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Ein Wechselbad der Gefühle
Dieter Horchler, Vorsitzender des HSV-Seniorenrates, blickt auf die vergangenen Derby-Wochen zurück. Hamburg - Nach der unerwarteten durch Regenmassen bedingten Absage des Heimspiels gegen St. Pauli am 6. Februar, kam es zu drei Nordderbys in sieben Tagen: VfL. Wolfsburg (12.2.), St. Pauli (16.2.) und Werder Bremen (19.2.).Dem glücklichen 1:0 in Wolfsburg folgte im eigenen Stadion ein unglückliches 0:1 gegen St. Pauli und gleich danach, wieder im eigenen Stadion ein 4:0 gegen Werder Bremen.
In Derbys geht es nicht nur um die so dringend benötigten drei Punkte sondern stets auch um die Vorherrschaft vor Ort, um eine Positionierung für einen längeren Zeitraum, ganz unabhängig vom aktuellen Tabellenplatz. Ein Sieg tut unendlich gut, eine Niederlage tut unendlich weh. Vor allem, wenn David gegen Goliath gewinnt. Eben dieses Ergebnis zeigte sich auch nach unserer Niederlage gegen St. Pauli. Das durfte alles nicht wahr sein! Hatte man eben noch nach einer sichtbaren oder auch nur scheinbaren Überlegenheit in den ersten 60 Minuten mit dem logischen Führungstor gerechnet, schießt der Gegner aus einer Standardsituation ganz unerwartet das 1:0! Und ein überlegen geführtes Spiel kippt. Unsicherheit und Angst macht sich breit, das Spiel geht verloren.Fazit: So ist der Sport! Würden ohne diese stets vorhandenen Chancen von David, die Stadien Woche für Woche ausverkauft sein? Wie haben wir HSVer gejubelt nach dem 4:1 gegen Burnley (nach einem 1:3 in Burnley) oder beim Spiel gegen Juventus Turin (4:4)! Und wie lange sind diese Spiele in unserer Erinnerung geblieben. Etliche, zu denen auch ich mich zähle, werden diese nie vergessen, genauso wie 1987 das 1:0 in Athen gegen Juventus Turin, das dem HSV den Europapokal der Landesmeister (heute Championsleague) bescherte. Aber auch die Wut über die Niederlage gegen St. Pauli wird lange nachwirken. Dass der Unmut nach der Niederlage durch den ganzen Verein gegangen ist, sollte hier nicht verschwiegen werden .Aber wie sollten HSVer damit umgehen? So wie sie jubeln, sollen sie auch in der Niederlage schimpfen dürfen oder in stillen Protesten, z. B. dem Werderspiel fernbleiben, so wie es einige der „Chosen-few“ durch sichtbares Markieren ihrer unbesetzte Plätze praktizierten. Schließlich bringen sie sich Woche für Woche voll ein für ihren Verein und geben ihre Zeit und viel Geld, insbesondere auch bei ihren regelmäßigen Auswärtsfahrten und unterstützen die Mannschaft. Bei Fehlleistungen sollen sie ihre Enttäuschung dann auch zeigen dürfen. Viele HSV Fans sind Mitglieder im HSV, meist in der Abteilung der Supporters und Förderer. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes Unterstützer und sollten mit dem Anpfiff zum nächsten Spiel aber wieder hinter ihrer Mannschaft stehen. (was die meisten dann auch getan haben.) |






























