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Teams 30.10.2012
Adler freut sich auf Neuer und den FCB

Der HSV-Schlussmann war in den letzten Wochen maßgeblich am Aufschwung der Rothosen beteiligt und liegt in der Torhüter-Statistik weit vorn. Auch gegen den Rekordmeister hat er Zählbares im Visier und freut sich auf das Treffen mit Manuel Neuer.

Hamburg - Zur Presserunde in der BoConcept-Lounge kam René Adler mit seiner gewohnt guten Laune - wozu er momentan auch allen Grund hat: Der Keeper der Rothosen bewies seit Saisonbeginn seine außergewöhnliche Klasse und avancierte zum Leistungsträger seiner Mannschaft. "Er hat sich seit Anfang der Saison sogar noch etwas gesteigert, ist von hinten lauter geworden und hat bei Flanken noch mehr Selbstbewusstsein", attestiert ihm Trainer Fink herausragende Leistungen. "Er ist so gut. Eigentlich kann ich von ihm gar nicht mehr erwarten."

Mit zehn vereitelten Großchancen (47,62 Prozent) liegt er im Vergleich aller Bundesliga-Keeper an der Spitze und mit 78,85 Prozent der gehaltener Torschüsse nur knapp hinter Bayern-Schlussmann Manuel Neuer (82,61 Prozent). "Das bedeutet, dass wir zu viel zulassen. Daran müssen wir weiter arbeiten", analysierte Adler umgehend aus der ihm vorgetragenen Statistik, anstatt sich mit seiner Bilanz zu rühmen.
Schuftet unter der Woche im Training für die Spiele am Wochenende: HSV-Torwart und -Erfolgsgarant René Adler.

"Bin heiß auf das Bayern-Spiel"

Am kommenden 10. Spieltag steht das Nord-Süd-Duell der Teams der beiden Top-Torhüter und ehemaligen Nationalmannschaftsmitstreiter auf dem Spielplan. Als ein kollegiales Verhältnis bezeichnete Adler die Beziehung zu Neuer, der ihn nach einem Rippenbruch bei der WM 2010 in Südafrika vertrat und seit dem die unangefochtene Nummer eins in der DFB-Elf ist. "Das Thema Nationalmannschaft", betont der HSV-Keeper, "ist für mich im Moment kein Thema. Ich weiß, dass das deutsche Trainerteam kompetent ist und immer die besten Spieler nominiert. Wenn ich einen Anruf bekommen würde, würde ich mich natürlich riesig freuen, aber wenn nicht, dann wird für mich keine Welt untergehen."

Während Neuer mit Rekordmeister München seit dem ersten Spieltag an der Tabellenspitze steht, kämpften sich Adler und der HSV nach drei sieglosen Spielen zu Saisonbeginn bis auf den siebten Tabellenplatz vor. Die Vorzeichen sind demententsprechend klar, doch der Schlussmann der Rothosen will gegen den Favoriten nicht als Sparringspartner dienen. "Ich bin heiß auf das Spiel. Wir haben drei Punkte zu verlieren und wollen gewinnen", verdeutlichte Adler und erinnert an das jüngste Ergebnis seiner Ex-Kollegen aus Leverkusen, die die Bayern in der Allianz Arena mit 2:1 besiegten: "Das Spiel hat gezeigt, dass man es dem Gegner mit einer kompakten Mannschaftsleistung schwer machen kann. Keine Mannschaft ist unschlagbar."

"Versuchen, Fehler zu erzwingen"

In der Bundesliga traf Adler mit seinem vorherigen Klub aus Leverkusen insgesamt neun Mal auf den FCB und konnte dabei lediglich drei 1:1-Remis ergattern, ging in den anderen sechs Partien leer aus. Einzig im DFB-Pokal 2008/09 feierte der 27-Jährige einen Viertelfinal-Sieg gegen die Isarstädter. Dementsprechend will er seine Bilanz in der Meisterschaft aufbessern und das zehnte Bundesliga-Aufeinandertreffen mit dem Rekordmeister positiv gestalten. Einen Plan hat er dafür auch schon ausgeschmiedet: "Im Sport spielen Menschen. Und Menschen machen Fehler. Wir müssen versuchen die Fehler auf der Gegenseite zu erzwingen. Die Basis ist, dass wir hinten kompakt stehen und wenig Chancen zulassen. Vorne haben wir genug individuelle Klasse, um ein Tor zu erzielen. Es wird aber nur eine Topleistung ausreichen."

Wichtige Achse der Rothosen: Innenverteidiger Heiko Westermann, Torwart René Adler und Spielmacher Rafael van der Vaart.

Zusätzliche Athletik-Übungen im UKE

Diese Klasse hat die Rautenträger zu erfolgreichen letzten Wochen verholfen. Aus sechs Spielen wurden 13 Punkte eingefahren, lediglich eine Partie ging dabei verloren. Deshalb unterstreicht der Schlussmann, dass die Elf aus der Imtech Arena auf einem guten Weg sei, merkt mit einem hebenden Finger aber auch an: "Wir können es besser, es ist Luft nach oben."

Er persönlich befindet sich auf einem hohen Level, wie er selber fühlt. "Ich habe einen Fitnesszustand erreicht, den ich noch nie hatte. Die Kunst ist es jetzt, die Routine zu haben, aber nicht zur Routine werden zu lassen. Es muss immer noch etwas Besonderes sein, wenn wir Woche für Woche unsere Aufgaben erfüllen müssen." Mit Übungen im UKE betreibt der gebürtige Leipziger mit seinen Torwartkollegen ein alternatives Trainingsprogramm. Neben Athletik-, stehen dort auch Sprungkraftübungen auf dem Programm. "Das ist wichtig, weil ich die Bewegungsabläufe festigen muss und die letzten Prozente herausholen will." 

Auch sein Wohlbefinden ist zufriedenstellend. "Ich bin froh, dass ich hier spielen darf. Das ist ein traditionsreicher Verein und ich habe brutal viel Spaß dabei, hier zu trainieren. Vor allem ist der Verein in der Stadt omnipresent. Die Stadt ist besser drauf, wenn wir gewinnen und es macht Spaß, dazu beizutragen, dass die Leute eine gute Stimmung haben." Eine gute Stimmung, wie Adler sie selbst in den letzten Wochen verbreitet und hoffentlich nach der anstehenden Bundesliga-Partie auch beibehält.



tabelle
Pl. Mannschaft Spiele +/- Pkt
1.  FC Bayern München 34 98: 18 91
2.  Borussia Dortmund 34 81: 42 66
3.  Bayer 04 Leverkusen 34 65: 39 65
4.  FC Schalke 04 34 58: 50 55
5.  SC Freiburg 34 45: 40 51
6.  Eintracht Frankfurt 34 49: 46 51
7.  Hamburger SV 34 42: 53 48
8.  Borussia M'gladbach 34 45: 49 47
9.  Hannover 96 34 60: 62 45
10.  1.FC Nürnberg 34 39: 47 44
11.  VfL Wolfsburg 34 47: 52 43
12.  VfB Stuttgart 34 37: 55 43
13.  1.FSV Mainz 05 34 42: 44 42
14.  SV Werder Bremen 34 50: 66 34
15.  FC Augsburg 34 33: 51 33
16.  1899 Hoffenheim 34 42: 67 31
17.  Fortuna Düsseldorf 34 39: 57 30
18.  SpVgg Greuther Fürth 34 26: 60 21
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