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Saison 02.02.2012
Olic: "Mein jüngster Sohn ist immer noch HSV-Fan"

HSV.de traf die ehemaligen HSVer Ivica Olic, Jerome Boateng und Hans Jörg Butt zum gemeinsamen Interview in München und sprach mit ihnen über die Zeit in Hamburg und über das Spiel am kommenden Samstag. 

Hamburg - Der Nord-Süd-Klassiker wirft seine Schatten voraus. Wenn am Samstagabend (04.02.12) der Hamburger SV und der FC Bayern München in der Imtech Arena aufeinandertreffen, ist es nicht nur die Partie zweier großer Traditionsklubs der Fußball-Bundesliga, sondern für einige Akteure auch eine Reise in die Vergangenheit. Mit Hans Jörg Butt (spielte von 1997 bis 2001 beim HSV), Daniel van Buyten (2004-2006), Jerome Boateng (2007-2010) und Ivica Olic (2007 bis 2009) hat der Rekordmeister vier Akteure im aktuellen Kader, die bereits mit der Raute auf der Brust in der Bundesliga aufgelaufen sind. 
 
Wählten van Buyten (2006) und Olic (2009) den direkten Weg von der Elbe an die Isar, standen bei Torhüter Butt die Stationen Bayer Leverkusen und Benfica Lissabon und bei Boateng der Sprung zu Manchester City auf die Insel dazwischen. Doch alle, und das vereint sie wieder, haben ausschließlich gute Erinnerungen an die Zeit in Hamburg. Welche das sind und was die Spieler vom Duell der beiden Kontrahenten am Samstag erwarten, das wollte HSV.de ganz genau wissen und machte sich auf den Weg in die Bayerische Landeshauptstadt. Dort standen Hans Jörg Butt, Ivica Olic und Jerome Boateng in einem gemeinsamen Gespräch Rede und Antwort. 
 
Hallo ihr drei. Ihr könnt euch denken, warum wir hier sind. Am Samstag steht der Nord-Süd-Schlager gegen den HSV an. Für euch auch eine Reise in die Vergangenheit. Ist es für den FC Bayern das 18. Heimspiel, weil ihr euch noch so gut auskennt?
 
Boateng (lacht): Ich denke, wir alle drei hatten eine wundervolle Zeit in Hamburg. Es ist immer schön, dort zu spielen. Der HSV hat ein tolles Stadion und tolle Fans. Wir freuen uns, wieder nach Hamburg zu kommen.
 
Olic: Nicht, dass du auf die falsche Seite gehst. Ist ja dein erstes Spiel für Bayern in Hamburg.
 
Butt: Beim Benifiz-Spiel warst du doch auch in der HSV-Kabine.
 
Olic: Da musste ich ja auch hin. Aber ich sage euch: Auch da war der Empfang unglaublich. Es ist jedes Mal schön, wieder nach Hamburg zu kommen. Mich haben schon viele Freunde angerufen. Zu denen habe ich aber gleich gesagt, es ist nicht so einfach Karten zu besorgen.
Jörg Butt erinnert sich gerne an die CL-Zeit beim HSV. Legendär natürlich das 4:4 gegen Juventus.

Deine Söhne waren große HSV-Fans, die im aktuellen Trikot rumliefen. Im Auto musstest du immer „Hamburg meine Perle“ auflegen. Ist daraus schon der „Stern des Südens“ geworden?

Olic: Mein jüngster Sohn ist noch immer großer Hamburg Fan, der ältere spielt jetzt bei den Bayern Fußball und langsam ist er rot geworden (lacht). 

Boateng: Kommen die am Samstag eigentlich auch?

Olic: Nein, und sie sind ein bisschen sauer auf mich, dass sie nicht zum Spiel dürfen. Ist nicht so einfach hin und her zu fliegen, weil sie noch zur Schule gehen. Sie werden zuhause schauen, der eine auf HSV-Seite, der andere auf Bayern-Seite.

Jörg, deine HSV-Vergangenheit liegt schon etwas länger zurück. Du bist danach aber noch viele Jahre noch mit unserem Team-Manager Jürgen Ahlert auf Motorrad-Tour gefahren. Zuletzt warst du auf dem Geburtstag von Hermann Rieger. Hält der Kontakt immer noch?
 
Butt: Ich habe noch zu vielen Mitarbeiter einen sehr guten Draht, natürlich auch zu Jürgen und Hermann. Ich habe sehr viele schöne Jahre dort erlebt und auch eine große Entwicklung.

Und zwar?

Zunächst haben wir in Ochsenzoll ein neues Trainingsgelände bekommen, dort wo jetzt der Nachwuchs ist. Dann wurde das Stadion neu gebaut. Das war eine super spannende und interessante Zeit. Als ich 1997 kam, habe ich noch im alten Volksparkstadion gespielt. Tribüne für Tribüne ist dann das neue Stadion entstanden. Es folgte die Qualifikation für die Champions League. Da denke ich natürlich an das legendäre Spiel gegen Juventus Turin, das 4:4. 

Olic & Boateng: Butt, Butt, Butt....

Jerome Boateng suchte sein Glück zunächst bei Manchester City und fand von dort den Weg zu den Bayern: .

Butt: Ja, ehrlich, es war sportlich eine Riesenzeit. Als Norddeutscher bin ich zudem sowieso mit dem HSV verbunden. Dementsprechend freue ich mich jedes Mal nach Hamburg zu kommen und gegen den HSV zu spielen.

Auch München soll schön sein. Jerome, hattest du schon die Chance, die Stadt richtig kennenzulernen?


Boateng: Ich fühle mich wohl in München. Es ist eine schöne Stadt, genau wie Hamburg. Ich habe drei sehr schöne Jahre dort verbracht. Über München kann ich aber noch nicht so viel sagen, ich bin ja noch nicht so lange hier. 

Kommen wir zum FC Bayern. Ivi, du bist schon etwas länger hier als Jerome. Wie hast du deine Zeit bislang erlebt?

Olic: Mein erstes Jahr war sehr gut, dann hat mich im zweiten Jahr eine schwere Verletzung zurückgeworfen. Das war eine schwierige Zeit für mich. Aber jetzt geht es mir wieder richtig gut. Ich merke das in jeder Trainingseinheit. Aber bei der Konkurrenz muss ich um jede Minute Einsatzzeit kämpfen und auf meine Chance warten. 

Ist es in solcher Phase umso schwieriger beim FC Bayern zu spielen. Hier ist die Konkurrenz extrem groß und am Ende der Saison zählen nur die Titel. Wie erlebst du diese Situation? 

Olic: Deswegen bin ich hierher gekommen. Jeder Spieler will etwas erreichen in seiner Karriere. Und bei Bayern zählen nur die Titel. Natürlich ist der Druck sehr groß, aber wir haben eine sehr gute Mannschaft, bei der sich jeder gegenseitig stärkt.

Beim HSV zusammen auf dem Platz, dann Gegner und nun wieder vereint - leider beim FCB: Jerome Boateng und Ivica Olic.

Jörg, du bist schon seit 2008 dabei, erlebst diesen Erfolgsdruck schon länger. In diesem Jahr ist eines der großen Ziele des FC Bayern, das Endspiel in der Champions League im eigenen Stadion zu erreichen. Läuft da die Meisterschaft nur als Randprodukt mit?

Butt: Das eine hat mit dem anderen eigentlich nicht so viel zu tun. Wir wollen natürlich wieder Deutscher Meister werden, um die sichere Qualifikation für die nächste Saison zu haben. Letztendlich geht es auch darum, wieder einen Titel zu gewinnen. Wir haben im letzten Jahr versäumt, die Meisterschaft nach München zu holen. 

Boateng: Einmal kann man das ertragen, ein zweites Mal nicht. Wir wollen die Schale unbedingt zurückholen. 

Und das Endspiel im eigenen Stadion? 


Butt: Sicherlich ist es eine zusätzliche Motivation das Endspiel der Champions League im eigenen Stadion zu haben und für uns als Verein ist es unheimlich wichtig, auch international Erfolge zu erringen. Aber das ist noch ein weiter Weg. Es sind noch einige Spiele davor und die wollen wir erst einmal gewinnen. 

Boateng: In der Bundesliga ist es sehr sehr eng geworden. Da müssen wir sehen, dass wir unseren Vorsprung, der jetzt sehr klein geworden ist, nur noch ein paar Tore beträgt, zu verteidigen. Wir wollen unser Punktepolster ein bisschen ausbauen, dann kommt die Champions League. 

Butt: Und wenn man in der Bundesliga erfolgreich ist, dann läuft es auch in der Champions League einfacher, deshalb sollten wir nicht den Fehler machen, uns auf einen Wettbewerb zu konzentrieren, sondern hungrig sein, um möglichst alle Titel nach München zu holen. 

Fortsetzung folgt...

Im zweiten Teil des Interviews lesen Sie morgen, was die drei vom Spiel in Hamburg erwarten und wie sie die Entwicklung beim HSV verfolgen und bewerten. 


tabelle
Pl. Mannschaft Spiele +/- Pkt
1.  Dortmund 34 80: 25 81
2.  FC Bayern 34 77: 22 73
3.  Schalke 04 34 74: 44 64
4.  M'gladbach 34 49: 24 60
5.  Leverkusen 34 52: 44 54
6.  Stuttgart 34 63: 46 53
7.  Hannover 34 41: 45 48
8.  Wolfsburg 34 47: 60 44
9.  Bremen 34 49: 58 42
10.  Nürnberg 34 38: 49 42
11.  Hoffenheim 34 41: 47 41
12.  Freiburg 34 45: 61 40
13.  Mainz 34 47: 51 39
14.  Augsburg 34 36: 49 38
15.  Hamburg 34 35: 57 36
16.  Hertha BSC 34 38: 64 31
17.  Köln 34 39: 75 30
18.  K'lautern 34 24: 54 23
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