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"Wir sind stolz auf diese Saison!"
Die zweite Mannschaft des Hamburger SV befindet sich in der verdienten Sommerpause. Im Interview mit hsv.de zieht Trainer Rodolfo Cardoso eine Bilanz zur abgelaufenen Saison. ![]() Hamburg - Die Spielzeit 2009/10 der Regionalliga Nord ist passé. Als Tabellenfünfter beendeten die Rothosen die Saison so gut wie lange nicht. Hsv.de sprach nach dem Saisonfinale mit Trainer Rodolfo Cardoso über Höhen, Tiefen und hoffnungsvolle Talente.
hsv.de: Es war eine Saison mit Höhen und Tiefen. Einem schwierigen Saisonstart folgten ein zufriedenstellender Jahresausklang und eine weitestgehend starke Rückrunde mit zwischenzeitlich acht ungeschlagenen Spielen in Serie. Zuletzt schien etwas die Puste auszugehen, ehe im letzten Spiel Platz fünf gesichert werden konnte. Ist ein solcher Saisonverlauf für eine junge Mannschaft normal? Rodolfo Cardoso: Ich glaube schon. Normalerweise sind die Dinge so konzeptioniert, dass wir immer wieder Spieler aus der ersten Mannschaft dazu bekommen sollten. Auf Grund der engen Kadersituation in der Bundesligamannschaft war es in dieser Saison aber genau umgekehrt. Das ist für die jungen Spieler natürlich sehr gut, für uns als Mannschaft aber schwierig, da wir diese Ausfälle manchmal nur schwer kompensieren konnten. Gewisse Rückschläge sind im Verlauf einer Saison aber nichts Ungewöhnliches. Uns fehlt einfach die letzte Konstanz für ganz oben, nichtsdestotrotz sind wir stolz auf diese Saison. Du musstest die Mannschaft immer wieder umbauen, enorm junge Spieler wie Kristian Böhnlein bringen. Wie groß ist das Potenzial, das in der jetzigen A-Jugend steckt? Cardoso: Man sieht bei jedem Spieler unabhängig seines Alters, ob er Qualität hat oder eben nicht. Wir wollen die Spieler aus der A-Jugend an den Herrenbereich heranführen, sie körperlich auf die Härte der Regionalliga vorbereiten. Mit Sören Bertram hat sich der Aufsteiger der Saison schon längst bei euch fest gespielt, obwohl er auch noch in der A-Jugend auflaufen durfte. Das Abitur hat er beinahe hinter sich gebracht – wohin führt sein Weg kurzfristig? Cardoso: Sören ging in den letzten Wochen ein wenig auf dem Zahnfleisch. Mit Abitur, Nationalmannschaft und Einsätzen bei den Profis kam er kaum zur Ruhe. Solche Phasen muss er aber auch überstehen, wenn er den Sprung nach ganz oben schaffen will. Eine weitere Überraschung war der Koreaner Son Heung Min, der in den letzten Spielen durch sehr gute Leistungen bestach. Hat er auch Dich erstaunt? Cardoso: Wir wussten um seine Qualität, deshalb hat er mich nicht überrascht. Dass er in den ersten Spielen noch ein wenig schüchtern zu Werke ging, ist für einen Spieler des Jahrganges 1992 völlig normal. Auch er muss sich an den Herrenbereich gewöhnen, schließlich spielt er auf einmal nicht mehr gegen Jugendliche, sondern wie gegen Magdeburg oder Lübeck gegen gestandene Männer. Bewertet man das Jahr als Ganzes – wie würde dann ein Saisonfazit ausfallen? Cardoso: Ich habe immer betont, dass wir eines der jüngsten Teams der Liga stellen. Was diese jungen Spieler geleistet haben, davor muss man den Hut ziehen. Schaut man sich beispielsweise einen Spieler wie Henrik Dettmann an: Er hat den Sprung geschafft, ist bei uns Stammspieler und trainiert regelmäßig bei den Profis. Auch ein Maxi Beister oder ein Sören Bertram, den wir in der Hinrunde gegen St. Pauli einfach in die Startelf geworfen haben, entwickelten sich enorm weiter. Die Mannschaft beendete die Saison im oberen Tabellendrittel - nach der Last-Minute-Rettung in der Vorsaison sicher ein Erfolg. Wo kann man realistisch in der kommenden Spielzeit landen? Cardoso: Auch in der kommenden Saison wollen wir so schnell wie möglich Punkte sammeln, besser aus den Startlöchern kommen als in diesem Jahr und unsere Konstanz erhöhen. Es wird auch wieder gelten, neue Spieler zu integrieren. Drei bis vier A-Jugendliche stehen bereits in der Warteschleife. Mir ist da aber keinesfalls angst und bange – schließlich haben wir es in dieser Saison auch ganz gut hinbekommen! Nun geht es erstmal in den Urlaub. Wann geht es wieder los? Cardoso: Wir fangen am 5. Juli wieder an zu trainieren, haben also nach knapp einen Monat, in dem die Jungs nach der langen Saison einfach regenerieren können. Sie haben sich die Pause redlich verdient. Ist man nach einer so langen Saison froh, dass nun Pause ist? Cardoso: Wenn man eine gute Serie gespielt hat, möchte man von seinem Grundgefühl her immer weitermachen. Allerdings war die Belastung in der Rückrunde durch die stetigen englischen Wochen unangenehm hoch. Auch wenn es nun in den Urlaub geht: Ich bin mir sicher, jeder freut sich auf die neue Saison. |
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