![]()
Europa League: HSV nach starkem Kampf im Achtelfinale
Der HSV steht im Achtelfinale der Europa League. In Eindhoven trafen Petric und Trochowski. ![]() Eindhoven - Der Hamburger SV hat sich für das Achtelfinale der Europa League qualifiziert. Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia verlor zwar das Rückspiel im Philips-Stadion mit 2:3, doch am Ende reichten die zwei Auswärtstreffer von Petric und Trochowski sowie der 1:0-Erfolg aus dem Hinspiel. Toivonen hatte die Gastgeber bereits in der 2. Minute in Führung gebracht. Dzsudzsak erhöhte vor der Pause auf 2:0 für die PSV (43.).
Bei Anpfiff regnete es in Strömen in Eindhoven. Dass der Himmel weinte, es sollte vorerst ein Zeichen sein. Denn kaum hatte Schiedsrichter Dean die Partie angepfiffen, da musste Frank Rost bereits zum ersten Mal hinter sich greifen. 78 Sekunden dauerte es, da stand Ola Toivonen goldrichtig. Die umgestellte Hamburger Defensive vermochte es nicht, den starken Dzsudzsak am Pass in den Rücken der Abwehr zu hindern. Dieser missrät, doch der abgeblockte Schuss landete vor den Füßen von eben jenem Toivonen, der im Hinspiel in Hamburg noch beste Chancen ausgelassen hatte. Den Ball aus fünf Metern über die Linie zu befördern aber war dann ein Leichtes für den Sturmpartner Marcus‘ Bergs bei der letztjährigen U21-Europameisterschaft. Mit 0:2 in die Kabine 89 Minuten also waren noch zu spielen, da war es den Holländern bereits gelungen, das knappe Ergebnis aus dem Hinspiel zu egalisieren. Die Elf von Bruno Labbadia ließ sich nicht entmutigen. Einige Minuten dauerte es, ehe die Rothosen den Schock verdaut hatten. Nach sieben Minuten setzte der ins Team zurückgekehrte Eljero Elia mit einem Distanzschuss ein erstes Zeichen, doch der Ball rutschte im Strafraum an Freund und Feind vorbei. Die Hamburger fanden nun in die Partie, spielten bis zum Strafraum des PSV ansehnlich. Gegen die dicht gestaffelte Defensive der Hausherren aber fehlten zumeist probate Mittel, um das Tor des schwedischen Nationaltorhüters Anders Isaksson in ernsthafte Bedrängnis zu bringen. Der agile Piotr Trochowski, der auf der rechten Seite aufgestellt wurde und immer wieder in die Mittelfeldzentrale rückte, versuchte sich wiederholt aus der Ferne, jedoch ohne Erfolg. Während sich die Gäste ein spielerisches Übergewicht erarbeiteten, war es gerade Flügelstürmer Dzsudzsak, der über die rechte Hamburger Abwehrseite immer wieder für Gefahr sorgte, wenn sich Eindhoven zu einem seiner pfeilschnell und flüssig vorgetragenen Konter aufschwang. Es sollte jedoch keiner dieser Konter, sondern ein ruhender Ball sein, der zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff für das zwischenzeitliche Hamburger Ausscheiden aus der diesjährigen Europa League sorgte. Erneut war es Dzsudzsak, der sich den Ball 25 Meter vor dem Gehäuse von Frank Rost zurechtlegte und das Leder kraftvoll in Richtung des HSV-Schlussmannes beförderte. Mladen Petric fälschte die Kugel in der Mauer stehend unglücklich ab – Frank Rost war chancenlos – das 2:0. Mit hängenden Köpfen ging es in die Kabine. 47 Sekunden für den Anschluss Nach wie vor aber war die Devise klar. Ein eigener Treffer würde genügen, um die Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale deutlich zu erhöhen. Bruno Labbadia reagierte, brachte zum Seitenwechsel Jonathan Pitroipa für Robert Tesche, der im rechten Mittelfeld Anteil an der bisherigen Galavorstellung Dzsudzsaks hatte. Wie schon in Durchgang eins war es für die 30.000 Zuschauer im Eindhovener Philips-Stadion auch in der zweiten Halbzeit ratsam, rechtzeitig wieder den eigenen Platz eingenommen zu haben. Anders aber als in der zweiten Minute waren es dieses Mal die Hamburger, die sich zu einer großen Jubeltraube zusammenfassten. 47 Sekunden nachdem Dean sein Arbeitsgerät erstmals wieder benutzt hatte, schickte Trochowski Mladen Petric mit einer Zuckerflanke. Der Kroate bekam vor dem herausstürzenden Isaksson den Fuß an das Spielgerät und spitzelte das Leder zum Anschlusstreffer ins Tor der Gastgeber. Plötzlich waren die Rothosen wieder obenauf. Und es schien, als drehe sich die Partie zu Gunsten der Labbadia-Elf. Denn als Dzsudzsak Schiedsrichter Dean leicht wegschubste, als dieser ihm die gelbe Karte zeigte, reagierte der Referee prompt und verwies den Flügelflitzer des Feldes. In Überzahl gelang es den Hamburgern in der Folge jedoch nicht, Ruhe in die Partie zu bringen. Stattdessen war es plötzlich, bedingt durch die hektische Anfangsphase der zweiten Hälfte, ein Kampfspiel, in dem der englische Schiedsrichter allerhand zu tun hatte und gleich mehrere Spieler verwarnen musste. Nach einer Stunde Spielzeit hatten die lautstarken 2000 mitgereisten Hamburger Anhänger zum zweiten Mal den Torschrei auf den Lippen, als Mladen Petric das Leder erneut über die Linie des PSV-Tores bugsierte. Doch Dean pfiff die Situation ab, da dem Treffer ein Foulspiel Jonathan Pitroipas vorangegangen war. Heiße Schlussphase Nun ging es hin und her, knifflige Situationen und Torchancen auf beiden Seiten im Minutentakt. Aufregung gab es erneut in der 73. Minute. Bereits verwarnt beging Guy Demel an der Strafraumkante ein erneutes Foulspiel, sah folgerichtig die zweite gelbe Karte und konnte sich die verbleibenden 17 Minuten zusammen mit Dzsudzsak vor dem Kabinenfernseher anschauen. Es herrschte also wieder Gleichheit in Sachen Personal, die Hamburger aber blieben moralisch oben auf, da sie ihr Auswärtstreffer eine Viertelstunde vor dem Ende der Partie in der nächsten Runde stehen ließ. Dementsprechend ließen sich die Rothosen auch von dem Platzverweis gegen Guy Demel nicht mehr schocken. In der 78. Minute dann die Entscheidung. Gerade eingewechselt drang Jerome Boateng in den Strafraum der Gäste ein, wurde von Salcido unfair gestoppt. Was folgte war der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Dean und die Chance, mit dem Ausgleich für die Vorentscheidung zu sorgen. Piotr Trochowski nahm sich den Ball und ließ sich die Möglichkeit nicht entgehen. Mit einem harten Schuss löste er endgültig das Achtelfinalticket und krönte seine starke Leistung und seine Vorlage zum Anschlusstreffer mit einem eigenen Torerfolg. Es wurde noch einmal spannend, als Koevermans in der letzten Spielminute einen Eckball per Kopf in den Hamburger Maschen versenkte. Auch die fünf Minuten Nachspielzeit konnte den Hamburger Triumph trotz Niederlage nicht mehr verhindern. So war es am Ende nicht nur der quirlige Mittelfeldmotor, der auf Hamburger Seite hervorstach, es war vielmehr die kämpferische Glanzleistung der ganzen Mannschaft, die Trainer Bruno Labbadia, die mitgereisten Anhänger und die Fans vor den TV-Bildschirmen gleichermaßen begeisterte. Was nach dem Schlusspfiff folgte, war grenzenloser Jubel in schwarz-weiß und blau und die Freude, dem Heimfinale am 12. Mai wieder einen Schritt näher gekommen zu sein. Das Spiel im Stenogramm: Hamburger SV: Rost - Demel, Rozehnal, Mathijsen, Aogo - Zé Roberto, Rincón - Tesche (46. Pitroipa), Elia, Trochowski (89. Berg) - Petric (77. Boateng) |
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||













































