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Interview mit Jens Todt

Interview

21.12.17

Jens Todt: "Die Situation ist brandgefährlich!"

Im Interview mit HSV.de äußert sich Jens Todt zur Aufarbeitung der Hinrunde, möglichen Wintertranfers und den Vertragsverlängerungen mit Dennis Diekmeier und Gotoku Sakai.

Fast eine Woche ist nach dem letzten Hinrunden-Spieltag des HSV gegen Borussia Mönchengladbach vergangen. Markus Gisdol hat seine Profis mit individuellen Trainingsplänen in die Winterpause verabschiedet und zusammen mit seinem Trainerteam und Jens Todt die bisherige Spielzeit noch einmal genauestens analysiert. Im Interview mit HSV.de äußert sich der Sportchef zur Aufarbeitung der Hinrunde, möglichen Wintertranfers und den Vertragsverlängerungen mit Dennis Diekmeier und Gotoku Sakai.

Jens Todt, der letzte Hinrunden-Spieltag liegt jetzt schon einige Tage zurück. Der Trainer hatte am Tag nach dem Gladbach-Spiel angesprochen, dass man bei aller Enttäuschung kurz nach dem letzten Spiel auch in eine sachliche Analyse übergehen müsse. Wie ist diese mit einigen Tagen Zeit bislang ausgefallen?

Jens Todt und Markus Gisdol sprechen miteinander.
Jens Todt und Markus Gisdol haben die Hinrunde ausgiebig analysiert und warnen vor der schweren Aufgabe in der Rückrunde.

Jens Todt: Zunächst einmal sind 15 Punkte nach 17 Spielen zu wenig. Punkt. Es gibt mehrere Ursachen für diese enttäuschende Hinrunde. Nach gutem Start hatten wir eine Phase von acht Spielen ohne Sieg. In dieser Zeit spielte der verletzungsbedingte Ausfall eines Großteils unserer Offensivspieler eine große Rolle. Danach haben wir uns zwar einigermaßen berappelt, konnten aber zu keiner Zeit konstant punkten. Wir standen zu oft nach eigentlich guten Leistungen am Ende mit leeren Händen da; meist aufgrund einfacher individueller Fehler.

Vor einem Jahr standen wir mit 13 Punkten auf einem Relegationsrang. Du hast gesagt, dass diese Situation nicht vergleichbar ist mit der in diesem Jahr. Warum nicht?

In einer Hinsicht ist die Situation schon mit der Lage vor einem Jahr vergleichbar: sie ist brandgefährlich! Wir müssen zwingend in der Rückrunde mehr Punkte holen, und das wird beileibe kein Selbstläufer. Vor einem Jahr allerdings waren in der Wintertransferperiode größere Veränderungen im Kader notwendig. Wir haben damals ja Cleber, Emir Spahic und Alen Halilovic abgegeben und Mergim Mavraj, Kyriakos Papadopoulos und Walace zu uns geholt. Wir sind davon überzeugt, dass das Innenleben unserer Mannschaft heute intakt ist.

Jens Todt steht neben Tatsuya Ito und schüttelt ihm die Hand.
Ein weiterer Schritt für die Zukunft: Jens Todt hat den Vertrag mit Tatsuya Ito vorzeitig verlängert.

Gute Wintertransfers sind in der Regel äußerst schwer zu realisieren bzw. kostspielig. Wird sich personell dennoch etwas ändern?

Es ist denkbar, dass wir uns punktuell verstärken, sicher ist das aber keinesfalls. Wir werden nur dann aktiv, wenn das Gesamtpaket absolut passt, wenn die Mischung aus sportlichem Nutzen und wirtschaftlicher Machbarkeit stimmt. Paniktransfers wird es nicht geben.

Was für Spielertypen würden uns helfen bzw. in welchen Mannschaftsteilen sollten wir uns wenn möglich breiter aufstellen?

Mehr Torgefahr aus dem Mittelfeld würde uns sicher guttun.

Es gibt zudem mehrere Verträge, die im Sommer auslaufen. Wie werden diese Themen nun angegangen?

Mit Tatsuya Ito haben wir ja bereits kürzlich verlängert. Mit Dennis Diekmeier und unserem Kapitän Gotoku Sakai sind wir im Gespräch, beide haben Angebote zu Vertragsverlängerungen vorliegen. Wir hoffen, dass wir im Laufe des Januars in beiden Fällen Klarheit haben werden. Ansonsten gilt: jeder Punkt, den wir holen, hilft dabei, die neue Saison zu planen.

Im letzten Jahr haben wir mit 25 Punkten eine tolle Rückrunde gespielt. Eine ähnliche Leistung wird auch dieses Mal vonnöten sein. Was stimmt dich positiv, dass wir es schaffen?

Unsere Mannschaft ist intakt, die Fans stehen hinter uns. Wir sind eine Einheit, wir halten zusammen. Es wird hart werden, aber wir schaffen es.