Mit klasse Leistungen hatte sich die deutsche Mannschaft bis ins Finale gespielt, wo man am vergangenen Sonnabend auf die USA traf. Hier gab es dann leider mit 53:55 eine sehr bittere und knappe Niederlage. Bis 25 Sekunden vor der Schlusssirene sah die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft noch wie der Weltmeister aus, doch nach Rebecca Murrays letzten Korb für die US-Girls war der große Traum geplatzt. Deutschland hat das Endspiel der Weltmeisterschaften 2010 im britischen Birmingham gegen die USA verloren und muss sich wie vor 20 Jahren mit der Silbermedaille begnügen, während Bronze an das kanadische Team ging.
Deutschland hatte stark begonnen, führte 14:8 (9.) durch einen Freiwurftreffer der erst kurz vor dem Spiel fit gespritzen Gesche Schünemann und stellte die USA dabei vor erhebliche Probleme im eigenen Spielaufbau. Doch die zweite Auszeit des neuen Weltmeisters ließ das Team von Headcoach David Kiley besser aufs Feld zurückkommen. In der Folge entwickelte sich ein packendes und hochklassiges Endspiel, in dem keines der beiden Teams mit mehr als vier Punkten in Front lag. Aus deutscher Sicht wogten die Zwischenstände nach dem Seitenwechsel über 30:31 (23.), 38:34 (28.) und 44:44 (33.) hin und her und ließen Mannschaft wie mitgereiste Fans einen Krimi erleben.
In den letzten Minuten schien die Dramatik dann in einem Wellenbad der Gefühle nicht mehr überbietbar. Nach dem 50:50 (37.) war es Andrea Woodson-Smith, die unter dem Brett die Führung der US-Amerikanerinnen zurückholte. Erneut war es dann Schünemann (10 Rebounds, 7 Assists), die bei einer Restspielzeit von 2:13 Minuten mit einem Drei-Punkte-Spiel die deutsche Führung zum 53:52 zurückeroberte. Doch dies sollte in einer mit Auszeiten gespickten Schlussminute das letzte deutsche Erfolgserlebnis sein, auch wenn drei Sekunden vor dem Ende noch die Riesenchance zum Ausgleich bei einem „Gerangel“ unter dem US-Korb vergeben wurde.
Beim deutschen Team fehlte am Ende vielleicht etwas die Konzentration durch die verständlicherweise schwindende Kraft. Mit einer Silbermedaille im Gepäck darf das Team des Trainergespanns Holger Glinicki und Corinna Robitschko dennoch stolz nach Hause zurückkehren, ist es doch die beste Platzierung einer deutschen Nationalmannschaft seit dem zweiten Rang 1990 im französischen St. Etienne.