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Saison 30.12.2015
"Das Jahr steht für den Umbruch und den Aufbau"

Im Interview mit HSV.de äußert sich Dietmar Beiersdorfer zur Entwicklung in den vergangenen Monaten, zur Arbeit von Bruno Labbadia und den Zielen für 2016. 

Ein verrücktes, turbulentes und ereignisreiches Jahr geht dieser Tage zu Ende. HSV.de traf Dietmar Beiersdorfer, um auf die vergangenen 12 Monate zurückzublicken. 
 
Dietmar Beiersdorfer, wir blicken auf eines der aufregendsten und emotionalsten Jahre der HSV-Geschichte zurück. Für was steht 2015 für dich?
 
Beiersdorfer: Es ist richtig, dass es ein unglaublich emotionales Jahr war; sehr hart für unsere Fans und alle, die den HSV lieben, aber auch für alle Menschen, die hier gearbeitet haben. Wir hatten zum Abschluss der letzten Saison eine äußerst schwere Prüfung zu überstehen. Das Jahr steht für mich aber nicht nur für die Wochen rund um die Relegation.
 
Sondern?
 
Es war auch ein Jahr, in dem wir sehr viel gearbeitet haben und ein Stück weit nach vorne gekommen sind. Durch die Erfahrungen und Erlebnisse wie den Abstiegskampf in der letzten Saison sind wir enger zusammen gewachsen. In vielen Bereichen haben wir uns aber auch weiterentwickelt. Das Jahr steht für den Umbruch und den Aufbau in eine bessere Zeit. Die Mannschaft und der gesamte Klub sind stabiler. Es geht für uns nach vorne. Das kann man fühlen, spüren und sehen. Das stimmt mich sehr zuversichtlich.

Der Weg des HSV zeichnet sich laut Dietmar Beiersdorfer durch einen neuen Spirit aus.

Woran machst du das Zusammenrücken und den neuen Geist fest?

Die interne Kultur hat sich weiterentwickelt. Wir tauschen uns zu vielen Themen aus und setzen uns mit diesen intensiv auseinander. Viele dieser Themen haben wir dann aber auch intern behalten, haben sie versucht zu lösen und dadurch nach vorne zu kommen. Es ist ein gutes Zeichen, wenn man das in seinem eigenen Organismus halten kann. Wir möchten auch transparent sein und auch nach außen kommunizieren, aber es ist die Basis einer guten Entwicklung. Und es ist die Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Das hat sich in den letzten Monaten vermehrt gezeigt. Dafür möchte ich jedem danken, der daran beteiligt ist. 

Zurück zu den offensichtlichen Entwicklungsschritten, die besonders auch die Bundesliga-Mannschaft gemacht hat. Fällt den Spielern die Entwicklung leichter, wenn die angesprochene Basis innerhalb des Klubs stimmt? Können sich dann auch einzelne Spieler besser entwickeln?

Auf alle Fälle. Es ist wichtig, dass Ruhe auf dem Schiff ist. Dann können die Menschen, die darauf arbeiten, die Segel hochziehen und uns hart am Wind halten, auch besser arbeiten und sich auf diese Arbeit konzentrieren. Das ist nach meiner Einschätzung der Schlüssel von erfolgreichen Mannschaften. Ganz so weit sind wir noch nicht. Wir müssen noch eine ganz lange Wegstrecke gehen, um weiter nach vorne zu kommen und unseren Ansprüchen gerecht zu werden. Es ist aber die Basis dafür gelegt worden. Man sieht den Spirit und den Geist dieser Mannschaft auf dem Platz. Es klappt noch nicht alles, wir schießen auch keine Mannschaft mit 5:0 aus dem Stadion, aber das ist auch nicht der Anspruch.

Und was ist der Anspruch?

Dietmar Beiersdorfer will das gegenseitige Vertrauen, das er u. a. zu Peter Knäbel hat, weiter ausbauen und entwickeln.

Der Anspruch ist, zusammen die Siege und Niederlagen zu teilen und daraus zu lernen. Man hat in vielen Spielen gesehen, dass die Mannschaft wollte. Durch die Mentalität „wir packen das zusammen an“ stehen wir einen Tick besser da als letztes Jahr. Über die Feiertage müssen wir nun ein wenig verschnaufen und im neuen Jahr wieder angreifen. Ich hoffe auf eine erfolgreiche Rückrunde, in der wir unser Werte, unsere Haltung und das Vertrauen, das wir gegenseitig in uns finden und aufgebaut haben, weiter entwickeln können. 

Trotz der guten Entwicklung gibt auch Sachen, mit denen du sicher noch nicht zufrieden warst. Welche waren das für dich?
 
Wir sind äußerst schlecht in die Saison gekommen. Damit hatten wir nicht gerechnet, weil es sich eigentlich schon besser angefühlt hatte. Aber man sieht, dass man immer wieder arbeiten und dranbleiben muss. Es ist immer wieder eine Mentalitätssache, sich auf ein Spiel und den Gegner einzustellen. Das ist uns in vielen Spielen gelungen, aber nicht in allen. 

Zurück zum Positiven. Was ist uns denn besonders gut gelungen?

Ich denke, es ist ein ganz wichtiger Schritt, dass Spieler, die im letzten Jahr noch nicht ihr volles Leistungsvermögen und Potenzial abrufen konnten, dies mittlerweile tun. Das spricht dafür, dass die Mannschaft eine Achse und ein Konzept hat. Dass der Trainer ihnen einen Fahrplan mit auf den Weg gegeben hat, an den sie sich halten können, und in dem Spieler bessere Leistung abrufen können. Das hat man wiederholt gesehen. 

Das war nicht immer so.

Der Vorwurf, dass sich Spieler, die zum HSV gekommen sind, nicht so entwickelt haben wie gedacht, wurde teilweise ja auch zu Recht gemacht. Hamburg ist eine schöne Stadt, aber auch ein hartes Stück Arbeit. Es ist immer ein gewisser Anspruch da und medial auch ein gewisser Druck. Daran muss man sich gewöhnen. Es sind alles Menschen, die, auch wenn sie in der Öffentlichkeit stehen, sich von Jugendlichen zu Erwachsenen und Männern entwickeln und ihre Haltung und ihren Mann stehen müssen. Das kann man natürlich besser in der Gemeinschaft, als wenn man herausgelöst als einzelner betrachtet wird. Die Mannschaft steht zusammen. Das ist das A und O. Das haben Bruno Labbadia und sein Trainerstab und alle anderen rund um die Mannschaft vorangetrieben. 

Bruno Labbadia hat Spielern wir Nicolai Müller wieder einen Plan an die Hand gegeben.

Du sprichst es an. Welchen Anteil hat Bruno Labbadia an der Entwicklung?

Es muss immer Menschen geben, die den anderen den Weg zeigen und auf den richtigen Weg führen. Das hat Bruno natürlich in einer einzigartigen Weise in einer unglaublich schweren Situation getan. Das sorgt für Vertrauen, das sorgt für den Glauben an diesen Menschen. Bruno hat das nicht nur am Ende der letzten Saison getan, sondern es auch mit den neuen Spielern konzipiert. Sie haben das Vertrauen, dem Trainer zu folgen. Das kommt nicht von ungefähr. Er lebt es vor. Wenn ich etwas sage, dann muss ich das auch abliefern, muss es vermitteln können und die Menschen mitnehmen, muss gute und schlechte Tage unterscheiden können. Wir sind alle nicht Roboter und haben alle unterschiedliche Leistungshöhepunkte. Die ganze Mischung aus diesem ist Führung und Kompetenz, die ein Trainer haben muss. Und das passt sehr gut bei ihm.

Es wurde wie angesprochen an vielen Themen gearbeitet. Welche Rädchen sollen als nächstes greifen?

Wir haben viele Personalentscheidungen in allen Bereichen getroffen, vor allem aber im Sport, weil wir gesagt haben, wir müssen den Sport wieder wettbewerbsfähig machen, müssen versuchen, die anderen wieder einzuholen, die uns schon um einiges enteilt waren auf vielen Gebieten – wenn nicht sogar auf allen Gebieten. Das sieht jetzt schon wieder ein wenig besser aus, aber das gibt uns überhaupt keine Ruhe, keine Ausgeglichenheit. Wir können nicht sagen: Wir machen jetzt so weiter und das wird dann schon. So wird es nichts. Wir müssen weiterhin voll bei der Sache bleiben und mit einer Leidenschaft und einer Detailliebe jeden einzelnen Prozess und jede einzelne Stelle, die von uns besetzt ist, mit 100prozentiger Zufriedenheit erledigen. Wir müssen weiter mit dem Pioniergeist an die Sache herangehen, den wir teilweise auch schon gezeigt haben. Dann können wir auch weiterhin Schritte machen. 

Welche würdest du dir für 2016 wünschen?

Für uns ist es wichtig, die Saison weiterhin gut zu spielen und das auch als Kick zu nehmen, den nächsten Schritt zu machen. Ich denke, für uns als Klub ist es wichtig, Sachen zu Ende zu bringen und positiv abschließen zu können. Das will ich gar nicht an Tabellenplätzen fest machen. Wichtig ist, dass wir alles aus uns herausholen und ich hoffe, dass die Spieler, die verletzt sind und uns gefehlt haben, schnell zurückkommen und wir unsere gesamte Schlagkraft auch entwickeln können. 

Und über die Mannschaft hinaus?

Für unseren Klub wünsche ich mir, dass wir weiter leidenschaftlich mit Hingabe arbeiten und uns immer noch im Detail verbessern. Ich wünsche mir auch, dass wir weiterhin eng zusammenstehen, weil das die Grundlage von einer guten Entwicklung und einem späteren Erfolg ist. Das sind hehre Aufgaben, die man sich Tag für Tag erarbeiten muss. 

Setzt du dir zum Jahreswechsel eigentlich selber gute Vorsätze?

Natürlich versuche auch ich zu reflektieren, was passiert ist. Ich finde immer zu wenig Zeit dazu, wahrscheinlich ist das auch nicht unbedingt ein Stärke von mir, weil ich immer bis zum Anschlag etwas zu tun habe. Man muss aber auch mal die Luft rauslassen. Wie jeder hier muss auch ich noch eine Schippe drauflegen und die Sachen, die noch nicht so bearbeitet wurden, wie wir uns das vorstellt haben, Paroli laufen lassen. 

Wir wünschen dir alles Gute dafür und natürlich einen guten Rutsch ins neue Jahr.

FC Augsburg
1:3
34. Spieltag
14.05.2016
15:30 Uhr
Hamburger SV
präsentiert von
Bundesligaverein seit
tabelle
Pl. Mannschaft Spiele +/- Pkt
1.  FC Bayern München 34 80: 17 88
2.  Borussia Dortmund 34 82: 34 78
3.  Bayer 04 Leverkusen 34 56: 40 60
4.  Borussia M´gladbach 34 67: 50 55
5.  FC Schalke 04 34 51: 49 52
6.  1. FSV Mainz 05 34 46: 42 50
7.  Hertha BSC 34 42: 42 50
8.  VfL Wolfsburg 34 47: 49 45
9.  1. FC Köln 34 38: 42 43
10.  Hamburger SV 34 40: 46 41
11.  FC Ingolstadt 04 34 33: 42 40
12.  FC Augsburg 34 42: 52 38
13.  SV Werder Bremen 34 50: 65 38
14.  SV Darmstadt 98 34 38: 53 38
15.  TSG Hoffenheim 34 39: 54 37
16.  Eintracht Frankfurt 34 34: 52 36
17.  VfB Stuttgart 34 50: 75 33
18.  Hannover 96 34 31: 62 25
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