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Teams Bundesliga 01.07.2010
"Herr Kühne ist der perfekte Partner für den HSV"
Hamburg - In der vergangenen Woche wurde dem Aufsichtsrat das Konzept Anstoß³ vorgestellt. Hierbei stellt Klaus-Michael Kühne Geld für neue Stars zur Verfügung und erhält dafür im Gegenzug Beteiligungen an HSV-Spielern. Mit dem Unternehmer Kühne, der Mehrheitseigner der internationalen Spedition Kühne & Nagel ist, wurde nun der erste Vertrag geschlossen. hsv.de sprach mit dem Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann über das Geschäftsmodell, das er der Mitgliedschaft am 13. Juli auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung ausführlich vorstellen wird.


 
Herr Hoffmann, Klaus-Michael Kühne wird der erste externe Investor sein, der dem HSV nach dem Modell Anstoß³ Geld zur Verfügung stellen wird. Beginnt nun eine neue Zeitrechnung beim HSV?

Hoffmann: Zunächst einmal sind wir sehr froh, die Gespräche und Verhandlungen, die insgesamt zwei Jahre angedauert haben, zu einem für beide Seiten guten Abschluss gebracht zu haben. Man kann sicher von einem Meilenstein für die Entwicklung des HSV sprechen.

Sie haben betont, dass dieser Weg für den Verein alternativlos ist. Können Sie uns das erklären?

Hoffmann: Ich möchte auch noch einmal betonen, dass es keine finanzielle Notwendigkeit gibt, dieses Konzept in die Tat umzusetzen. Wir befinden uns aber im ständigen Wettbewerb mit anderen Vereinen, die Großkonzerne hinter sich haben, oder zum Teil Kredite aufnehmen und sich zukünftige Werbeeinnahmen auszahlen lassen, um Transfers zu realisieren. Beides lehnen wir ab. Michael Ballack zahlt uns kein Konzern mal eben außerhalb unseres Etats. Trotzdem wollen wir unsere sportlichen Ziele verwirklichen. Daher müssen wir kreative Ideen für die Finanzierung von Spielern entwickeln und gleichzeitig größtmögliche Unabhängigkeit wahren. Wir müssen uns heute der Konkurrenz stellen und brauchen dafür die nötige Handlungsfähigkeit, ohne unsere künftige einzuschränken - etwa durch Vertragsverlängerungen, die uns für die Zukunft belasten.

Wie ist dies mit dem Modell zu gewährleisten?

Hoffmann: Der Vertrag basiert auf einem Zwei-Säulen-Modell: Die erste Säule sieht vor, dass Herr Kühne eine prozentuale Beteiligung an möglichen Transfererlösen von Spielern erhält, die bereits beim HSV unter Vertrag stehen. Dabei bleibt die  Entscheidungsgewalt zu 100 Prozent allein beim HSV. Und zwar jederzeit. Wir entscheiden, wann und zu welchen Konditionen ein Spieler den Verein verlässt. Die zweite Säule betrifft Neuverpflichtungen. Hierbei beteiligt sich Herr Kühne zunächst an der Ablösesumme, allerdings immer deutlich unter 50 Prozent, und erhält im Gegenzug ein Anrecht auf mögliche Transfererlöse in der Zukunft.

Könnte dabei die Gefahr entstehen, Spieler verkaufen zu müssen, damit der Investor von den Transfererlösen partizipiert?

Hoffmann: Wir sind nie gezwungen einen Spieler zu verkaufen. Wir bleiben immer Herr im eigenen Haus. Herr Kühne hat keinen garantierten Anspruch auf eine Rückzahlung. Das unterscheidet das Modell auch von einem Kredit. Das Schöne ist, dass dies für Herrn Kühne keine entscheidende Rolle spielt, denn er ist zwar ein erfolgreicher Unternehmer, hat aber auch ein großes HSV-Herz.

Am 13. Juli müssen Sie davon auch die Kritiker auf der Mitgliederversammlung überzeugen.

Hoffmann: Ich habe von so vielen Mitgliedern, Fans und Vereinsgremien fast ausnahmslos positive Signale erhalten. Auf der Versammlung am 13. Juli werden wir der Mitgliedschaft die Details vorstellen. Ich bin davon überzeugt, dass wir auch die letzten Kritiker überzeugen können.

Können Sie uns zum Abschluss verraten, wann der erste Transfer realisiert wird?

Hoffmann: Die neue Spielzeit beginnt Mitte August. Es gibt daher keinen Grund, in Hektik zu verfallen. Aber natürlich arbeiten wir im Hintergrund an den richtigen Lösungen.



 

 

 

 

Kurz-Vita Klaus-Michael Kühne

Klaus-Michael Kühne, geboren am 2. Juni 1937 in Hamburg, ist Verwaltungsratspräsident und Mehrheitseigner der Kühne + Nagel International AG.

Der Enkel des Unternehmensgründers August Kühne und Sohn des Speditionskaufmanns Alfred Kühne absolvierte nach dem Abitur zunächst zwei Jahre bei einer Bank eine Ausbildung zum Bank- und Außenhandelskaufmann, anschließend war er bei befreundeten Speditionen, Reedereien und Schiffsmaklern tätig. 1958 trat er in das Familienunternehmen ein, 1963 wurde er persönlich haftender Gesellschafter und Teilhaber. Im Zuge der Umwandlung von Kühne + Nagel in eine Aktiengesellschaft wurde er 1966 deren Vorstandsvorsitzender. Nach Gründung der Dachgesellschaft Kühne + Nagel International AG im Jahr 1975 war er Delegierter des Verwaltungsrats (bis 2008) und ist seit 1992 deren Präsident. Mit seiner gemeinnützigen Kühne-Stiftung unterstützt er vorrangig die Aus- und Weiterbildung sowie Forschung und Wissenschaft auf den Gebieten der Verkehrswirtschaft und Logistik, aber auch humanitäre, medizinische und kulturelle Vorhaben.



tabelle
Pl. Mannschaft Spiele +/- Pkt
1.  1899 Hoffenheim 2 5: 1 6
1.  1.FC Kaiserslautern 2 5: 1 6
3.  1.FSV Mainz 05 2 6: 3 6
4.  Hamburger SV 2 5: 2 6
5.  Hannover 96 2 4: 2 6
6.  M'gladbach 2 7: 4 4
7.  FC St. Pauli 2 3: 2 3
8.  Bor. Dortmund 2 3: 3 3
9.  Werder Bremen 2 5: 6 3
9.  Bayer Leverkusen 2 5: 6 3
11.  SC Freiburg 2 3: 4 3
12.  Bayern München 2 2: 3 3
13.  1.FC Nürnberg 2 2: 3 1
14.  VfL Wolfsburg 2 4: 6 0
15.  FC Schalke 04 2 2: 4 0
16.  Eintracht Frankfurt 2 2: 5 0
17.  1.FC Köln 2 3: 7 0
18.  VfB Stuttgart 2 1: 5 0
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