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"Wir machen uns die Spiele immer wieder selber kaputt"

Stimmen zum Spiel

15.12.17

"Wir machen uns die Spiele immer wieder selber kaputt"

Die Enttäuschung nach der 1:3-Niederlage war allen Verantwortlichen deutlich anzumerken. Der Trainer fand deutliche Worte.

Nicht nur die Spieler, sondern vor allem Markus Gisdol war nach der 1:3-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach mächtig angefressen. Immer wieder mache man sich durch einfachste Fehler die eigenen Spiele kaputt und gebe so immer wieder die Punkte weg, so der Trainer. Auch diesmal war es ein Spiegelbild von so vielen Spielen in der Hinrunde. Durch eine verschlafene Anfangsphase lag man gegen die Borussia früh mit 0:1 zurück (9.), kämpfte sich zurück in die Partie und erzielte durch Andre Hahn auch den zu diesem Zeitpunkt verdienten Ausgleich (53.), um sich dann aber alles wieder selber einzureißen. Die Hausherren wurden durch leichte Fehler zum Kontern eingeladen und trafen durch Raffael per Doppelpack (73./78) zum 3:1-Sieg.

So standen die Rothosen einmal mehr mit leeren Händen da und verbleiben tief im Tabellenkeller. HSV.de hat die Stimmen zum Spiel gesammelt.

Mathenia dreht nach dem Treffer von Raffael enttäuscht ab.
Christian Mathenia konnte die Tore von Raffael (re.) nicht verhindern und ärgerte sich über die Niederlage.

Christian Mathenia: Gladbach ist sehr engagiert in die Partie gekommen und hat die ersten Minuten Vollgas veranstaltet. Nach der Anfangsphase und dem Gegentor sind wir aber von Minute zu Minute besser ins Spiel gekommen und haben in der zweiten Halbzeit auch verdient den Ausgleich gemacht. Ich wiederhole mich jede Woche: Im Großen und Ganzen haben wir eine gute Partei gemacht, aber keine Punkte. Wir stecken tief unten drin und überwintern da jetzt. Jetzt geht es darum, in der Rückrunde in jedem Spiel über 90 Minuten alles zu geben und den Verein da rauszuholen.

Aaron Hunt: Es fühlt sich Woche für Woche gleich scheiße an. Ich habe keine Erklärung, wie wir dieses Spiel noch aus der Hand geben konnten. Wir stellen die individuellen Fehler nicht ab. Wir hatten das Spiel besonders in der zweiten Halbzeit voll im Griff, aber schenken es dann her. Die Punktausbeute ist viel zu wenig, aber wir müsssen die Situation jetzt so annehmen, wie sie ist. Es gibt einige Dinge, die wir verbessern müssen. Wir müssen die individuelle Fehler unbedingt abstellen. Sie haben uns nicht nur heute das Genick gebrochen. Wir sind in keinem Spiel hoffnungslos unterlegen, aber müssen dringend Konstanz in unser Spiel bringen. Die Situation ist mit der vom letzten Jahr nicht vergleichbar. Wir spielen besser, erarbeiten uns mehr Chancen. Es wird dennoch bis zum Schluss eng für uns und daran sind wir selbst Schuld. Wir hätten sieben bis acht Punkte mehr holen müssen. Das haben wir aber nicht. 

Gotoku Sakai: Nach dem Gegentor aus der Anfangsphase, in der wir nicht da waren, und dem Ausgleich, haben wir Gladbach einfach zu viele Konterchancen gegeben. Das war genau das, was sie wollten. Es waren zu einfache Ballverluste. Wir können jetzt nicht ruhig bleiben. Wichtig ist aber, eng zusammen zu bleiben, in der Winterpause Kraft zu tanken und mit frischem Gesicht wiederzukommen.

Andre Hahn hebt genervt den Arm.
Zuerst gefreut, dann gefrustet: Andre Hahn erlebt in den 90 Minuten alle Gefühlswelten.

Andre Hahn: Es ist sehr bitter, mit 1:3 nach Hause zu fahren. Die ersten zehn Minuten hatten wir gar keinen Zugriff. Wir haben uns aber voll reingehängt, gekämpft und sind besser ins Spiel gekommen. Danach haben wir dem Gegner zum Tore schießen eingeladen. Wenn wir Gladbach zu solchen Kontern einladen, haben sie die Qualität diese auch runterzuspielen. Wir brauchen jetzt sicher ein paar Tage, um das zu analysieren. Im Winter müssen wir die Köpfe freikriegen. Wir haben noch die komplette Rückrunde, in der wir noch genug Punkte sammeln können.

Heribert Bruchhagen: In einer Spielphase, in der wir der Führung näher waren, hat uns ein unerklärbarer Fehler zurückgeworfen. Die Chronologie solcher Phasen zieht sich leider wie ein roter Faden durch unsere Saison. Wir müssen und werden daran arbeiten. Ich bin überzeugt davon, dass wir in der Rückrunde ein besseres und klareres Bild abliefern werden. Wir haben Heimspiele gegen Teams, gegen die wir Punkte holen können. Das müssen wir dann aber auch. Wir müssen eine bessere Konstanz hinlegen. Wir haben genügen Qualität in der Mannschaft, um drei Teams hinter uns zu lassen. Das Team hat das im Gesamtbild auch heute gezeigt, aber wir müssen die Fehler unbedingt abstellen.

Markus Gisdol und Jens Todt reden miteinander.
Nach der Niederlage mit viel Gesprächbedarf: Jens Todt und Markus Gisdol.

Jens Todt: Wir haben ein Beispiel dafür geliefert, wie man einen Gegner wieder aufbaut. Wir haben durch einen eigenen Fehler das Gegentor zum 1:2 kassiert und uns damit selbst in Schwierigkeiten gebracht. Das tut weh. Die Realität sind 15 Punkte aus 17 Spielen. Daran gibt es nichts schön zu reden. Es ist unsere eigene Schuld, dass wir dort stehen, wo wir stehen. Wir müssen uns jetzt schütteln, das Team den Kopf freikriegen. Die Qualität für die 1. Liga ist da und ich bin fest davon überzeugt, dass wir aus der Situation herauskommen.

Markus Gisdol: Wenn ich höre, dass wir gut gespielt haben, kann ich mir nichts davon kaufen. Die ersten zehn Minuten war Gladbach herausragend gut, danach sind wir eigentlich gut drin im Spiel. Aber ich habe wie schon gesagt, keine Lust mehr das zu erzählen. Wir machen uns die Spiele immer wieder selber kaputt. 15 Punkte sind zu wenig. Durch einfachste Fehler geben wir die Punkte weg. Wenn wir das nicht abstellen, wird es unheimlich schwer zu bestehen. Wir loben uns selber, aber intern mache ich das schon längst nicht mehr. Mir geht es total auf den Keks, hinterher mit nichts dazustehen.

Dieter Hecking: Wir sind in der Anfangsphase überragend ins Spiel gekommen und haben einen toll herausgespielten Treffer erzielt. Dann hatten wir zweimal Pech mit dem Latten- und Pfostenschusss. Damit hätten wir das Ergebnis schnell auf 2:0 stellen können. Das haben wir aber nicht gemacht und Hamburg hat so zurück ins Spiel gefunden. Hazard muss das 2:0 machen, dann läuft der Konter und du bekommst den Ausgleich. Das war ein Rückschlag, den man sich so nicht wünscht. Wir waren in dieser Phase zu passiv. Das passiert uns leider immer wieder. Das zeigt, dass wir uns in einer Entwicklung befinden. Ich fand es am Ende herausragend, wie die Mannschaft den Fehler von Hamburger genutzt hat, das 2:1 macht und das dritte Tor nachlegt. Das war ein ganz wichtiges Spiel für uns. 

 

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