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Nachwuchs 27.08.2014
Neue Ausrichtung in der Ausbildung und im Campus-Bau

Um den Leistungssport stärker in den Fokus zu rücken, wurde der Nutzungsansatz des HSV-Campus hinterfragt. Im Nachwuchsbereich sollen unter anderem Patrick Rahmen, Rodolfo Cardoso und Stefan Wächter für übergeordnete Einheiten und Struktur sorgen. 

Hamburg - „Wir sollten uns darauf konzentrieren, wieder ein richtiger Fußball-Verein zu sein: Spieler ausbilden, mit ihnen arbeiten, sie verbessern und sportlich erfolgreich sein“ – diese Sätze wählte Dietmar Beiersdorfer unter anderem bei seinem Amtsantritt Anfang Juli. Dass den Worten auch entsprechende Taten folgen, wurde in den ersten Wochen seines Wirkens beim HSV bereits deutlich. Schon am 1. August konnte Bernhard Peters als neuer "Direktor Sport" vorgestellt werden. Er soll sich fortan um die inhaltliche Entwicklung und die strategische Umsetzung eines umfassenden Förderkonzeptes von der Jugend bis zur Profiebene kümmern. Am Mittwoch präsentierten Beiersdorfer und Peters nun die ersten, richtungsweisenden Weichenstellungen für die Zukunft.  
 
Neuausrichtung des HSV-Campus
Seit 1. August als "Direktor Sport" beim HSV tätig: Bernhard Peters.

Damit der Leistungssport wieder stärker in den Fokus gerückt wird, um den Anschluss an den Wettbewerb zu schaffen, wurde auch der Nutzungsansatz des HSV-Campus hinterfragt. „Bei der Konzentration auf unsere Kernkompetenz Leistungsfußball, haben wir den geplanten Bau des Campus einer Prüfung unterzogen“, erklärt Beiersdorfer. Dabei sei man zum Schluss gekommen, dass eine konzeptionelle Neuausrichtung notwendig sei, um diese Fokussierung auch im wichtigsten strategischen Projekt des HSV glaubhaft und konsequent umzusetzen. So sollen Flächen, die zunächst für die öffentliche Ausrichtung gedacht waren (u.a. Gastronomie und Erlebnisflächen), weiteren sportlichen Bereichen weichen bzw. diese erweitern. 

„Wir prüfen, wie wir auch die Bundesligamannschaft, die U23 sowie die dazugehörigen Funktionsbereiche in das bestehende Konzept integrieren können“, verrät Beiersdorfer. Die Vernetzung von Profis und Nachwuchs soll damit gestärkt und ein übergreifendes Fußballkompetenzzentrum geschaffen werden. Das Fernziel ist es, weitere Nachwuchsmannschaften in den Volkspark zu holen. „Der rote Faden, den wir in unserer ganzheitlichen Ausbildung anstreben, kann dadurch konsequent gelebt und eine gemeinsame Haltung und Ausrichtung entwickelt werden“, ergänzt Peters. Das Parksport-Konzept bleibt davon allerdings unberührt. „Der Verantwortung, mit diesem Projekt Nutzen für die Allgemeinheit zu schaffen, werden wir uns weiterhin stellen“, verspricht der Vorstandsvorsitzende. Dass sich durch die neuen Planungsanpassungen der Baubeginn erneut verschiebt, nimmt Beiersdorfer in Kauf. „Wir sprechen hier über die Entscheidung für die nächsten 20-25 Jahre. Wir wollen unsere Kernprozesse verbessern“.

Neben den langfristigen Plänen in der Umstrukturierung der Nachwuchsausbildung gibt es aber auch aktuelle Maßnahmen, um die Toptalente noch besser zu fördern. 

Folgende Punkte werden in den kommenden Wochen im Nachwuchsbereich umgesetzt: 

Beim 1. Fördertraining waren folgende Spieler dabei: Valmir Nafiu, Ashton Götz, Sven Mende, Gideon Jung, Tolcay Cigerci, Sebastian Haut, Finn Porath, Mats Köhlert, Jonas Behounek, Christian Stark, Bibie Njie und Nikola Kosanic

Neuer Cheftrainer Jugend-, Leistungs- und Übergangsbereich:

Patrick Rahmen wird neuer, übergeordneter Cheftrainer des Leistungsbereiches von U16 bis zur U23. Für diese Mannschaften ist der ehemalige Co-Trainer der Profis inhaltlich für die Ausbildung der Spieler und die Struktur-Gebung der Trainer verantwortlich. Er soll für die entsprechenden Altersgruppen die jeweiligen Konzepte und Ausbildungsziele entwickeln und die Top-Spieler individuell begleiten. Zu diesen Aufgaben wird Rahmen zudem die sportliche Leitung des Nachwuchsleistungszentrums von der U16 bis U23 von Michael Schröder übernehmen, der in eine andere Funktion beim HSV wechselt. „Wir haben uns dazu entschieden, in diesem Bereich einen neuen Schwerpunkt zu setzen“, erklärt Beiersdorfer die Entscheidung. Administrativer Leiter des Nachwuchsleistungszentrums bleibt wie bisher Dr. Dieter Gudel, zudem übernimmt er auch die Gesamtleitung des NWLZ. 

Neuer Techniktrainer:

Rodolfo Cardoso wird für den Bereich U15 bis U19 neuer, übergeordneter Techniktrainer. Der ehemalige U23-Coach soll für die entsprechenden Altersklassen spezielles Positionstraining im offensiven Bereich anbieten. „Ich hatte viele Gespräche mit ihm. Er soll seine Stärken in unseren Prozess einbringen“, erklärt Peters. Der Prozess – damit meint Peters den wichtigen Baustein bzw. die Idee, mit den Nachwuchstalenten neben dem eigentlichen Mannschafstraining gezielt an den Stärken- und Schwäche-Profilen zu arbeiten. Dies soll Cardoso vor allem bei den Aktionen mit Torabschluss vorantreiben. Dazu wird es auch ein spezielles Perspektivtraining geben.

Entwicklung der Top-Talente:

Um eine gut funktionierende Durchlässigkeit von den Nachwuchsteams zu den Profis zu entwickeln, wird es in regelmäßigen Abständen ein spezielles Perspektivtraining geben. In diesem werden die Top-Talente von der U17 bis zur U23 unter der federführenden Leitung von Bundesligatrainer Mirko Slomka gezielt an ihren Stärken und Schwächen arbeiten. Die Gruppe ist dabei nicht festgezurrt, sondern kann auch immer wieder geändert werden. „Wir wollen es als Drehtür verstehen. Die Spieler müssen sich diese besondere Förderung jede Woche wieder verdienen, auf dem Platz zeigen, dass sie gewisse Verantwortung übernehmen und Charakter ausstrahlen. Auf der anderen Seite ist es auch eine Auszeichnung für besondere Leistungen, die sich jeder erarbeiten kann“, erklärt Peters. Zunächst soll die Gruppe 12 Spieler umfassen. Bereits am Mittwochnachmittag fand das erste Perspektivtraining an der Imtech Arena statt. Neben den Nachwuchstalenten waren mit Gideon Jung und Valmir Nafiu auch zwei Akteure dabei, die ohnehin schon bei den Profis trainieren.

Cheftrainer Athletikbereich:

Auch für den Athletikbereich wird es im Nachwuchs zukünftig einen Cheftrainer geben, der übergeordnet die Einheiten und Konzepte koordiniert. Ab dem 15. tritt diese Stelle Carsten Schünemann an. Schünemann kommt von Hertha BSC und soll neben der Koordination des jeweiligen Athletiktrainings auch für eine einheitliche Leistungsdiagnostik sorgen. Zudem wird er verstärkt im Bereich der U19 und U23 eingesetzt.  

Leitender Torwart-Trainer:

Der ehemalige HSV-Bundesligaspieler Stefan Wächter, der schon in den vergangenen Jahren im Nachwuchsbereich der Rothosen aktiv war,  übernimmt ab 1. September die übergreifende Ausbildung der Torhüter als leitender Torwart-Trainer der Altersbereiche U16 bis U23. Damit wird auch dieser wichtige Ausbildungs-Baustein mit einer vollen Stelle besetzt. 

Spielanalyse NWLZ: 

Um auch im Bereich der Spielanalyse einen roten Faden mit einheitlichen Prinzipien zu gewährleisten, wird Jan Roloff zukünftig die Leitung der Spielanalyse des NWLZ übernehmen. Er arbeitet im engen Austausch mit den Spielanalysten der Profimannschaft zusammen.

Perspektivspieler im unteren Bereich

Des Weiteren plant der HSV die Jugendmannschaften im Leistungsbereich unter der U12/U11 in den kommenden Jahren sukzessive nicht mehr selber anzubieten, sondern in diesen Altersklassen ganz eng mit Partnervereinen zusammenzuarbeiten. "Wir wollen unser Know-how auch an kleinere Vereine weitergeben und die dort aktiven Trainer weiterbilden", erklärt Peters. Dafür stände den Rothosen eine noch größere Anzahl an Bewegungstalenten zur Verfügung. Diese sollten einmal pro Woche zu einem Perspektivtraining zum HSV kommen. Zu dieser Saison 2014/15 gibt es erstmals einen U9-Perspetivkader. In der darauffolgenden Saison 2015/16 wird es dann einen Perspektivkader U9 und U10 geben. 

FC Augsburg
1:3
34. Spieltag
14.05.2016
15:30 Uhr
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