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Nachwuchs 13.08.2010
„Hellwach, schneller und voller Freude sein"

Fabian Wohlgemuth, der neue Coach der U16-Junioren, weiß, wie seine Youngsters auch mit den körperlich-überlegenen Kontrahenten fertig werden.

Hamburg - Neue Saison - neues Glück ! Wohl kaum ein anderes Nachwuchsprojekt des Hamburger SV kann angesichts einer nicht sonderlich erfolgsverwöhnten Vorsaison mit den vielen guten Wünschen für die am Sonntag beginnende neue Regionalliga-Spielzeit so gelassen umgehen wie das U16-Team. Von der jüngeren B-Jugend erwartet niemand einen Titel, niemand einen Aufstieg, denn der wäre nicht einmal erlaubt. Die U16 hat allein ein internes Anliegen zu erfüllen: Sie ist die Entwicklungsbühne einzelner Talente für einen Sprung in das B-Junioren-Bundesligateam des HSV.  
 
Vieles ist neu bei der U16 des HSV. Neu ist das Team mit seinen Spielern, die der C-Jugend entwachsen sind und nun Erfahrungen in der B-Jugend sammeln müssen. Neu ist der Cheftrainer: Fabian Wohlgemuth (31). Neu sein Assistent, der jahrelange U23-Kapitän Volker Schmidt (31). „Die Beiden passen großartig zusammen, davon werden unsere Spieler profitieren", gratuliert Trainerkollege Otto Addo, der die U19 des HSV coacht.
 
Die Vorbereitungszeit wurde gut genutzt und fast alle Testspiele konnten gewonnen werden – besonders stark war der Auftritt gegen den Nachwuchs von Hertha BSC (3:0). „Meine Jungs haben sich Selbstvertrauen erarbeitet und davon werden sie künftig noch viel mehr brauchen",  meint Trainer Wohlgemuth. Er will damit bewusst auf die bevorstehenden körperlichen Nachteile seiner Spieler verweisen. „Das eine Jahr, in dem die meisten Gegner älter sein werden, wird in dieser Phase des Wachstums erfahrungsgemäß optisch nicht zu übersehen sein. Wir müssen deshalb wachsamer, schneller, entschlossener sein und bei alledem Freude am Fußballspielen haben“, weiß er.
 
Bei Wohlgemuth selbst, der zudem für den Ablauf des HSV-Nachwuchs-Scoutings verantwortlich ist,  hat sich seine eigene Lust an der Trainerarbeit sozusagen peu à peu entwickelt: Als er vor 4 Jahren im Nachwuchsleistungszentrum anfing, war er zwar der ehemalige kopfballstarke Abwehrchef von Mirko Slomka bei TeBe Berlin, der U23 von Hansa Rostock (zur selben Zeit, als Armin Veh dort Cheftrainer war) sowie des Chemnitzer FC jedoch zwang ihn ein nicht mehr heilender Kreuzbandriss zum Karriereende.
 
Wohlgemuth wollte dem Sport verbunden bleiben und wurde zum Fußball-Organisator. Nach intensiven und vielseitigen Erfahrungen in den Leistungszentren von Werder Bremen, Hertha BSC und Union Berlin schloss er sein BWL-Studium ab und wechselte zum HSV.
 
Parallel zur Schreibtischarbeit trieb es Wohlgemuth zunehmend an die Trainingsplätze: Er scoutete Talente, assistierte Kollegen mit Fußball-Lehrer-Lizenz  und bewältigte in diesem Frühjahr die Ausbildung zur A-Lizenz. „Die Zusammenarbeit mit Markus von Ahlen bei den U17-Bundesliga-Junioren im Vorjahr hat mich sehr inspiriert und mir den entscheidenden Motivationsschub gegeben meine Potenziale in der Trainerarbeit weiter zu entwickeln",  konstatiert Wohlgemuth. Nun also hat er selbst sein HSV-Team mit dem er am Sonntag (15.08.) in Bremen beim Blumenthaler SV in der Regionalliga startet.