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Saison Bundesliga 06.10.2011
Angriff der jungen Garde

Mit Zhi Gin Lam (20), Gökhan Töre (19), Jeffrey Bruma (19) und Heung Min Son (19) drängen vermehrt Youngstars auf die Bühne Bundesliga. Die Nachwuchsarbeit des HSV trägt Früchte. Grund genug, dass hsv.de einen Blick auf die Jugendarbeit wirft.

Hamburg – Dass sich Nachwuchsarbeit auszahlt, weiß man nicht zuletzt durch die grandiosen Leistungen der stark verjüngten Deutschen Fußballnationalmannschaft. Ein Großteil der Nachwuchsarbeit obliegt den Vereinsmannschaften, die die Grundlagen für eine Profikarriere schaffen. Eine Arbeit, die sich lohnt. Das HSV-Gesamtkonzept aus Fußballschule, Nachwuchsleistungszentrum und leistungsorientierter U23 greift. Viele junge und talentierte Spieler rücken nach – allen voran Zhi Gin Lam, der sich von der B-Jugend des HSV bis zum Profiteam und in die Bundesliga gespielt hat.


"Habe Rodolfo alles zu verdanken"

Die Gefahr, Zhi Gin Lam könnte abheben, stellt sich für Trainer Rodolfo Cardoso nicht. „Er ist sehr ruhig und bescheiden - ein Familienmensch“, gab Cardoso am Dienstag (04.10.11) zu Protokoll, als er nach seiner Einschätzung zu seiner Nachwuchsentdeckung Lam gefragt wurde. Und tatsächlich gibt sich der junge Deutsch-Chinese beim ersten Aufeinandertreffen mit den Medienvertretern demütig und bescheiden. Keine Selbstverständlichkeit bei einem jungen Spieler, dessen Karriere gerade im Zeitraffer immer neue Höhen erreicht. „Das ist cool“, gibt Lam zu, „aber man muss auf dem Boden bleiben, ich habe ja erst zwei Bundesligaspiele gemacht. Mein Ziel ist es, mich in der ersten Mannschaft zu etablieren, Fuß zu fassen.“ Die Zeit als Bundesligaspieler habe er „einfach genossen“, ohne sich Gedanken zu machen. Das sah man auch an seinem Spiel. Frech und ohne Scheu nahm der 20-Jährige den Wettkampf an. „ Das Tempo ist natürlich schneller als in der Regionalliga, aber im Laufe des Stuttgart-Spiels habe ich bemerkt, dass ich mithalten kann und dass die anderen auch nur mit Wasser kochen.“ Dass er soweit vorrücken konnte, ist auch ein Verdienst von Interimscoach Rodolfo Cardoso. Seit der B-Jugend arbeitet er mit Lam zusammen. Der Aufstieg der beiden Offensivspieler, der eine als Trainer und der andere als Spieler, verlief parallel. Cardoso bewies mit seiner Aufstellung Mut und das zahlte Lam mit Leistung zurück. „Ich habe Rodolfo alles zu verdanken. Ich bin froh, dass er mir sein Vertrauen geschenkt hat“, sagt Lam über seinen großen Fürsprecher.

Doch Lam ist nicht der Einzige, der sich über den HSV-Nachwuchs in die Bundesligamannschaft spielen konnte. Heung Min Son kam einst aus Südkorea ins HSV-Internat, spielte in der A-Jugend und der U23 des HSV und ist seither als Profi in der ersten Mannschaft nicht mehr wegzudenken. In seinen ersten drei Spielen in dieser Saison für den HSV traf der Südkoreaner bereits zwei Mal und steuerte eine Torvorlage bei. Gleichsam erfolgreich in die Saison gestartet sind die Nationalspieler Gökhan Töre und Jeffrey Bruma – beide erst 19 Jahre jung. Die Youngster, die den Großteil ihrer Jugendausbildung im Ausland absolviert haben, schließen dabei nahtlos ans HSV-Nachwuchssystem an. Das Gesamtkonzept sieht vor, dass die Distanz zwischen Nachwuchs- und Profiteam so weit wie möglich reduziert wird.


Nachwuchsarbeit als Erfolgsfaktor in Zeiten des Umbruchs

Speziell nach dem „Umbruch“ ist die Jugendarbeit ein entscheidender Faktor für den sportlichen Erfolg. Nachwuchsspieler müssen entwickelt werden und die Möglichkeit erhalten, den Anschluss ans Profiteam zu finden. Kernstück der Jugendförderung des HSV ist die Nähe der Profis zum Nachwuchs. Seit dieser Saison trainiert der Bundesligakader zusammen mit der U23 des HSV auf demselben Trainingsplatz an der Imtech Arena. Diese Maßnahme ist weit mehr als die Inszenierung von Zugehörigkeit und schafft im Trainingsalltag neue Möglichkeiten für die Perspektivspieler. Spontanes Aufrücken in das Training des Profikaders ist fortan keine Seltenheit mehr. Eine Situation, die bei den jungen Nachwuchsspielern äußerst motivierend wirkt und die Entwicklung fördert.

Dass diese Ausrichtung seine Wirkung nicht verfehlt, lässt sich nicht nur an den Nachwuchskräften im Bundesligakader erahnen, sondern auch anhand der Leistungen der jeweiligen Jugendmannschaften. Die A-, B- und C-Junioren spielen allesamt im oder um das obere Tabellendrittel mit. Die A-Junioren belegen derzeit sogar den ersten Rang der Bundesliga Nord/Nordost. Auch die Zweite des HSV (U23) zeigt sich in blendender Verfassung und belegt den dritten Tabellenplatz der Regionalliga Nord. Im jüngeren Bereich setzt sich die Erfolgsgeschichte fort. Von der U14 bis zur U10 sind alle HSV-Mannschaften Erster in ihrer Liga.

„Unser Hauptziel ist es, eine klare sportliche Philosophie vom Nachwuchs bis hin zu den Profis zu etablieren. Im Idealfall lassen sich so unsere besten Nachwuchstalente nahtlos in die U23 oder - noch besser - direkt in unsere Profimannschaft integrieren. Die tollen Ergebnisse stehen nicht an erster Stelle, freuen uns aber sehr und sind Ausdruck unserer Spielweise“, erläutert Nachwuchskoordinator Bastian Reinhardt und zeigt sich erfreut über die aktuelle Entwicklung im Nachwuchsbereich.

Paul Meier, Sportlicher Leiter des Nachwuchszentrum, ergänzt: „Unser Ziel ist die optimale Ausbildung und unsere Spieler sollen den höchsten Anforderungen des modernen Fußballs entsprechen. Ziele der Ausbildung sind, das Spiel dominant zu gestalten, der konstruktive Spielaufbau mit flachen Pässen im vertikalen Spiel zu praktizieren und unser offensives, dynamisches Zonenspiel zu praktizieren. Wir legen zudem viel Wert auf das schnelle Umschaltverhalten von Defensive auf Offensive und umgekehrt.“ Eine Ausrichtung, die in der Bundesliga und in der Philosophie des Vereins mehr als gefragt ist. Der HSV kann sich auch in Zukunft auf weitere, hoffnungsvolle Talente freuen. Solche wie Zhi Gin Lam, der ab sofort für viele der hoffnungsvollen Kicker in der HSV-Jugend das ganz große Vorbild sein dürfte.


tabelle
Pl. Mannschaft Spiele +/- Pkt
1.  Dortmund 34 80: 25 81
2.  FC Bayern 34 77: 22 73
3.  Schalke 04 34 74: 44 64
4.  M'gladbach 34 49: 24 60
5.  Leverkusen 34 52: 44 54
6.  Stuttgart 34 63: 46 53
7.  Hannover 34 41: 45 48
8.  Wolfsburg 34 47: 60 44
9.  Bremen 34 49: 58 42
10.  Nürnberg 34 38: 49 42
11.  Hoffenheim 34 41: 47 41
12.  Freiburg 34 45: 61 40
13.  Mainz 34 47: 51 39
14.  Augsburg 34 36: 49 38
15.  Hamburg 34 35: 57 36
16.  Hertha BSC 34 38: 64 31
17.  Köln 34 39: 75 30
18.  K'lautern 34 24: 54 23
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