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Verrücktes Spiel: 3:4 gegen Köln - Befreiungsschlag verpasst
Verrücktes Spiel in der Imtech Arena: Die Rothosen führen zweimal mit 1:0 und 3:2 und müssen sich nach einem verrückten Spielverlauf am Ende mit 3:4 geschlagen geben. Köln schießt mit vier gefühlten Chancen vier Tore. ![]() Hamburg - Der HSV wartet weiter auf den ersten Saisonsieg. Das Heimspiel gegen den 1. FC Köln verloren die Rothosen am Samstag (27.08.11) am Ende unglücklich mit 3:4 (1:1). Mladen Petric brachte die Elf von Trainer Michael Oenning vor 51.289 Zuschauer in der Imtech Arena per verwandelten Foulelfmeter in Führung (11.). Vor der Pause glich Adil Chihi aus (21.), ehe Milivoje Novakovic nach der Halbzeit mit dem 1:2 zuschlug (49.). Der HSV steckte nicht auf und drehte das Spiel nach Toren von Neuzugang Slobodan Rajkovic (59.) und Heung Min Son (62.) zum zwischenzeitlichen 3:2. Alles sah nach dem ersten Dreier der Saison aus, doch Köln schlug mit zwei weiteren Toren durch die eingewechselten Christian Clemens (84.) und Kevin McKenna (88.) in der Schlussphase eiskalt zu.
Die Enttäuschung stand jedem einzelnen Spieler ins Gesicht geschrieben. Als der Abpfiff ertönte, schlug Robert Tesche immer wieder die Hände vorm Gesicht zusammen, Dennis Aogo kam aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus und Heiko Westermann hockte frustriert auf dem Boden. Das Finish der Partie raubte den Rothosen die Sprache, doch die Aufmunterung für Jaro & Co. kam direkt beim anschließenden Gang zu den Fans: aufmunternder Applaus von der Nordtribüne für eine couragierte Leistung, die jedoch aufgrund eines kuriosen Spielverlaufs am Ende nicht belohnt wurde. Drei Tore geschossen, dazu drei Mal am Aluminium gescheitert - und am Ende doch verloren. Das schmerzt! Alles begann gut Dabei hatte alles so gut begonnen. Der HSV startete schwungvoll und zielstrebig, Westermann malträtierte mit seinem Kopfball die Querlatte (9.) und Mladen Petric sorgte für die frühe Führung, indem er einen an Dennis Aogo verursachten Strafstoß sicher verwandelte (11.). Zu diesem Zeitpunkt waren gerade mal elf Minuten gespielt, der HSV belohnte sich für eine ganz starke Anfangsphase. Doch im weiteren Spielverlauf büßte der HSV seine Dominanz ein und es ereignete sich die erste von mehreren Wendungen in diesem verrückten Fußballspiel. Denn Köln schlug zurück, und das gleich zwei Mal. Nur vom zwischenzeitlichen Pausenpfiff unterbrochen glichen der FC erst aus, um anschließend sogar in Führung zu gehen. Erst Chihi (21.), dann Novakovic (48.) - zwei Sprints mit anschließendem scharfen Zuspiel in die Mitte drehten die Partie, denn beide Male kam die Hintermannschaft der Hamburger einen Schritt zu spät. Doch es ging weiter, und es blieb turbulent, denn nun drehte der HSV wieder auf, drängte auf den Ausgleich und wurde schließlich für seine Bemühungen belohnt. Erst köpfte Heung Min Son an den Pfosten, den Abpraller drückte Neuzugang Slobodan Rajkovic reaktionsschnell über die Linie (59.). Der Ausgleich nach einer Stunde, absolut verdient. Son drehte das Spiel - dachten alle Und beflügelnd, denn jetzt drückten die Rothosen noch mehr und gingen nur drei Minuten später in Führung. Son versuchte es dieses Mal mit dem Fuß, zielte perfekt und vollendete mit links ins lange Eck zur 3:2-Führung (62.). Jetzt hatte also der Hausherr das Ding gedreht und sorgte für eine Riesenstimmung in der Imtech Arena, die eine Viertelstunde vor Schluss schon den nächsten Tor - und damit wohl den Siegesschrei auf den Lippen hatte, doch Per Skjelbred scheiterte mit seinem Geschoss an der Latte (75.). Das dritte Mal Aluminium für den HSV, der das Geschehen im Griff hatte und dem vierten Tor näher war als der FC dem Ausgleich. Doch genau der fiel, nachdem die Hamburger bei einem Eckball den kurz zuvor eingewechselten Clemens nicht auf dem Zettel hatten. Am Elfmeterpunkt drückte der Mittelfeldspieler den Ball völlig frei zum 3:3 ins Netz. Wo war sein Gegenspieler in dieser Situation? Zu diesem Zeitpunt waren nur noch fünf Minuten zu spielen, doch die reichten den Gästen, um eine erneute Wende herbeizuführen. Denn wie schon im letzten Heimspiel gegen Hertha ließen die Hamburger erneut in der 88. Minute einen Gegentreffer zu, als Jaroslav Drobny einen hohen Flankenball übermotiviert vor die Füße des ebenfalls kurz zuvor eingewechselten McKenna klärte, der im Fallen zum 3:4-Endstand einschieben konnte. "Ein Spiel, das man niemals verlieren darf" Mit gefühlten vier Torchancen hatte der FC vier Treffer erzielt. Doch so ist Fußball. Wieder war das Spiel gekippt - und dieses Mal stand der HSV mit leeren Händen da, denn kurz darauf erfolgte der Abpfiff. Es war der Schlussakkord eines verrückten Spiels. Eines Spiels, das der HSV "eigentlich niemals verlieren darf", wie Michael Oenning im Nachhinein attestierte, "denn wir haben guten Fußball gespielt, doch die Jungs haben sich nicht für den enormen Aufwand belohnt." Auch ihm war die Enttäuschung anzusehen. Damit rutschten die Rothosen auf den letzten Tabellenplatz ab.
Das Spiel im Stenogramm: Hamburger SV: Drobny - Diekmeier, Westermann, Rajkovic, Aogo - Jarolim, Tesche - Son (75.Elia), Skjelbred, Jansen - Petric (81.Guerrero) 1. FC Köln: Varvodic - Brecko, Sereno, Geromel, Andezinho (68.Clemens) - Peszko (46.Podolski), Lanig - Riether, Chihi - Jajalo (85.McKenna), Novakovic Tore: 1:0 Petric (FE., 11.), 1:1 Chihi (21.), 1:2 Novakovic (48.), 2:2 Rajkovic (59.), 3:2 Son (62.), 3:3 Clemens (84.), 3:4 McKenna (88.) Zuschauer: 51.289 Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf) Gelbe Karten: Aogo / Brecko, Novakovic, Riether Gelb-Rote Karten: - / - Rote Karten: - / - |
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