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Spezialistenteams

"Das ist kein typischer Nine-to-five-Job"

Was genau machen eigentlich Spielanalysten? Ganz greifbar ist der Job für außenstehende nicht. Der Koordinator Spielanalyse des NLZ, Sören Quittkat, gewährt einen Einblick in seine Arbeitswoche und verdeutlicht schnell, wie vielfältig sein Aufgabengebiet tatsächlich ist.

Wenn Sören Quittkat montagmorgens sein Büro in der Alexander-Otto-Akademie betritt, startet er seine Woche in der Regel mit den Nachbereitungen der Spiele der U16 bis U21 vom vorangegangenen Wochenende. Dabei wird, gemeinsam mit dem jeweiligen Trainerteam, das Auftreten während des Spiels mit dem vorher erarbeiteten Matchplan abgeglichen. „Wie hat sich das Team mannschaftstaktisch verhalten? Haben wir nach unserer HSV-Philosophie gespielt? Was war am Ende ausschlaggebend für den Erfolg oder Misserfolg? All das sind Fragen, die uns jede Woche aufs Neue beschäftigen und die wir jedes Mal neu beantworten müssen“, fasst Quittkat die Nachbereitung zusammen. Nachmittags folgt eine Analysesitzung in großer Runde, bei der gemeinsam mit den Nachwuchstrainern und dem sportlichen Leiter des NLZ, Sebastian Harms, verschiedene Schwerpunkte unabhängig von den vergangenen bzw. kommenden Spielen besprochen werden. „Aktuell beschäftigen wir uns intensiv mit der Trainingsarbeit und diskutieren, wie wir unsere ausgearbeiteten Spielprinzipien den Jungs bestmöglich vermitteln können. Dazu machen wir parallel eine Angriffsanalyse, bei der wir alle Angriffe, für und gegen uns, analysieren und versuchen, daraus Themen abzuleiten. Wenn wir beispielsweise sehen, dass unsere Gegner viele Angriffe mit Flanken abschließen, müssen wir die Verteidigung auf den Flügeln forcieren“, so Quittkat, der die Trainer dabei auch in der Woche laufend beim Training unterstützt.

In Zusammenarbeit mit dem zweiten NLZ-Spielanalysten, Johann Schmidt, werden zu Wochenbeginn zudem alle Einzelspielerszenen geschnitten und ungefiltert per App an die jeweiligen Spiele verschickt. So haben die Jungs die Möglichkeit, sich ihre Szenen nochmals aus anderer Perspektive anzuschauen. „Meistens deckt sich das Bauchgefühl nach dem Spiel mit den Eindrücken aus dem Video. Trotzdem erhält man auf dem Video nochmal ganz andere Einblicke und erkennt beispielsweise Räume, die man so auf dem Feld nicht gesehen hat“, sagt U19-Kapitän Jonah Fabisch, der sich die Szenen „meistens nach dem Training in der Bahn“ anschaut. Fabisch gehört zudem zu den Jugendspielern, mit denen sich Quittkat dienstags zur individuellen Analyse trifft. Die darin besprochenen Themen werden immer in enger Absprache mit den Trainern festgelegt, gegenüber denen sich der Analyst in einem Punkt im Vorteil sieht: „Da ich am Ende nicht entscheide, wer am Wochenende spielt, sind die Spieler mir gegenüber vielleicht etwas ehrlicher, was die eigenen Defizite angeht. Das sind schon immer sehr offene Gespräche, die es für eine fruchtbare Analyse aber auch braucht.“

Generell ist der Beruf des Spielanalysten, wie Quittkat sagt, „kein typischer Nine-to-Five-Job. Du guckst am Wochenende bis zu vier Spiele und bereitest diese innerhalb der Woche vor bzw. nach. Statt eines freien Wochenendes hast du eher mal mittwochs frei, dessen muss man sich bewusst sein.“ Mit Beginn der zweiten Wochenhälfte starten im NLZ die Vorbereitungen auf die Gegner des kommenden Wochenendes. Dafür werden zunächst am Donnerstag einzeln mit den Trainern die Kontrahenten analysiert und erste Ansätze besprochen. Analog zu den Nachbereitungen montags erfolgt am Freitag in großer Runde die Vorstellung des Matchplans, bei denen laut Quittkat "wertvolle Diskussionen entstehen. Jeder Trainer und auch wir Analysten haben unterschiedliche Meinungen, wie Gegner bespielt werden können. Am Ende braucht es auch verschiedene Ansätze, denn den einen perfekten Matchplan gibt es nicht.“ 

Ob die Spieler diese Ansätze im Spiel auch umsetzen, kann Quittkat am Wochenende bei den Spielen live beobachten. „Bei den Ligaspielen filmen externe Dienstleister, die uns das Videobild direkt auf den Laptop projizieren, so dass wir noch während des Spiels schneiden können. Dadurch ist es uns möglich, den Trainern und Spielern schon in der Halbzeit einzelne Sequenzen zu zeigen“, sagt er. Geschnitten wird zum Beispiel nach Ballbesitz-, Defensiv- sowie Umschaltphasen, aber auch anderen Situationen wie Standards oder Torabschlüsse. Die dafür verwendete Software ermöglicht Quittkat „eine riesige Zeitersparnis“. Schließlich sei das Schneiden keine qualitative, inhaltliche Arbeit, sondern lediglich Mittel zum Zweck. Die inhaltliche Arbeit beginnt erst wieder zum Wochenstart. Am Montagmorgen, wenn Quittkat sein Büro betritt und sich mit den Trainern zur Nachbereitung trifft. Ein spannender Job, der aus weit mehr besteht als Fußball zu gucken und Videos zu schneiden.

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