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Am Lebensende nicht allein
Für den letzten Montagstreff der Senioren konnte Petra Fischbach, Geschäftsführerin des Hospiz Leuchtfeuer, gewonnen werden. Es wurde ein beeindruckender Abend! ![]() Hamburg - Über den Tod redet man nicht. Nicht über das Sterben, nicht über Ängste und Abschied, nicht darüber, wie wir in unserer letzten Lebensphase und danach behandelt werden möchte. So sehr in unserer Gesellschaft das Sterben anonymisiert und verwaltet wird, so verbreitet ist der Wunsch, die letzte Phase des eigenen Lebens in Würde und weitgehend selbstbestimmt zu gestalten. Seit 1998 gibt es eine in der Simon-von-Utrecht Straße 4d beheimatete Einrichtung, die diesem Wunsch im wahrsten Sinne des Wortes Raum gibt: Das aus elf freundlich eingerichteten großen Einzelzimmern bestehende Hospiz Hamburg Leuchtfeuer für schwerstkranke Menschen.
Dieter Horchler, Kurator von Hamburg Leuchtfeuer, war es ein Anliegen, für die Gemeinschaft der Senioren die Geschäftsführerin Petra Fischbach als Referentin des Montagstreffs der Senioren zu gewinnen. Keiner der Anwesenden hat wohl sein Kommen bereut, denn der in leisen Tönen gehaltene Vortrag zog die Zuhörer in den Bann dieser bemerkenswerten Frau. Eindrucksvoll legte sie Zeugnis ab von der Ernsthaftigkeit, der Empathie und dem En-gagement, mit dem Schwerstkranke am Ende ihres Lebens von den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern im Hospiz Leuchtfeuer begleitet werden. "Hospize", griff Petra Fischbach in ihrem Vortrag auf eine gängige Definition zurück, bejahen das Leben. Sie machen sich zur Aufgabe, Menschen in der letzten Phase einer unheilbaren Krankheit zu unterstützen und zu pflegen, damit sie in dieser Zeit so bewusst und zufrieden wie möglich leben können. Hospize wollen den Tod weder beschleunigen noch hinauszögern. Vielmehr leben sie aus der Hoffnung, dass sich Patienten und ihre Zugehörigen (Petras spezielle Sprachschöpfung) geistig und spirituell auf den Tod einstellen können und bereit werden, ihn anzunehmen. Auch deshalb sind Angehörige und Zugehörige im Hospiz Hamburg Leuchtfeuer zu jeder Zeit willkommen. Sie bringen Vertrautheit und Alltag in das Haus, werden mit verpflegt und dürfen dort übernachten. Um auf den komplexen Zusammenhang von Körper Geist und Seele in dieser Zeit angemessen reagieren zu können, gehören Sozialpädagogen ebenso zum Mitarbeiterstamm wie examinierte Krankenpfleger, behandelnde Ärzte und Seelsorger. Aber auch die Mitarbeit von freiwilligen Helfern mit ihren breitgestreuten individuellen Kompetenzen trägt dazu bei, Alltag zu erleben. Das Hospiz Hamburg Leuchtfeuer ist religiös ungebunden. "Wir haben aber", sagt Petra Fischbach, "sehr wohl wache Augen und Ohren für die Belange der Menschen, die bei uns und mit uns leben". So sind je nach religiöser Ausrichtung mal der evangelische, mal der katholische Geistliche und immer häufiger auch Vertreter der muslimischen Gemeinde oder des buddhistischen Zentrums im Haus. "Wir holen denjenigen dazu, der für den jeweiligen Bewohner und die Zugehörigen hilfreich und gewünscht ist." Inzwischen ist ein Betreuungsanspruch in den Sozialgesetzbüchern verankert. Dadurch zieht der Hospizgedanke weitere Kreise. Dennoch ist der Unterhalt eines Hospiz‘ noch immer ein finanzieller Balanceakt: Bei Leuchtfeuer tragen Krankenkassen und Pflegeversicherung sowie - in geringem Umfang - die Bewohner gerade einmal zwei Drittel der Kosten. Bis zu 450.000 Euro im Jahr muss das als gemeinnützig anerkannte Hospiz selbst aufbringen. Und hier muss Petra Fischbach ganz Kauffrau sein und leider noch immer mit vielen Vorurteilen rechnen. Aber sie ist bereit, sich stets aufs Neue für ihre Lebensaufgabe zu motivieren. Ihr dabei zu helfen, über Spenden, haben wir uns versprochen. Dieter Horchler |































