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Teams 11.01.2012
"Euphorie können wir nur über harte Arbeit entfachen"

Im exklusiven Interview mit HSV.de erklärt Heiko Westermann, wo er den Schlüssel zum Erfolg sieht und wie in Hamburg in der Rückrunde eine Euphorie entstehen kann. 

Banus - Heiko Westermann präsentiert sich im Trainingslager in Marbella so stark wie selten zuvor. Der Kapitän ist Vorbild, Sprachrohr und Ansprechpartner. Er geht auf und neben dem Platz voran. Wie der 28-Jährige diese Rolle annimmt, wo er den Schlüssel zum Erfolg sieht und welche Bedeutung er dem Heimspiel gegen Dortmund beimisst, erklärt Westermann im exklusiven Interview mit HSV.de.
 
 
Sieben Tage Trainingslager liegen hinter dir. Freust du dich schon wieder auf das Hamburger Schmuddelwetter?
 
Westermann (lacht): Nein, das nun wirklich nicht. Hier lässt es sich doch ganz gut aushalten. Ich hatte im Weihnachtsurlaub in den Bergen nicht so viel Glück mit dem Wetter. Da nimmt man das hier natürlich gerne mit. Die Bedingungen sind top, die Plätze sind klasse. Neben der harten Arbeit auf dem Platz kann man sich hier auch mit Sonne auftanken. Ich schwitze lieber ein bisschen, als bei drei Grad und Regen zu trainieren.
 
Klingt fast wie Urlaub.
 
Westermann: Willst du bei einer Einheit mal dabei sein? Wir machen zwar weniger konditionelle Arbeit im herkömmlichen Sinne, mit Diagonalläufen oder Medizinbällen, aber die Arbeit mit dem Ball ist genauso anstrengend und genau das, was wir brauchen.
 
Wie meinst du das?
 
Westermann: Wir sind mit der Mannschaft auf einem guten Weg. Die neun Spiele, die wir in der Bundesliga ungeschlagen sind, kamen ja nicht durch Glück zustande. Was im letzten Drittel der Vorrunde aber noch gefehlt hat, war das letzte Quäntchen Feinabstimmung. Das versuchen wir uns nun zur erarbeiten und spielerisch noch einen Schritt nach vorne zu kommen.
Kommunikation ist das A und O: Westermann lebt es auf dem Platz vor.

Würdest du sagen, dass ein guter Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft dafür die Basis ist. Ihr wirkt sehr homogen und die Stimmung hier in Marbella ist sehr gut.

Westermann: Das ist richtig. Wir sind in der Vorrunde richtig nah zusammengewachsen. Vor der Hinrunde haben wir einen riesen Austausch gehabt. Es ist klar, dass man immer seine Zeit braucht, um sich auf und auch neben dem Platz zu finden. Das wird immer besser. Wir freuen uns auf die Zukunft.

In den Testspielen hat das schon gut geklappt.

Westermann: In den Testspielen hat man gesehen, dass wir das umsetzen, was der Trainer sehen will. Wir sind auf einem guten Weg. Dies kann aber nur der erste Schritt sein. Fußball ist immer erfolgsabhängig. Das in der Vorbereitung gezeigte, müssen wir in der Bundesliga bestätigen. Wir wollen natürlich den ersten Sieg gleich gegen Dortmund einfahren und dann durchstarten.

Im Sommer sah es ähnlich aus. Der guten Vorbereitung folgte dann aber ein schlechter Start. Was macht euch jetzt stärker?


Westermann: Wenn man die letzten acht, neun Spiele in der Bundesliga sieht, waren wir immer die bessere, aktivere Mannschaft. Wir reagieren nicht mehr auf die anderen, sondern die anderen reagieren auf uns. Das macht es aus. Es macht im Moment enorm viel Spaß in Hamburg Fußball zu spielen.

Was ist in der Saison noch möglich?

Westermann: Das wichtigste Spiel kommt jetzt gegen Dortmund. Wenn wir das zuhause, mit unseren eigenen Fans im Rücken, gewinnen und drei Punkte holen, kann sich eine riesen Euphorie entwickeln. Eines muss aber jedem klar sein: Das geht nur über harte Arbeit. Wir haben zwar Fortschritte gemacht, aber jetzt darf keiner locker lassen. Nur dann werden wir unseren Weg gehen. Der Verein hat ein riesen Potenzial. Wir haben jetzt die nötige Struktur, den richtigen Trainer und die nötige Ruhe etwas aufzubauen. Jetzt liegt es an uns, das umzusetzen.

Hilfe für die jungen Spieler ist für Westermann eine Selbstverständlichkeit.

Ist der Sprung zu den Europapokalplätzen noch realistisch?

Westermann: Dafür müssen eine Menge Faktoren passen. Wir haben das Potenzial in der Mannschaft. Ich bin überzeugt davon, dass wir uns im oberen Mittelfeld festsetzen.

Auch deine eigenen Leistungen haben sich stabilisiert. Bist du in der Form deines Lebens?

Westermann: Es ist sehr schwierig, sich selber zu beurteilen. Es macht mir im Moment einfach sehr viel Spaß in dieser Mannschaft zu spielen. Ich selber nehme mich dabei nicht so wichtig. Ich würde nie sagen, ohne mich läuft es nicht. Ich hoffe, dass ich meinen Teil dazu beitragen kann, dass der HSV in den nächsten Jahren wieder nach oben kommt und wir in Europa eine Rolle spielen. 

Seit du beim HSV bist, hast du keine Minute verpasst. Verrätst du uns dein Geheimrezept? 

Westermann (lacht): Ich glaube, ich bin einfach nicht verletzungsanfällig. Das war bei all meinen Stationen bisher der Fall. Ich nehme mir einfach viel Zeit für Pflege und Ruhe außerhalb vom Fußball. Dazu kommt eine Menge Erfahrung. Ich bin ja nun auch schon zehn Jahre im Profifußball dabei. Ich denke, ich weiß ganz gut, was mein Körper braucht. 

Wie gibt’s du diese Erfahrung als Kapitän an die jungen Spieler weiter?

Westermann: Ich versuche mit ihnen zu reden, Dinge zu erklären oder zu erläutern, wie ich das mache. Das ist ganz natürlich in einer jungen Mannschaft. Als älterer Spieler übernimmst du automatisch Verantwortung, egal ob du die Binde hast oder nicht. 

Welche Bedeutung hat diese Kommunikation – gerade mit den jungen Spielern?

Westermann: Es ist das A und O. Jedem muss klar sein: Alleine wird es niemand schaffen. Das war schon immer so. Wenn wir als Mannschaft gut spielen, wird jeder mehr und mehr im Rampenlicht stehen. 



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tabelle
Pl. Mannschaft Spiele +/- Pkt
1.  Dortmund 34 80: 25 81
2.  FC Bayern 34 77: 22 73
3.  Schalke 04 34 74: 44 64
4.  M'gladbach 34 49: 24 60
5.  Leverkusen 34 52: 44 54
6.  Stuttgart 34 63: 46 53
7.  Hannover 34 41: 45 48
8.  Wolfsburg 34 47: 60 44
9.  Bremen 34 49: 58 42
10.  Nürnberg 34 38: 49 42
11.  Hoffenheim 34 41: 47 41
12.  Freiburg 34 45: 61 40
13.  Mainz 34 47: 51 39
14.  Augsburg 34 36: 49 38
15.  Hamburg 34 35: 57 36
16.  Hertha BSC 34 38: 64 31
17.  Köln 34 39: 75 30
18.  K'lautern 34 24: 54 23
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