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Saison 23.12.2013
Der HSV 2013 - spektakulär, aber wenig erfolgreich

Pierre-Michel Lasogga ist in einer treffsicheren Hamburger Mannschaft der erfolgreichste Torschütze. Die Anzahl der Gegentore liest sich hingegen unschön.

Hamburg - Die Hinrunde ist vorbei, die Spieler befinden sich im Urlaub und jeder für sich wird seine ganz persönliche Bilanz nach 17 absolvierten Spieltagen in der Bundesliga gezogen haben. Auch HSV.de hat einige interessante Statistiken aufgeführt und zieht eine Zwischenbilanz der Rothosen, die auf Platz vierzehn der Tabelle überwintern.
 
Alle 17 Spiele konnte keiner der 22 eingesetzten Hamburger bestreiten, aber immerhin vier Akteure fehlten nur ein einziges Mal in der Hinrunde. Tolgay Arslan, Milan Badelj und Hakan Calhanoglu sowie Maxi Beister kamen in 16 Partien zum Einsatz. Dabei hatte Keeper René Adler mit 1.350 die meisten Einsatzminuten, gefolgt von Tolgay Arslan mit 1.329, Milan Badelj mit 1.323 und Heiko Westermann mit 1.260 Minuten. Heiko Westermann und René Adler hatten vor ihren Verletzungen keine Sekunde verpasst. Für Westermann ist es das erste Mal, dass er verletzungsbedingt ausfällt, seit er beim HSV unter Vertrag steht. Immerhin spielt der Verteidiger bereits seine vierte Saison bei den Rothosen. Hamburgs Youngster Jonathan Tah, der am 24. August in der 90. Minute bei Hertha BSC sein Bundesligadebüt feierte, kam bisher auf 1.081 Minuten Einsatzzeit. Tah ist mit 17 Jahren, sechs Monaten und 13 Tagen der jüngste HSV-Debütant aller Zeiten. Seit dem 6. Spieltag (0:2 gegen Bremen) ist er aus der Startelf nicht mehr wegzudenken. Als unter 18-Jährige schafften vor ihm nur zwei Spieler in der Bundesligageschichte mehr als 1000 Einsatzminuten: Christian Wörns (1.230, bei Waldhof Mannheim zwischen 1989 und 1990) und Nuri Sahin (1.932 Minuten) in der Saison 2005/2006 bei Borussia Dortmund – übrigens unter einem gewissen Bert van Marwijk. Allgemein stellen die Hamburger in diesem Jahr eine sehr junge Truppe. Beim Spiel in Berlin am 3. Spieltag betrug das Durchschnittsalter lediglich 24,3 Jahre. In zuvor 50 Jahren Bundesliga und 1.700 Bundesligaspielen gab es nur in 13 Spielen eine jüngere Rothosen-Elf. 

Der beste Hamburger Torschütze beim gemeinsamen Jubel mit einem der größten Talente des HSV: Pierre-Michel Lasogga (vorne) und Hakan Calhanoglu.

Die meisten Tore des HSV erzielte ausgerechnet ein Spieler, der erst am letzten Tag der Transferperiode seinen Weg nach Hamburg fand. Pierre-Michel Lasogga traf neunmal ins Schwarze und hat damit noch alle Chancen auf die Torjägerkanone, derzeit steht er auf Rang vier der Torjägerliste. Interessant ist, dass er acht der neun Tore auswärts erzielte, kein Spieler in der Bundesliga schaffte auf gegnerischem Platz mehr. Rafael van der Vaart folgt mit sieben Toren, Maximilian Beister durfte immerhin fünfmal jubeln und Hakan Calhanoglu fügte sich in seiner ersten Bundesligasaison mit bisher genauso vielen Treffern auch gut ein. Sieben Spieler erzielten einen Treffer, was belegt, dass der HSV schwer auszurechnen ist. Nur Bayern, Schalke und Wolfsburg haben mit zwölf Torschützen einen mehr in ihren Reihen. Mit den meisten Vorlagen beim HSV glänzte Rafael van der Vaart (sechs), Maxi Beister kam auf fünf Vorbereitungen. Interessant: Ligaweit hat der HSV mit Abstand die beste Schussgenauigkeit der Liga. 56,1% der nicht geblockten Schüsse kamen auf den Kasten – viele davon zappelten auch im Netz. 33 Tore haben die Rothosen bisher erzielt, nur der FC Bayern (42), Borussia Dortmund (38), TSG Hoffenheim (36) und Borussia Mönchengladbach (35) trafen öfter. Mehr Tore wurden nur neunmal in der Historie erzielt. 

Verzweifelte in der Hinrunde häufig an seinen Vorderleuten. Keeper René Adler.

Allerdings ließ der HSV gleichzeitig auch die meisten Torschüsse zu, im Schnitt lag der Wert bei etwa 18 pro Spiel, wobei letztlich auch viele der Versuche im Hamburger Tor landeten. 38 Gegentore kassierten die Rothosen, gemeinsam mit Hoffenheim ligaweit die meisten. Nur dreimal spielte man zu null. Die Gegner hießen Eintracht Braunschweig (4:0), 1. FC Nürnberg (5:0) und SC Freiburg (3:0). Lediglich in der Serie 1987/88 kassierte man mit 39 Treffern mehr.  Spiele mit Hamburger Beteiligung sind also durchaus als Spektakel zu bezeichnen. Bislang fielen 71 Tore, das sind im Schnitt 4,18 pro Spiel, nur bei Hoffenheimer Beteiligung waren es mit 74 mehr (4,35 pro Spiel). Es ist naheliegend, dass die Hamburger Zwischenbilanz zur Winterpause schwach ist. Mit 0,94 Punkten im Schnitt pro Spiel holte der HSV so wenig wie zuvor nur zweimal: 1972/73 waren es 0,65 und 2006/07 waren es 0,76 Punkte. Auch die Anzahl der Siege mit vieren gab es lediglich dreimal zuvor, mehr Niederlagen gab es nur in der Saison 1972/73 zu betrauern. Damals waren es zehn. Die Platzierung auf dem 14. Rang oder schlechter gab es nur fünfmal, zuletzt stand man im Winter 2006 auf Platz 17 schlechter da. 

In der Fairplay-Tabelle steht die van Marwijk-Elf auf dem fünften Rang. Lediglich Tolgay Arslan und Maxi Beister mussten eine Gelbsperre absitzen, Tomás Rincón sah zuletzt gegen Mainz die Ampelkarte. Die meisten gelben Karten sah  Arslan mit sieben. Erfreulich ist die Treue der Zuschauer. 51.890 Menschen wollten die Hamburger im Schnitt sehen. Und auch der DFB-Pokal ist ein Lichtblick in einer insgesamt bisher durchwachsenen Hinrunde. Erstmals seit 2008/09 überwintern die Hansestädter im Pokal. Auf das Viertelfinale gegen den FC Bayern können sich die Fans freuen. Gleichzeitig gilt es zu hoffen, dass die guten statistischen Werte ausgebaut und die schwachen verbessert werden. 

FC Schalke 04
0:0
17. Spieltag
20.12.2014
15:30 Uhr
Hamburger SV
präsentiert von
Bundesligaverein seit
tabelle
Pl. Mannschaft Spiele +/- Pkt
1.  FC Bayern München 17 41: 4 45
2.  VfL Wolfsburg 17 33: 17 34
3.  Bayer 04 Leverkusen 17 28: 20 28
4.  Borussia M'gladbach 17 25: 16 27
5.  FC Schalke 04 17 28: 21 27
6.  FC Augsburg 17 22: 21 27
7.  1899 Hoffenheim 17 29: 25 26
8.  Hannover 96 17 21: 26 24
9.  Eintracht Frankfurt 17 34: 34 23
10.  SC Paderborn 07 17 21: 26 19
11.  1.FC Köln 17 17: 23 19
12.  1.FSV Mainz 05 17 19: 23 18
13.  Hertha BSC 17 24: 35 18
14.  Hamburger SV 17 9: 19 17
15.  VfB Stuttgart 17 20: 32 17
16.  SV Werder Bremen 17 26: 39 17
17.  Borussia Dortmund 17 18: 26 15
18.  SC Freiburg 17 17: 25 15
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