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Gesucht: Der wunde Punkt von Bayerns Siegfried
Dass sich Thorsten Fink im Fußball auskennt, ist hinreichend belegt. Der Horizont des Trainers hört dort aber nicht auf. Vor dem Heimspiel gegen den FC Bayern beweist der Fußballlehrer, dass er sich auch im Reich der Sagen und Mythen zurechtfindet. Bereit für eine neue Sage? Hamburg – Ein schier übermächtiger Gegner, der augenscheinlich keine Schwächen zeigt. So einen FC Bayern erwartet Thorsten Fink am Samstagabend (04.02.12, Anpfiff 18:30 Uhr) in der heimischen Imtech Arena. Aber laut Fink hätten die ersten Spiele des Jahres gezeigt, „dass die Bayern auch kleine Schwächen haben, die wir herausfinden müssen. Wie Siegfried bei den Nibelungen: Wo ist die Schwachstelle beim FC Bayern?", fragt der HSV-Coach. Die Sagenfigur Siegfried erlegte einst einen Drachen und badete in dessen Blut. Er war fortan unverwundbar, außer an einer kleinen Stelle am Rücken, die beim Bad von einem Blatt überdeckt wurde. Jene Stelle, so hört man, gebe es auch beim FC Bayern, die Hamburger müssen sie nur finden – ein schwieriges Unterfangen. Es kommt ein Gegner, der nicht nur statistisch gesehen überzeugt. Mit 46 geschossenen Toren ist der FC Bayern das torhungrigste Team der Liga. Auch die Defensive macht einen unüberwindbaren Eindruck. Nur 13 Gegentore musste der Rekordmeister in dieser Saison hinnehmen. Thorsten Fink wird mit seiner Mannschaft den wunden Punkt bei den Bayern finden müssen.
Schwachstelle Abwehr? Bayern-Verteidiger Daniel van Buyten bestritt in der laufenden Saison bisher 21 Pflichtspiele, doch jetzt fällt der Abwehrrecke wegen eines Mittelfußbruches für eine längere Zeit aus. Schwachstelle gefunden? Auch die Ersatzmänner Breno (Knie-Probleme), Contento (Zehenbruch) und Rafinha (Sperre) werden gegen Hamburg nicht auflaufen können. Jupp Heynckes wird umstellen müssen. Es deutet sich an, dass Mittelfeldspieler Anatolij Timoschtschuk auf die Rechtsverteidigerposition rückt und der Ex-Hamburger Jerome Boateng nach innen geht. Für Boateng ergibt sich aus dieser Umstellung gar ein Vorteil, der gelernte Innenverteidiger fühlt sich in der Mitte sichtlich wohler als auf der rechten Abwehrseite. Es bleibt abzuwarten, wie Timoschtschuk die Defensivaufgabe lösen wird. Für HSV-Torjäger Mladen Petric ist es nicht entscheidend, wer im Endeffekt verteidigt. Die Bayern seien in der Breite gut aufgestellt. Gezielt vorbereiten werde er sich nicht und schöpft aus einem anderen Grund Hoffnung für ein gutes Abschneiden: „Die Schwachstelle zu finden, wird schwer. Wir hoffen, dass die Bayern, so wie in Gladbach auch, noch nicht zueinander gefunden haben und ihre Topleistungen noch nicht erreichen, was wir dann nutzen können.“ Aber auch Thorsten Fink muss in der Abwehr umbauen. Innenverteidiger Jeffrey Bruma fällt aufgrund von Knieproblemen aus. An seiner Stelle wird Slobodan Rajkovic auflaufen. Mitte der Woche sah es so aus, als fiele noch ein weiterer Stammspieler der Verteidigung aus. Dennis Aogo knickte am Donnerstagmorgen beim Training unglücklich um und musste das Training abbrechen. Im Abschlusstraining am Freitagnachmittag konnte der deutsche Nationalspieler aber wie gewohnt mitwirken und wird auch gegen die Bayern auflaufen. Weitere Veränderungen im Vergleich zu Berlin sind nicht vorgesehen. Erneut bekommt Jacopo Sala die Chance, von Beginn an zu glänzen. Und auch HSV-Stürmer Paolo Guerrero geht mit hohen Erwartungen in das Spiel. Guerrero kann mit einem Treffer einen dreißig Jahre alten Torrekord von Horst Hrubesch einstellen. Hrubesch gelang Anfang der 80er in sechs aufeinanderfolgenden Heimspielen jeweils mindestens ein Tor. Der Peruaner könnte mit einem Treffer am Samstag gleichziehen. „Eine schöne Sache“, so Guerrero, „aber wichtiger ist es, dass die Mannschaft am Ende gewinnt, da ist es mir egal, wer das Tor schießt.“ Es wäre eine sagenhafte Leistung, die hoffentlich wahr wird. So könnten sie spielen: Hamburger SV: Drobny - Diekmeier, Westermann, Rajkovic, Aogo - Rincon, Jarolim - Jansen, Sala - Guerrero, Petric Weiterhin im Kader: Mickel, Mancienne, Tesche, Kacar, Ilicevic, Son, Arslan Nicht dabei: Bruma (Reizung am Knie), Berg (Aufbautraining), Castelen (Reha), Töre (Meniskuseinriss), Skjelbred (Schienbeinprellung), Lam (muskuläre Probleme), Bertram, Behrens, Besic, Nagy, Stepanek, Tavares (alle HSV II), Sternberg, Ingreso, Neuhaus. FC Bayern München: Neuer - Tymoshchuk, Boateng, Badstuber, Lahm - Schweinsteiger, Kroos - Robben, T. Müller, Ribery - Gomez Weitere Kaderspieler: Butt (Tor), Alaba, Pranjic, Luiz Gustavo, Usami, Olic, Petersen Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg) |
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