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Saison 16.10.2010
HSV II: Tolle Moral und spätes Glück

Die Amateure des Hamburger SV haben in der Regionalliga Nord den dritten Sieg in Folge gefeiert. Beim 3:2 gegen Energie Cottbus drehte die Cardoso-Elf einen 0:2-Rückstand. In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse.

Norderstedt - "Unglaublich, solche Siege machen am meisten Spaß", sagte HSV II-Trainer Rodolfo Cardoso und war Minuten nach Spielende immer noch völlig euphorisch. Kein Wunder, hatten seine Schützlinge soeben aus einem 0:2-Rückstand einen 3:2-Sieg gegen den FC Energie Cottbus II gemacht und dabei die gesamte Bandbreite an emotionalen Erlebnissen im Fußball abgedeckt.
 
Vor 190 Zuschauern im Edmund-Plambeck-Stadion war da zunächst der denkbar ungünstige Start des 10. Saisonspiels. Ohne Muhamed Besic und Änis Ben-Hatira, die beide im Kader der Profi-Mannschaft standen, geriet der HSV nach nur drei Minuten in Rückstand. Heiko Schwarz schlenzte einen Freistoß aus halblinker Position - rund 25 Meter Torentfernung - ins rechte obere Eck. "Den muss ich halten", merkte HSV-Keeper Tom Mickel kurz nach Spielende selbstkritisch an. Da hatte er als Elfmeterheld schon wieder gut lachen, doch dazu später mehr. Zunächst ging es mit optischer Überlegenheit der Gastgeber und konterstarken Lausitzern weiter. Vor allem das Offensiv-Trio des FC, Velimir Jovanovic, Dawid Krieger und Schwarz sorgte immer wieder für Unruhe. In der 22. Spielminute traf Cottbus lediglich die Querlatte und in der 34. Minute hätte Jovanovic das 2:0 machen können. Am zweiten Pfosten stand der Energie-Stürmer völlig frei und brachte das Kunststück fertig, eine flache Hereingabe von der linken Seite am Tor vorbeizuschießen.
 
Bessere Möglichkeiten für Cottbus
 
Während Cottbus die besseren Tormöglichkeiten hatte, verzeichnete der Hamburger SV lediglich einen Fernschuss und einen Kopfball von Spielführer Rafel Kazior sowie einen Zufalls-Pfostentreffer von Robert Labus. Kurz vor der Pause fiel zu allem Unglück das 0:2. Die Hausherren agierten zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl. Gerrit Pressel wurde außerhalb des Spielfeldes am Kopf behandelt. Erneut kam Cottbus über links und in der Mitte vollstreckte Krieger.

"In der ersten Hälfte waren wir etwas nervös und haben im Spielaufbau zu viele Fehler gemacht", sagte Cardoso. "Nach dem Seitenwechsel hatten wir mehr Sicherheit in unseren Aktionen und die Jungs haben eine tolle Moral bewiesen". In der Tat. Trotz 0:2-Rückstand ließ sich die Junge HSV-Elf nicht beirren und spielte ihr Spiel weiter. Dies bestand immer wieder aus Kurzpässen und Angriffen über die Flügel. Am Ende wurden sie für ihren unermüdlichen Einsatz belohnt. Zunächst traf Kazior zum 1:2-Anschluss. Hamburg blieb tonangebend und die Gefahr der Cottbuser Konter ließ mehr und mehr nach. Bis zur 84. Minute. Nach einem Pressel-Freistoß, den Gäste-Keeper Julien Latendresse-Levesqu stark parierte, ging Jovanovic auf die Reise und holte einen Elfmeter raus. Der gefoulte trat selber an und scheiterte an Elfmeter-Töter Mickel. Der HSV-Torwart hielt bereits seinen dritten Strafstoß in dieser Saison. Im Gegenzug segelte ein langer Ball in den Energie-Strafraum und Leonard Tseke unterlief ein vollgenschwerer Fehler. Offenbar hatte er seinen heraneilenden Keeper nicht gehört, jedenfalls beförderte er den Ball ins eigene Tor. Hamburg wollte mehr und bekam mehr. 120 Sekunden vor Spielende hämmerte der eingewechselte Dennis Duve das Spielgerät an die Latte und den Abpraller verwandelte Kazior - der Rest war grenzenloser HSV-Jubel.
"Diesen Sieg haben sich die Jungs wirklich verdient und er gibt uns viel Selbstvertrauen, immerhin sind wir nach einem 0:2 zurückgekommen", so ein sichtlich erfreuter Cardoso.

Das Spiel im Stenogramm:

Hamburger SV II:
Mickel - Maier, Brügmann (75. Graudenz), Labus, Leschinski - Groß, Nagy (46. Duve), Lam, Pressel, Kazior - Winkel (63. Kelbel)

FC Energie Cottbus II:
Latendresse-Levesqu - Mihm, Tseke, Hempel, Zickert - Lenk, Zimmermann, Lemke, Schwarz (74. Rudnik) - Jovanovic (87. Reuer), Krieger

Tore:
0:1 Schwarz (3.), 0:2 Krieger (44.), 1:2 Kazior (58.), 2:2 Tseke (ET/86.), 3:2 Kazior (88.)

Zuschauer: 190

Schiedsrichter:
Robert Schröder (Hannover)

Gelbe Karten
: Labus, Nagy / Hempel, Lenk

Gelb-Rote Karten:
-

Rote Karten: -

Besondere Vorkomnisse:
Mickel hält Foulelmeter gegen Jovanovic (85.)

 

1/12


tabelle
Pl. Mannschaft Spiele +/- Pkt
1.  Dortmund 34 80: 25 81
2.  FC Bayern 34 77: 22 73
3.  Schalke 04 34 74: 44 64
4.  M'gladbach 34 49: 24 60
5.  Leverkusen 34 52: 44 54
6.  Stuttgart 34 63: 46 53
7.  Hannover 34 41: 45 48
8.  Wolfsburg 34 47: 60 44
9.  Bremen 34 49: 58 42
10.  Nürnberg 34 38: 49 42
11.  Hoffenheim 34 41: 47 41
12.  Freiburg 34 45: 61 40
13.  Mainz 34 47: 51 39
14.  Augsburg 34 36: 49 38
15.  Hamburg 34 35: 57 36
16.  Hertha BSC 34 38: 64 31
17.  Köln 34 39: 75 30
18.  K'lautern 34 24: 54 23
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