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Verein 15.08.2011
Dr. Werner Siekmann zu Gast beim Montagstreff

„Was macht eigentlich so ein Mannschaftsarzt?“ Mit dieser etwas flapsig provozierenden Frage hatte ich Dr. Siekmann konfrontiert. Gern kam unser 1. Mannschaftsarzt auch der anschließenden Bitte nach, am 2. Mai 2011 vor der Gemeinschaft der Senioren im HSV über seine Arbeit zu informieren und sich den Fragen zu stellen. Sehr sympathisch, freundlich und gut vorbereitet, stellte er in einer Powerpoint Präsentation dar, wie das Medical Team in das Gesamtkonzept des Bundesliga Teams eingebunden ist und was im Einzelnen dessen Aufgabe sei.

Zunächst zu seiner Person. Er lebe seit Oktober 1991 in Hamburg und habe zunächst eine orthopädische Praxis in Winterhude neugegründet und aufgebaut mit operativer Schwerpunktbildung. Seit dem 01.10.2005 sei er Leitender Arzt der Abteilung für Orthopädie –Sportmedizin, in der Klinik Fleetinsel Hamburg. Schwerpunkte seiner Tätigkeit seien die rekonstruktive Kniechirurgie, Fußchirurgie und Orthobiologie. Er sei Facharzt für
  • Unfallchirurgie
  • Orthopädie und Rheumatologie,
  • Sportmedizin,
  • spezielle orthopädische Chirurgie,
  • physikalische Therapie,
  • Chirotherapie,
Ergänzend sei er nun seit dem 01.09.2010 1.Mannschaftsarzt/ Leiter Medical Team beim HSV –Fußball.
Die Schwerpunkte seiner Arbeit seien seitdem:
  • Praxis/Klinik und Arena
  • Permanente Erreichbarkeit für Spieler der 1. FBL und des Medical Teams
   Lokale Vernetzung mit anderen Fachrichtungen
   sowie weiterhin:
  • Nationale und internationale Vernetzungen für orthopädische Fragestellungen
  • Nationale und internationale Vorträge u.a. über:
  • Kreuzbandverankerungstechniken,
  • Achsenkorrekturen des Beines
  • Kniescheibenistabilitäten,
  • Knorpeltransplantationstechniken,
  • Anwendung von PRP bei Verletzungen und Gelenkverschleiß
  • Vorfußkorrekturen
  • selbstentwickeltes Implantat zur Korrektur der Ballendeformitäten am Fuß
darüber hinaus sei er tätig als:
  • Instructor der Arbeitsgemeinschaft für Arthroskopie (AGA)
  • Instructor Lab Courses in Kooperation mit Med-Technik
Als 1. Mannschaftsarzt sei er Leiter des Medical Teams mit
   einem weiteren 2. Mannschaftsarzt
  • 2 Physiotherapeuten für die 1. BL (Festanstellung)
  • 2 medizinischen Masseuren mit Zusatzausbildungen (Festanstellung)
  • 1 Osteopath (freier Mitarbeiter)
  • 2 Physiotherapeuten (Nachwuchsleistungszentrum, freie Mitarbeiter)
Und dieses Medical Team sei wiederum Teil eines größeren Teams für die Betreuung der Spieler bestehend aus
   Medical Team
   Konditionstrainer
   Leistungsdiagnostiker (darüber hatte Manfred Düring am 12.April 2010 sehr profund
   berichtet)
   Rehabilitationstrainer
Und dann das ganz große Team unter Einschluss des Trainerstabes, der die so vorbereiteten Spieler zu einem erfolgreichen Bundesligateam formen soll.
Dr. Werner Siekmann erläuterte die Arbeit des Medical Teams
in der täglichen Routine der 1. FBL
  • Arbeitsbeginn 90 min vor Trainingsbeginn
  • Sichtung/lokale Diagnostik der verletzten Spieler
  • Verletzte/erkrankte Spieler sollen 90 min vor Training eintreffen
  • Gemeinsames Protokoll für den Trainerstab 60 min vor Trainingsbeginn
  • Arzt
  • Physiotherapeut
  • Rehabilitationstrainer
  • Leistungsdiagnostiker
  • Während des Trainings
  • 1 Arzt anwesend in der Arena/auf dem Trainingsplatz
  • Protokoll nach dem Training und Spiel

Er erläuterte die fachliche Betreuung in medizinischer Hinsicht
  • Diagnostik
  • Untersuchung Arena/Klinik
  • Ultraschall
  • Röntgen
  • Veranlassung NMR, CT etc.
  • Therapie konservativ, fakultativ operativ
  • Regelmäßige Labor-Kontrollen
  • Med. Dokumentation

Er erläuterte die fachliche Betreuung rund um die Uhr
  • Training
  • Spielbegleitung Arena
  • Auswärtsspiele incl. Reise und Hotel
  • Trainingslager
  • Ständige telef. Erreichbarkeit
  • Tägliche Konsultation Klinik bei Bedarf
  • Ggfs. Begleitung zu ortsfremden Konsultationen/Operationen
Dr. Werner Siekmann, berichtete auch von der geplanten stärkeren Einbindung der Nachwuchsmannschaften und von weiteren aus seiner Sicht notwendigen strukturellen Verbesserungen seines Bereichs, um den so wertvollen Kader mit einem Jahresetat von reduziert ca. 37 MIO. EURO stets fit und einsatzfähig zu halten.

Als Fazit nahmen die Senioren den Eindruck mit, dass der HSV einen sehr klugen und engagierten 1. Mannschaftsarzt hat. Die Frage, „was macht eigentlich so ein Mannschaftsarzt?“ werden diejenigen, die am 2.Mai 2011 dabei gewesen waren, wohl nicht mehr stellen müssen.

Dieter Horchler

 
Die European Club Association (ECA) ist die Interessenvertretung der europäischen Fußballvereine, der insgesamt 201 Vereine aus 53 UEFA-Mitgliedsländern angehören. Der Verband löste die Interessenvertretung G-14 ab. Der HSV ist einer von nur vier Bundesligavereinen mit einer Vollmitgliedschaft. Mehr darüber gibt es auf der Homepage der ECA.
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