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Berlin aus den Beinen, Gladbach im Kopf

Nachbericht

06.03.17

Berlin aus den Beinen, Gladbach im Kopf

Nach dem 1:0-Heimsieg gegen Hertha BSC steht aktuell die Regeneration im Fokus. Ab Mittwoch startet dann die Vorbereitung auf das nächste Punktspiel gegen Gladbach.  

Nach dem hart erkämpften 1:0-Heimsieg gegen Hertha BSC steht für die Rothosen heute und morgen die Regeneration im Vordergrund. So lassen sich die Spieler im Trainingszentrum des Volksparkstadions behandeln oder absolvieren individuelle Einheiten. Die Schlagzahl wird nach einer kräftezehrenden englischen Woche heruntergefahren. Diese fand nach der empfindlichen Niederlage in München (0:8) und dem Pokal-Aus gegen Gladbach (1:2) am gestrigen Sonntag mit dem Sieg über die Berliner einen versöhnlichen Abschluss. "Eine englische Woche in der Bundesliga ist gefühlt wie eine Ewigkeit", hatte Keeper Rene Adler nach der Partie gesagt. "Wir tun jetzt gut daran, das heute Gezeigte auch in den nächsten Spielen zu zeigen." Das nächste Punktspiel in der Bundesliga findet wieder am Sonntagabend (Anstoß 17:30 Uhr) statt und wie bereits vor fünf Tagen gastiert mit Borussia Mönchegladbach das Team der Stunde in der Festung Volkspark. Diese ist wiederum seit nunmehr sechs Bundesliga-Spielen vom HSV besetzt und soll mit allen Mitteln weiter verteidigt werden...      

HSV.de blickt noch einmal auf das gestrige Spiel gegen die Hertha zurück, gibt einen Überblick über die Personallage und wagt einen Ausblick auf die anstehende Woche.

Bobby Wood setzt sich gegen zwei Berliner im Tempodribbling durch.
Bobby Wood war kaum zu bremsen und stellte die Berliner Verteidigung immer wieder vor Probleme.

Zum Spiel: Zwischen dem Hamburger SV und Hertha BSC fand der erwartete Abreibungskampf statt. Die Rothosen überzeugten dabei besonders im ersten Durchgang mit frühem und effektivem Pressing und ließen den Tabellenfünften von der Spree dadurch kaum zur Entfaltung kommen. In der Folge erarbeitete sich der HSV mehr Spielanteile und hatte in Person von Nicolai Müller (19.) den Führungstreffer auf dem Schlappen. Die Gäste aus Berlin konnten ihrerseits kaum nennenswerte Torabschlüsse aufweisen. Auf das erlösende 1:0 mussten die Rothosen dann aber geduldig warten. In der 77. Minute behauptete der unermüdlich kämpfende Bobby Wood, der die zweitmeisten Sprints (38) aller Akteure und den Top-Speed (33,9 km/h) des Abends erreichte, im Strafraum einen eigentlich verlorenen Ball und legte zurück auf Aaron Hunt. Der Zehner bediente wiederum Albin Ekdal, der die Rothosen mit seinem ersten Bundesliga-Tor zum Sieg schoss. 

HSV-Sportchef Jens Todt zeigte sich am Tag nach dem Spiel zufrieden mit dem Ergebnis und erklärte in einer Presserunde: "Das war ein wichtiger Sieg, der einmal mehr die gute Mentalität der Mannschaft unterstreicht. Gegen München mussten wir einen sehr großen Ausrutscher hinnehmen, aber das Team hat sich am Ende der Woche voll rehabilitiert." Gleichwohl merkte der 47-Jährige an, dass das Spiel gegen Gladbach im Pokalviertelfinale trotz der 1:2-Niederlage besser war. Und rein statistisch hatte auch Hertha seine Anteile am Spiel, konnte mehr Ballbesitz (59:41 Prozent) und bessere Zweikampfwerte (55:45 Prozent) verzeichnen. Die bessere Zielstrebigkeit in Form von Schüssen aufs Tor (3:1) und eben Treffern (1:0) machte allerdings den Unterschied zu Gunsten des Bundesliga-Dinos. 

Jens Todt im Portrait beim Heimspiel gegen Berlin.
Jens Todt lobt die mannschaftliche Geschlossenheit.

Zur Personalsituation: Mergim Mavraj steht den Rothosen mit einem Sehnenanriss im Bereich des Kniegelenks weiterhin nicht zur Verfügung. Sein Ausfall wurde am vergangenen Donnerstag publik gemacht, die Ausfallzeit auf etwa vier Wochen geschätzt. "Ansonsten sind mir keine weiteren Ausfälle bekannt. Die Jungs haben das gestrige Spiel mit den gewöhnlichen Blessuren überstanden. Das ist erfreulich und kommt auch nicht häufig vor", erklärte Todt.  

Der Sportdirektor lobte zudem einmal mehr die mannschaftliche Geschlossenheit und betonte, dass jeder Spieler im Kader von Bedeutung ist. "Aaron Hunt ist ein gutes Beispiel. Er hat niemals etwas Negatives ausgestrahlt, das ist ein vorbildliches Verhalten. Jetzt kommt er aufgrund guter Leistungen im Training und in den Spielen zum Zug. Gleiches gilt für Pierre, der ebenfalls gut auf die aktuelle Situation reagiert. Wir versuchen immer wieder, der Gruppe gerecht zu werden und mit den Jungs zu kommunizieren. Der Verein muss dabei immer über den Einzelinteressen stehen."

Nicolai Müller und die Rothosen hatten im Pokal gegen formstarke Gladbacher zuletzt das Nachsehen.

Der Ausblick: Mit dem dreifachen Punktgewinn haben die Rothosen im Abstiegskampf wieder den Anschluss hergestellt und sind mit 23 Zählern nun punktgleich mit dem VfL Wolfsburg, der den ersten Nicht-Abstiegsplatz besetzt. Auch auf den Rängen davor sind mit Bremen (25 Punkte), Schalke (27) und Augsburg (28) weitere Teams in Schlagdistanz. Im Umfeld des Bundesliga-Dinos macht man sich allerdings bestmöglich davon frei, einen permanenten Blick auf die Konkurrenz zu werfen. "Wir müssen auf alles vorbereiten sein. Wir müssen davon ausgehen, dass auch die Konkurrenz ihre Spiele gewinnt und deshalb tun wir gut daran, den Fokus auf unser Spiel zu lenken", so Jens Todt. Cheftrainer Markus Gisdol schlägt in die gleiche Kerbe und betont: "Für uns ist es wichtig, dass wir nicht zu sehr auf die Tabelle und andere Ergebnisse schauen, sondern unser Ding durchziehen."

Das Ding des HSV sind in der jüngsten Vergangenheit vor allem die Spiele im heimischen Volkspark. So sind die Rothosen seit sechs Bundesliga-Partien daheim ungeschlagen - feierten vier Siege und holten zwei Unentschieden. "Wir haben uns vorgenommen, das Volksparkstadion zu einer Festung zu machen und befinden uns auf einem guten Weg. Der Rückhalt und die Unterstützung der Fans ist dabei phantastisch und eine große Hilfe für uns", weiß Todt. Lediglich im Pokalviertelfinale gegen Borussia Mönchengladbach verließ man zuletzt als Verlierer die eigene Spielstätte. Nun kommt die Gelegenheit, um es im Bundesliga-Duell mit den Fohlen besser zu machen. Ein harte Aufgabe, sind die Gladbacher doch mit der besten Rückrundenausbeute aller Mannschaften laut Jens Todt "das Team der Stunde". Um die Fohlen am Überspringen der nächsten Hürde zu hindern, werden alle Kräfte benötigt sein. Deshalb heißt es bis zum zweifachen Training am Mittwoch, die Beine wieder "frisch" zu bekommen!   

 

Den Nachbericht zum Heimspiel gegen Hertha BSC seht ihr auch bei HSV total!

(Kopie 1)