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Saison 30.01.2012
Allzeit bereit

Der Fußball schreibt die schönsten Geschichten. Neben einem äußerst wichtigen Sieg gegen Hertha BSC auch eine ganz persönliche Erfolgsgeschichte eines HSV-Dauerbrenners.

Hamburg – Die Verbindung von David Jarolim zum HSV lässt sich am besten mit seiner Art zu spielen vergleichen: Ist er am Ball, bleibt er am Ball. Das HSV-Urgestein lässt sich nicht vom Ball trennen. Sollte es doch einmal vorkommen, dass er den Ball abgeben muss, kämpft der Tscheche unbeirrt weiter. Egal, wie aussichtslos es scheint, an seiner professionellen Einstellung ändert sich nichts. So auch zu Beginn der laufenden Saison, als ihm gesagt wurde, dass infolge des Umbruchs die Jugend in Hamburg übernimmt. Die Erfahrung von Jarolim schien in dieser Zeit wenig gefragt. Unter Fink kam er nur selten Zum Einsatz, entweder im DFB-Pokal mit der B-Mannschaft gegen Eintracht Trier oder für die letzten Minuten, um das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Ungewohnt für eine HSV-Ikone, die in den vergangenen Jahren zum Inventar der Startelf zählte. Chefcoach Thorsten Fink betonte seit Übernahme des Traineramts aber unbeirrt, Jarolim werde dem HSV„in der Saison sicher noch weiterhelfen.“ In welchem Rahmen die Hilfe sein könnte, blieb zunächst unklar. Eine Situation, die für einen Profi wie Jarolim, der höchste Ansprüche an sich stellt, nicht einfach ist. Das sah auch HSV-Sportchef Frank Arnesen und bot dem 32-Jährigen einen ablösefreien Wechsel an, sofern sich ein Verein melden würde. Und Angebote gab es: „Ich hatte Angebote, aber das wären nur Notlösungen gewesen. Auf meiner Position wird erst im Sommer gesucht. Ein Wechsel in die Wüste, wo das Geld lockt, kommt für mich nicht in Frage, ich fühle mich fit und möchte auf hohem Niveau spielen.“ Es klang zeitweise stark nach Abschied. Doch bleibt der Fußball ein schnelllebiges Geschäft. Plötzlich steht Jarolim wieder im Mittelpunkt. Im Mittelfeld des HSV steht er mittlerweile an Seite von Tomás Rincón und weiß zu überzeugen. In Berlin erlebte er sein persönliches Comeback und spielte, als wäre er nie weggewesen.

Die Steigerung von "Profi"

Immer hundert Prozent Einsatz. David Jarolim gibt immer alles für den HSV. Zusammen mit Tomás Rincón bildet er ein kraftvolles Mittelfeld.

„Ich trainiere nicht nur für den Verein, sondern auch für mich. Man muss bereit sein, wenn es drauf ankommt“, sagt Jarolim. Eine Einstellung, die sich bei jedem Training bemerkbar macht. Jarolim geht voran, zeigt immer Einsatz und ist unerschütterlich. Krankheiten und Verletzungen scheinen einen Bogen um ihn zu machen. Ein Faktum, das nicht von ungefähr kommt. Hartes Training und ein strikter Ernährungsplan ergeben eine austrainierte Mischung. Während manch ein Profi mit einigen Kilos Übergewicht aus dem Sommerurlaub zu kämpfen hat, kommt Jarolim nahezu austrainiert zur Saisonvorbereitung. Thorsten Fink sagt über seinen Musterschüler: „David ist ein mustergültiger, sehr fleißiger Spieler.“ Attribute, die für das Comeback von Berlin sorgten. Jarolim hatte beim 2:1-Auswärtssieg des HSV einen entscheidenden Anteil am Erfolg. Durch geschickt geführte Zweikämpfe unterbrach Jarolim häufig schnelle Gegenstöße des Gegners, was gegen Dortmund noch ein großes Problem darstellte. Aber auch offensiv war der Routinier sehr aktiv und bestach durch gute Spielübersicht. Dass er insbesondere in Drucksituationen hellwach ist, zeigte die 58. Spielminute. Nach einem schnellen Konter steht Herthas Lustenberger plötzlich einschussbereit vor Drobny. Geistesgegenwärtig reagiert Jarolim und drischt Lustenberger den Ball vom Fuß. Jarolim ist eben da, wenn er gebraucht wird. Immer. 


tabelle
Pl. Mannschaft Spiele +/- Pkt
1.  Dortmund 34 80: 25 81
2.  FC Bayern 34 77: 22 73
3.  Schalke 04 34 74: 44 64
4.  M'gladbach 34 49: 24 60
5.  Leverkusen 34 52: 44 54
6.  Stuttgart 34 63: 46 53
7.  Hannover 34 41: 45 48
8.  Wolfsburg 34 47: 60 44
9.  Bremen 34 49: 58 42
10.  Nürnberg 34 38: 49 42
11.  Hoffenheim 34 41: 47 41
12.  Freiburg 34 45: 61 40
13.  Mainz 34 47: 51 39
14.  Augsburg 34 36: 49 38
15.  Hamburg 34 35: 57 36
16.  Hertha BSC 34 38: 64 31
17.  Köln 34 39: 75 30
18.  K'lautern 34 24: 54 23
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