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Nachwuchs 10.05.2011
„Jeder hat seine eigenen Ziele“

U19-Torhüter Tino Dehmelt ist seit dem 16. August 2010 der Sport-Zivi in den Norderstedter Werkstätten. Dort betreut er rund 200 Aktive und leitet den Sportunterricht. Diese Woche geht sein Dienst zu Ende.

Norderstedt/Hamburg - Nach Christian Groß, Grgur Rados, Marco Schulz und Christian Böhnlein ist Tino Dehmelt bereits der fünfte Nachwuchs-Spieler des HSV, der seinen Zivildienst in der Sportabteilung der Norderstedter Werkstätten leistet. Von den 350 Mitarbeitern machen 270 Sport und der Keeper kennt sie alle. „Viele Mitarbeiter sind HSV-Fans. Daher sind einige immer besonders motiviert, wenn Tino ihr Trainer ist“, verrät die Sport-Leiterin Maike Rotermund.
 
Sie ist seit 27 Jahren im Amt und findet für ihren aktuellen Schützling nur lobende Worte: „Tino ist sehr zuverlässig und kreativ. Er macht sich sehr gut und die Mitarbeiter sind begeistert von ihm.“ Auch Dehmelt fühlt sich wohl. „Die Arbeit bringt mir großen Spaß und meine eigenen Erfahrungen helfen mir weiter. Es ist schön zu helfen und ich bin über diese Erfahrung sehr froh“, erzählt der 19-Jährige.
 
Die Mitarbeiter sind zwischen 17 und 66 Jahren und betreiben sehr viele unterschiedliche Sportarten. Von der Leichtathletik, über Schwimmen und Mannschaftssportarten wird alles geboten. Die beiden sportlichen Aushängeschilder sind Annika Sube (Kugelstoßen und 50-Meter) und Silke Sacher (Schlagball-Weitwurf). Beide fahren zur Europameisterschaft nach Athen. Der Kugelstoßer Alexander Knaub trainiert für die Paralympics in London 2012. Viel mehr als der sportliche Erfolg zählt aber der Zusammenhalt. „Teamgeist wird bei uns ganz groß geschrieben. Alle sind bei Wettkämpfen dabei und wenn die Platzierungen dann auch noch gut sind, freuen wir uns umso mehr“, erklärt Dehmelt.
 
Auf die Frage, was er in den vergangenen neun Monaten gelernt hat, weiß Dehmelt sofort eine Antwort: „Alle Menschen sind gleich wie du und ich. Alle haben ihre ganz persönlichen Ziele. Der eine will Bundesliga-Profi werden, der andere zur Europa- oder Weltmeisterschaft fahren“, erklärt er ernsthaft.
 
„Die letzten Tage bis zum 13. Mai will ich noch nutzen, um die Sportler weiter voran zu bringen. Hoffentlich kommt mein Nachfolger dann wieder aus den eigenen Reihen. Es ist toll, wenn man für sich selbst immer wieder kleine Erfolge feiern kann“, berichtet er auch ein wenig stolz. Dehmelt weiß schon jetzt, dass ihm der Abschied aus den Norderstedter Werkstätten schwer fallen wird. „Die Menschen sind mir ans Herz gewachsen und ich werde mich bestimmt mal blicken lassen“, erzählt er abschließend.