Zum Inhalt springen

Inhaltsstarke Podiumsdiskussion zum Erinnerungstag

Hamburger Weg

28.01.19

Inhaltsstarke Podiumsdiskussion zum Erinnerungstag

Anlässlich des „Erinnerungstages im Deutschen Fußball“ am 27. Januar diskutierten verschiedene Vertreter unter Leitung des HSV über gesellschaftspolitische Verantwortung im Sport.

Im Rahmen des „Erinnerungstages im deutschen Fußball“, der von der im Jahr 2004 gegründeten Initiative „!Nie wieder“ ins Leben gerufen wurde, erinnerte ganz Fußballdeutschland am vergangenen Wochenende an die Befreiung der Überlebenden im Jahr 1945. Zusammen mit der KZ Gedenkstätte Neuengamme organisierte der HSV dazu ebenfalls verschiedene Veranstaltungen. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion über gesellschaftspolitische Verantwortung im Sport, die gestern im Haus des Sports in der Hansestadt stattfand. Cornelius Göbel, Leiter der HSV-Fanbetreuung, und Niko Stövhase, Leiter des HSV-Museums, konnten auf dem Podium Torkel Wächter, der Sohn des ehemaligen HSV-Spielers Walter Wächter, der als Jude und Kommunist von den Nationalsozialisten verfolgt wurde, Paula Scholz, Mitarbeiterin der KZ-Gedenkstätte Neuengamme sowie Moritz Schaefer, Vize-Präsident und Schatzmeister des HSV e.V. und Robert Claus, der zu den Themen Vielfalt und Antidiskriminierung im Fußball forscht und publiziert, begrüßen.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass es das Ziel ist, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und sich für Weltoffenheit einzusetzen. „Der Satz ‚Fußball ist nicht politisch‘ ist eine lieb gewonnene Ausrede für jeden, sich nicht rechtfertigen zu müssen und für sein Handeln einzustehen“, findet Robert Claus und führte bei der Veranstaltung aus, dass es aus seiner Sicht mit PR- und Öffentlichkeitsarbeit, Fanarbeit, Netzwerkarbeit und interne Maßnahmen vier Arbeitsfelder gebe. Durch seine große Öffentlichkeit müssen sich Fußball-Bundesligisten die wichtige Frage stellen, wo ein Verein mit seiner Fanszene in den nächsten 5-10 Jahren stehen will und wie der Verein Menschen unterstützen will, die sich für Toleranz einsetzen? „Das wird eine Leitfrage für die Vereine sein“, so Claus.

Der Schriftzug "Love Hamburg - Hate Racism" auf der Tribüne des Volksparkstadions.
Klares Statement im Volksparkstadion. Auch die Vereinssatzung wird in Kürze einen Passus enthalten, um sich klar gegen jegliche Form der Diskriminierungen zu stellen.

HSV-Vizepräsident Moritz Schaefer nahm den Ball auf und bestätigte, dass diese Themen in der heutigen Zeit mehr denn je wichtig seien. „Bei 87.000 Mitglieder soll klargestellt werden, dass der Verein für Werte steht, die mit der Unterschrift bzw. der Mitgliedschaft akzeptiert werden. Wer zuwider handelt, kann und soll künftig ausgeschlossen werden“. Dafür sei auch der Satzungsänderungsantrag des HSV e.V, der auf der vergangenen Mitgliederversammlung eingebracht und beschlossen wurde, gedacht. „Ziel war es, alle Gremien hinter sich zu bringen und sich klar gegen jegliche Form der Diskriminierungen zu stellen“, erklärte Schäfer. Beim täglichen „Leben der Werte“ sei man auf die Mithilfe der Fans und der Mitarbeiter angewiesen. Als Verein müsse man zudem Aktivitäten und Aktionen durchführen und anbieten, die glaubwürdig sind. Exemplarisch nannte er die Flüchtlingsmannschaft, den Rollstuhlbasketball oder die Zusammenarbeit mit Schulklassen.

Gerade der letzte Punkt wurde in der vergangenen Woche sehr erfolgreich durchgeführt. Im Rahmen des Moduls „Klassenzimmer in Action“ der HSV-Stiftung „Der Hamburger Weg“ fand vom 22. bis zum 24. Januar ein dreitägiger Workshop zum Thema „Fußball im Nationalsozialismus“ mit Schülerinnen und Schülern einer 12. Klasse statt. Dafür besuchten die Teilnehmer unter anderem die KZ Gedenkstätte in Neuengamme. Das Ergebnis, die Erfahrungen und die Erlebnisse wurden von den Schülerinnen und Schülern in einem Podcast zusammengefasst, der bei dem Gespräch ebenfalls vorgestellt wurde.

Hier könnt ihr den Podcast in voller Länge anhören.