Zum Inhalt springen

Zum Abschluss ein Spiegelbild der Vorrunde

Nachbericht

16.12.17

Zum Abschluss ein Spiegelbild der Vorrunde

Das Spiel in Gladbach wies viele Parallelen zur gesamten Hinrunde auf. Gute Leistungen wurden zu oft nicht mit Punkten belohnt.

Trotz einer ansprechenden Leistung stand der HSV nach den 90 Minuten in Gladbach einmal mehr mit leeren Händen da. „Wir sehen, dass vieles greift, was wir machen, aber das bringt uns halt nichts, wenn wir am Ende auf die Punkteausbeute schauen. Ich habe keine Lust mehr das zu erzählen“, haderte Markus Gisdol am Freitagabend (15. Dezember) nach der Partie im Borussia-Park. Auch einen Tag danach wollte sich seine Miene noch nicht wieder aufhellen. Nach den weiteren Spielen am Nachmittag war dann auch klar: Der HSV wird die Winterpause auf Platz 17 verweilen. Werder Bremen zog mit einem 2:2-Unentschieden gegen Mainz durch das bessere Torverhältnis in der Tabelle an den Rothosen vorbei.

HSV.de blickt noch einmal auf das gestrige Spiel zurück, beleuchtet die Personallage und wagt einen Ausblick.

Andre Hahn fasst sich an den Kopf, Aaron Hunt läuft daneben.
Enttäuschung beim Torschützen Andre Hahn und Vorbereiter Aaron Hunt. Trotz guter Leistung einmal mehr keine Punkte.

Zum Spiel: „Das heutige Spiel war ein Spiegelbild der gesamten Vorrunde. Wir machen uns die Spiele immer wieder selber durch einfachste Fehler kaputt“, zeigte sich Markus Gisdol in der Analyse des Auswärtsspiels knallhart. Was der Trainer meint: Die guten Auftritte und Leistungen werden nicht in Zählbares umgemünzt. „Wir hätten in der Vorrunde gefühlt locker acht bis zehn Punkte mehr haben können. Wir haben 15 und das ist viel viel zu wenig“, so der Trainer. Auch in Gladbach konnte der HSV die Partie nach der verschlafenen Anfangsphase mit einem beherzten Auftritt, der von Minute zu Minute besser wurde, lange offen gestalten und kam in der 53. Minute durch Andre Hahn zum verdienten Ausgleich.

Doch anstatt aus dem Treffer weiteres Kapital zu schlagen und selbstbewusst aufzutreten, wurden die Gladbacher durch einfache Fehler wieder ins Spiel zurückgeholt. „Es betrifft ja nicht immer die gleichen Spieler. Jedes Mal ist es jemand anderes, der sagt: das wollte ich nicht. Es zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Hinrunde“, haderte Gisdol, der es aber vermied, alles kaputt zu reden. „Heute werden wir es sachlich analysieren. Es ist extrem hart, die Mannschaft über das Maß für ein Spiel zu kritisieren, das sie über weite Strecken gut macht. Dann irgendetwas zu konstruieren, davon bin ich kein Freund. Wir müssen auf unserem Punktekonto etwas Zählbares dazu buchen. Wir müssen daran arbeiten, dass es uns gelingt 90 Minuten konzentriert zu spielen“, so der Trainer.

Nicolai Müller sitzt in Privatklamotten auf der Auswechselbank.
Nicolai Müller wird nach seinem Kreuzbandriss voraussichtlich erst im April wieder einsteigen können.

Zur Personallage: Die spannende Frage wird sicherlich sein, ob es in der Winterpause noch einmal personelle Veränderungen im Kader geben wird. „Ich arbeite gerne mit den Spielern, die da sind. Wir sehen ja auch Entwicklungen. Wir können mit dieser Mannschaft in der Rückrunde bestehen. Mir wäre wohler, wenn wir ein bis zwei Positionen noch verbessern könnten. Im Winter ist es aber unheimlich schwer, etwas zu machen“, sagt Markus Gisdol. Dennoch bleibt der Kader insgesamt natürlich klein „Wir haben das Glück, dass wir in der Vorrunde mit Fiete Arp und Ito zwei Spieler dazu entwickeln konnten, die uns guttun und die unsere Mannschaft auch befruchten. Aber nach wie vor ist unser Kader dünn bestückt. Wir haben sicherlich einen der schmalsten Kader der Liga“, so der Trainer.

Mit der Rückkehr von Nicolai Müller ist erst im April zu rechnen, wobei der Trainer eine ganz andere Sicht hat, um nicht unnötig Druck aufzubauen. „Für Nicolai wäre es besser, wenn wir gar nicht mit ihm planen, weil man nie weiß, wie man nach so einer Verletzung zurückkommt.“ Auch bei Bjarne Thoelke wird es noch einige Zeit dauern, bis er wieder am Mannschafttraining teilnehmen kann. Alle anderen Profis haben aus dem Spiel gegen Gladbach keine schwereren Blessuren mitgenommen und können sich ganz ihren individuellen Programmen über die Festtage widmen.

Mathenia liegt auf dem Boden und hält einen Ball.
Für Christian Mathenia und Co. geht es in der Vorbereitung ins spanische Jerez de la Frontera.

Der Ausblick: Nach der Rückkehr aus Mönchengladbach traf sich das Team heute Morgen noch einmal zu einer gemeinsamen Sitzung im Volksparkstadion. Anschließend wurden die individuellen Trainingspläne, die die Profis über die Feiertage absolvieren müssen, verteilt, bevor jeder in die Winterpause entlassen wurde. Diese ist allerdings kurz. Bereits am 1. Januar kommt das Team wieder zusammen, um ins Trainingslager nach Jerez de la Frontera zu fliegen. Bis zum 8. Januar sollen unter der Sonne Spaniens die Grundlagen für die Rückrunde gelegt werden. Zwei Testspiele (voraussichtlich am 4. Und 8. Januar) sind angedacht.

„In der Vorbereitung werden die Karten immer neu gemischt. Das ist der Reiz der Vorbereitung, auch wenn wir diesmal nur wenig Zeit haben. Da kann sich jeder noch einmal in den Vordergrund spielen. Das Gerüst muss man aber schon im Kopf haben, weil die Zeit weniger ist als in der Sommervorbereitung“, sagt Gisdol. Nach den Tagen in Jerez verbleiben noch weitere fünf Tage Zeit, dann starten die Rothosen mit dem Auswärtsspiel in Augsburg (13. Januar, 15:30 Uhr) in die Rückrunde. „Es sind viele Mannschaften eng beisammen. Im letzten Jahr war es sehr wilder, da sind Spieler gewechselt und wir haben Kaderveränderungen herbeigeführt. Das war eine ganz andere Situation. Wir machen einen deutlich stabilisieren Eindruck als letztes Jahr“, blickt Gisdol trotz aller Sorgen positiv in die Zukunft.