhielt. Mit Henrik Dettmann hatte Bundestrainer Ralf Minge einen weiteren HSV II-Nachwuchsmann in seine Startformation beordert, während sich Kai-Fabian Schulz, Christian Groß und Matthias Haas vorerst auf der Ersatzbank in der Abendsonne räkeln durften und von der Seitenlinie aus verfolgten, was ihre beiden Teamkollegen auf dem saftigen Grün der Baustelle Millerntor zelebrierten.

Dass es am Ende gleich ein Rothosen-Quintett war, das der DFB-Delegation dieses Abends angehörte, kam für viele überraschend – auch für die Nominierten selbst. Denn neben den drei ursprünglichen Namen Beister, Schulz und Dettmann, die Minge auf seinem Meldebogen notiert hatte, stand eigentlich Steven Lewerenz als zusätzliche Offensivkraft auf Abruf bereit. Am Montag aber dann plötzlich beorderte der Bundestrainer Groß und Haas zusätzlich zur Mannschaft. „Ich war ja gerade in der Nähe“, scherzte Erstgenannter auf den kurzerhand zu Stande gekommenen Einsatz in Schwarz und Weiß. Ein wenig nervös sei er bei seiner Premiere im DFB-Dress gewesen, als er zwanzig Minuten vor Schluss für den bundesligaerfahrenen und an diesem Abend überragenden Doppeltorschützen Latza eingewechselt wurde. „Nach ein paar Unsicherheiten habe ich dann aber schnell zu meinem Spiel gefunden und die Partie einfach nur noch genossen“, strahlte Groß.

Natio-Debüt für Groß

Dass der 21-Jährige ein Debüt ohne großen Stress feiern durfte, hatte er auch seinem HSV-Kollegen Maximilian Beister zu verdanken. Der Angreifer, der sich auch im Vereinstrikot seit Wochen in bestechender Form präsentiert war es nämlich, der kurz vor der Pause ein Traumtor zum 3:0 erzielte. Eine lange Flanke von Latza nahm der Stürmer mit vollem Selbstbewusstsein volley und drosch das Leder aus 13 Metern halblinker Position per Direktabnahme in die Maschen. „Den habe ich ganz gut getroffen“, grinste Beister nach dem Spiel – wohlwissend, dass er, genau wie seine vier Teamkollegen, die an diesem Abend allesamt zu ihrem Einsatz gekommen waren, eine wirklich überzeugende Leistung abgeliefert hatte.