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Verein 14.04.2015
„Ich möchte ein Zeichen setzen!“

Interview mit dem neuen HSV Fußball AG Anteilseigner Helmut Bohnhorst.

Hamburg -  Die umfangreichen Vertragswerke unterzeichnete Helmut Bohnhorst bereits am 20. März dieses Jahres im Büro von HSV-Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer, doch mit der Bekanntgabe seines Engagements wollte der 55-jährige Unternehmer aus Niedersachsen warten. Bis jetzt. HSV.de sprach mit dem Neuaktionär der HSV Fußball AG.
 
 
 
HSV.de: Sie haben für vier Millionen Euro Anteile der HSV Fußball AG erworben, sind nun an Ihrem Lieblingsklub beteiligt und unterstützen diesen mit weiteren finanziellen Mitteln. Wie kam es dazu?
 
Helmut Bohnhorst: Das ist eine etwas längere Geschichte. Ich stehe bereits seit August 2014 in Kontakt zum Vorstand. Ich habe damals mein Interesse bekundet, mich beim HSV finanziell zu engagieren. Dann habe ich zunächst mit Joachim Hilke, später auch mit Dietmar Beiersdorfer und Frank Wettstein zu diesem Thema gesprochen. Ich möchte den Klub unterstützen, außerdem Teilnehmer  des Aufbaus sein, den unser HSV ganz sicher braucht.
 
Wie war bisher Ihre Verbindung zum HSV?
 
Bohnhorst: Geprägt von intensiver Verbundenheit. In meiner Heimatgemeinde in Niedersachsen wissen viele, dass der HSV eine Herzensangelegenheit für mich ist. Die Helden meiner Kindheit hießen Uwe Seeler, Charly Dörfel, Willi Schulz und Co. Ich kann Ihnen noch heute die Aufstellungen von einigen Bundesligaspielen aus dem Jahr 1967 nennen, später hat mich die besonders erfolgreiche Happel-Ära weiter geprägt. Auf dem Land war es damals immer ein tolles Familienritual und unser gemeinsamer Nenner, um 18 Uhr gemeinsam die Sportschau zu schauen und unseren Lieblingen die Daumen zu drücken. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Ich bin seit Jahren Dauerkartenbesitzer und Fan.
Im Büro von HSV-Chef Dietmar Beiersdorfer wurden die Vertragspapiere unterzeichnet. Dies geschah bereits am 20. März dieses Jahres.

Die aktuelle Situation des HSV belastet die meisten Anhänger und treuen Seelen der vergangenen Jahrzehnte. Sie auch?

Bohnhorst: Natürlich leide ich mit meinem Verein. Aber darum wende ich mich ja nicht automatisch ab. Ich sehe den HSV noch immer im Umbruch. Die sportlichen Tiefschläge sind mitunter schmerzhaft, ja, und die Bundesliga ist stark und gnadenlos. Trotzdem glaube ich fest an die handelnden Personen. Wir brauchen beim HSV inhaltlich starke Aufbauarbeit mit guten Konzepten und Strategien. Ich sehe da mit den handelnden Vorständen die richtigen Personen am Werk. Dass ich genau jetzt meinen Anteilskauf veröffentliche, ist ja auch kein Zufall. Ich möchte ein Zeichen setzen.

Ein Zeichen wofür?

Bohnhorst: Dass es weiter geht für unseren HSV; dass die Verantwortlichen, die Mannschaft, die Mitarbeiter und alle Fans zusammenstehen müssen. 

Und was löst in Ihnen das Schreckensszenario 2. Liga aus?

Bohnhorst: Ich betrachte das ganz nüchtern. Zwei Klubs müssen aus der Bundesliga absteigen, vielleicht sogar drei, und wenn es am Ende tatsächlich den HSV treffen sollte, dann ist das eine enttäuschende Folge des sportlichen Niedergangs der vergangenen Jahre. Ich bin mir dennoch sicher, dass der von Dietmar Beiersdorfer eingeschlagene Kurs der richtige ist und konsequent weiter umgesetzt werden muss. Der HSV muss möglichst schnell wieder für Substanz stehen. Dass das dauern wird, weiß doch eigentlich jeder, der sich mit dem Verein beschäftigt. Wir brauchen also Geduld. Ich bringe sie auf.

Bohnhorst mit HSV-Legende Horst Hrubesch. "Der HSV ist eine Herzensangelegenheit für mich", sagt Bohnhorst, der seit seiner Kindheit Fan der Rothosen ist.

Sie selbst sind ein sehr erfolgreicher Unternehmer in der Agrarbranche/Agrarlogistik. Entsprechend dürften Sie vor Ihrem Einstieg auch die wirtschaftliche Seite des HSV unter die Lupe genommen haben. Wie war Ihr Eindruck?

Bohnhorst: Für mich war es wichtig zu erfahren, dass der HSV kein Mittelmaß verwalten will, sondern Visionen hat, um sich als Bundesligaklub positiv zu entwickeln, dazu gehören aus meiner Sicht vor allem vertrauenswürdige Führungskräfte und passende Strategien. Ich habe vor meiner Anteilszeichnung eine Bedingung gehabt: Ich wollte unbedingt alle Vorstände persönlich treffen und mit ihnen sprechen, um mir ein Bild zu machen, ob ich ihnen vertrauen kann. Diesen Eindruck habe ich gewonnen.

Wie hat Ihr direktes Umfeld Ihren Einstieg beim HSV aufgenommen?

Bohnhorst: Positiv, auch wenn es ob der sportlichen Lage und dem Standort meiner Heimatgemeinde zwischen Hannover und Bremen natürlich den einen oder anderen zweifelnden oder spöttischen Kommentar gab. Ich kann Ihnen versichern, dass ich mich sehr gut mit meiner Entscheidung fühle. Ich sage es mal so: Der Landwirt  aus Niedersachsen ist sogar ein bisschen stolz darauf, dass er seinen Lieblingsklub neben so weltgewandten Persönlichkeiten wie Herrn Kühne und Herrn Otto unterstützen darf.

Wie verbringen Sie die kommenden Wochen bzw. Bundesligaspiele des HSV?

Bohnhorst: Wie immer – ich werde auf der Tribüne sitzen und meinen Klub leidenschaftlich unterstützen, das habe ich immer so gehalten. Wir alle sollten uns nicht von der Abstiegsangst, irgendwelchen Schlagzeilen oder Gerüchten verrückt machen lassen. Der HSV ist mehr als nur ein Dino, und wir werden den Weg gemeinsam weitergehen. Ich bin jedenfalls voll dabei.

FC Augsburg
1:3
34. Spieltag
14.05.2016
15:30 Uhr
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