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Saison Europa League 01.10.2009
Europa League: Verdienter 4:2-Erfolg gegen Tel Aviv

Der HSV gewann sein zweites Spiel der Europa League-Gruppenphase vor 29.976 Zuschauern in der HSH Nordbank Arena hochverdient mit 4:2 und hat nun wieder beste Aussichten auf das Erreichen der Zwischenrunde.

Hamburg - Der Hamburger SV hat im zweiten Spiel der Europa League-Gruppenphase einen verdienten Erfolg eingefahren. Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia siegte am Donnerstagabend (01.10.09) vor 29.967 Zuschauern in der HSH Nordbank Arena mit 4:2 (3:1) gegen Hapoel Tel Aviv. Marcus Berg hatte die Rothosen per Doppelschlag mit 2:0 in Führung gebracht (5./12.). Shechter erzielte in der 37. Minute den 2:1-Anschlusstreffer. Eljero Elia stellte in der 40. Minuten den 3:1-Halbzeitstand her. Nach dem Seitenwechsel brachte Yeboah die Gäste auf 2:3 heran (62.). Zé Roberto stellte in der 78. Minute den 4:2-Endstand her. Zuvor vergab der Brasilianer für die überlegen spielenden Rothosen noch einen Foulelfmeter.
 
Von Beginn an machten die Rothosen deutlich, wer Herr im Haus ist. Ganz anders als noch im ersten Gruppenspiel bei Rapid Wien ließen die Gastgeber keinen Zweifel am unbedingten Siegeswillen aufkommen. Gerade rollte der Ball, da wurden die Hamburger Frühstarter ihrem Ruf einmal mehr gerecht. Fünf Minuten dauerte es, bis Hapoel-Schlussmann Vincent Enyeama den Ball zum ersten Mal aus den eigenen Maschen holen musste. Youngster Tunay Torun, der im rechten Mittelfeld den mit Magenproblemen ausgefallenen Piotr Trochowski glänzend ersetzte, hatte Marcus Berg im Strafraum freigespielt - eine Chance, die sich der schwedische Neuzugang nicht entgehen ließ und per sehenswertem Schuss aus halbrechter Position erfolgreich abschloss. Nur eine Minute später hätte es bereits 2:0 für die Rothosen stehen müssen, doch Mladen Petric vergab fünf Meter vor dem Tor völlig frei nach schöner Flanke von Dennis Aogo die Riesenchance zum zweiten Treffer, in dem er seinen Kopfball links am Hapoel-Gehäuse vorbeisetzte.

Berg zum Zweiten
Freude beim Doppeltorschützen Marcus Berg.

Doch der HSV machte weiter Druck, suchte vorzeitig die komfartable Führung und wurde in der elften Minute für seine Anstrengungen erneut belohnt. Wieder Tunay Torun führte einen Freistoß im Mittelfeld schnell aus, schickte Dennis Aogo auf der linken Seite steil, dessen Flanke wieder Marcus Berg per Kopf in des Gegners Tor unterbrachte. Zwei Treffer des Schweden - die ihm angeheftete Torkrise legte der Neuzugang endgültig ad acta. Selbst das 2:0 schien den Rothosen noch nicht genug, der Ball wurde weiter munter in Richtung Hapoel-Keeper Enyeama getrieben. Rund eine Viertelstunde war gespielt, als Eljero Elia seinen großen Auftritt hatte.

An der Strafraumkante umkurvte der holländische Flügelflitzer zwei israelische Verteidiger wie Slalomstangen und schlenzte das Leder dann an den Querbalken. Nichts war es mit dem dritten Tor, stattdessen nahmen die Rothosen einen Gang raus und agierten in der Folge etwas abwartender, ohne in der Abwehr jedoch etwas anbrennen zu lassen. 36 Minuten waren gespielt, als das Tor von Frank Rost erstmals ernsthaft in Gefahr war - einen Freistoß der Israelis köpfte der gerade erst eingewechselte Etey Shechter am chancenlosen Hamburger Schlussmann vorbei ins Tor. Der Anschlusstreffer fiel wie aus heiterem Himmel, plötzlich war die Partie aber wieder spannend.

3:1 zur Pause

Die Labbadia-Elf ließ sich jedoch nicht schocken und hatte postwendend die richtige Antwort parat. Einen Einwurf von Guy Demel verlängerte Marcus Berg, Elia sagte in der Mitte Danke und stellte den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her. Nach einer guten ersten Halbzeit verabschiedeten die rund 30.000 Zuschauer in der HSH Nordbank ihr Team mit Applaus in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel ließen die Gastgeber jedoch jenen Elan vermissen, der in den ersten Minuten von Halbzeit eins noch Erfolg gebracht hatte. Stattdessen warteten die Rothosen ab, ließen den Gegner wieder kommen. Und Tel Aviv kam. Nachdem sich Guy Demel auf der rechten Abwehrseite hatte überlaufen lassen schob Hapoel-Angreifer Samuel Yeboah den Ball in der Mitte zum erneuten Anschlusstreffer ein.

Ausgerechnet Yeboah, der Neffe von Ex-HSV-Spieler Anthony Yeboah traf an alter Wirkungsstätte seines ghanaischen Verwandten. Wieder dauerte es nur einige Minuten, bis der HSV die Chance hatte, Ergebnis und Spiel wieder in rechte Bahnen zu lenken. Einen Einwurf, der für Torwart Enyeama gedacht war, erlief Torun, so dass sich Gäste-Kapitän Walid Badir genötigt sah, den HSV-Youngster im Strafraum zu Fall zu bringen. Schiedsrichter Istvan Vad hatte keine Wahl, schickte Badir mit der roten Karte vorzeitig zum Duschen und sprach den Rothosen den fälligen Elfmeter zu. Zé Roberto nahm sich die Kugel, scheiterte jedoch am israelischen Schlussmann.

Zé macht den Deckel drauf

So wurde die Partie noch einmal unnötig spannend, denn trotz numerischer Unterlegenheit hatten die Gäste aus Tel Aviv auf einmal Oberwasser. Im Angriff fehlte jedoch jegliche entscheidende Durchschlagskraft, vielmehr bewiesen die Spieler von Hapoel-Coach Eli Guttman, dass die beiden Treffer eher aus gut ausgespielten Einzelsituationen heraus entstanden waren. So waren es wieder die Hausherren, die den Ernst der Lage erkannt hatten und dem wohl entscheidenden vierten Tor näher waren als Tel Aviv dem Ausgleich.

Eine Viertelstunde vor Schluss hätte Berg freistehend vor Enyeama seinen Hattrick komplett machen müssen, schoss den herausstürzenden Keeper jedoch an, anstatt den Ball über eben jenen herüber zu lupfen. Nur drei Minuten später machte Zé Roberto es besser: Nach feinem Doppelpass mit Angreifer Mladen Petric schloss der trotz des verschossenen Strafstoßes wieder einmal überragende Brasilianer aus vollem Lauf ab und brachte die Kugel in den Maschen des Hapoel-Tores zum entscheidenden 4:2 unter. Die restlichen gut zehn Minunten spielten die Rothosen gekonnt die Zeit herunter, ließen den Gast aus Israel nicht mehr gefährlich vor Frank Rost auftauchen und freuten sich am Ende über einen ebenso hart erkämpften wie hochverdienten Heimerfolg, der die Labbadia-Elf auch in der Tabelle der Gruppe C verbesserte. Nach der Auftaktniederlage beim österreichischen Vertreter Rapid Wien verzeichnen die Rothosen nun drei Zähler auf der Haben-Seite und können im schweren Auswärtsspiel bei Celtic Glasgow schon einen großen Schritt in Richtung Zwischenrunde machen.

Das Spiel im Stenogramm:

Hamburger SV:
Rost - Demel, Mathijsen, Boateng, Aogo - Jarolim, Zé Roberto (83. Tesche) - Torun, Elia (46. Castelen) - Petric (83. Pitroipa), Berg

Hapoel Tel Aviv
: Enyeama - Bondarv (85. Zehavi), Badir, da Silva, Ben Dayan - Natcho, Menteshashvili (29. Shechter), Yadin, Vermouth - Vucicevic (68. Duani), Yeboah

Tore: 1:0 Berg (05.), 2:0 Berg (12.), 2:1 Shechter (37.), 3:1 Elia (40.), 3:2 Yeboah (62.), 4:2 Zé Roberto (78.)

Schiedsrichter: Istvan Vad (Ungarn)

Zuschauer:
29.976

Gelbe Karten:
- / Yeboah

Gelb-Rote Karten:
- / -

Rote Karten:
- / Badir (Notbremse 65.)

Besondere Vorkomnisse: Zé Roberto vergibt Foulelfmeter (65.)

Eine starke Mannschaft.

1/10


tabelle
Pl. Mannschaft Spiele +/- Pkt
1.  Dortmund 34 80: 25 81
2.  FC Bayern 34 77: 22 73
3.  Schalke 04 34 74: 44 64
4.  M'gladbach 34 49: 24 60
5.  Leverkusen 34 52: 44 54
6.  Stuttgart 34 63: 46 53
7.  Hannover 34 41: 45 48
8.  Wolfsburg 34 47: 60 44
9.  Bremen 34 49: 58 42
10.  Nürnberg 34 38: 49 42
11.  Hoffenheim 34 41: 47 41
12.  Freiburg 34 45: 61 40
13.  Mainz 34 47: 51 39
14.  Augsburg 34 36: 49 38
15.  Hamburg 34 35: 57 36
16.  Hertha BSC 34 38: 64 31
17.  Köln 34 39: 75 30
18.  K'lautern 34 24: 54 23
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