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Vorbericht HSV - Hertha BSC

Vorbericht

04.03.17

Gisdols erstes Rückspiel

Der HSV möchte gegen den Hauptstadtklub die zuletzt erlangte Heimstärke unterstreichen. Für Gisdol ist es das erste „Rückspiel“ in der Bundesliga.

Als der HSV in der Hinrunde bei Hertha BSC antrat, hatte sich Markus Gisdol gerade erst ein paar Tage ein Bild von seiner neuen Mannschaft machen können. Im Berliner Olympiastadion feierte der gebürtige Geislinger sein Trainerdebüt für die Rothosen. Trotz einer ansprechenden Leistung, vor allem im kämpferischen Bereich (sechs Gelbe Karten bedeuteten Saisonrekord), verloren die Hamburger mit 0:2. „Es hat ein paar Spiele gedauert, bis wir uns ein vollständiges Bild machen konnten. Dann haben wir gewisse Maßnahmen eingeleitet und seitdem haben wir ausgenommen vom Bayern-Spiel eine Entwicklung genommen, die sich sehen lassen kann“, sagt Gisdol über die letzten Monate.

Gideon Jung und Albin Ekdal im Zweikampf mit Pierre-Michel Lasogga.
Gideon Jung und Albin Ekdal, hier im Zweikampf gegen Lasogga, sind sowohl Optionen für die Sechser- als auch für die Innenverteidigerposition.

Drei Alternativen für Mavraj

Die Zahlen geben ihm Recht. Zum Start gab es zwar aus fünf Spielen nur einen Punkt, doch nach den angesprochenen Maßnahmen, holte der HSV unter seiner Leitung in 12 Begegnungen gute 19 Punkte. Nun geht es also von vorne los. Der Unterschied: Diesmal ist die Mannschaft absolut wettbewerbsfähig. Vor allem zuhause haben sich die Rothosen stark verbessert. Aus den letzten fünf Bundesliga-Heimspielen gab es drei Siege (Augsburg, Schalke, Leverkusen) und zwei Remis (Bremen, Freiburg). Nun kommen die Berliner, die ihrerseits auswärts eine eher ausbaufähige Bilanz aufweisen. In den bisherigen elf Auswärtsspielen holte man lediglich neun Punkte. Nur Schalke 04 (ein Auswärtssieg) und Darmstadt 98 (kein Sieg) haben in der Fremde seltener gewonnen. Bislang gab es für die Berliner lediglich zwei Siege, diese aber bei den ebenfalls im Abstiegskampf befindlichen Ingolstädtern (2:0) und Wolfsburgern (3:2). „Die Berliner sind Tabellenfünfter mit 37 Punkten und das spricht Bände. Sie haben eine sehr disziplinierte Mannschaft, die stabil spielt und sehr gut verteidigt – besonders nach einer Führung“, lobt Gisdol dann auch den Gegner.

In der Abwehr muss der Trainer zudem auf Mergim Mavraj verzichten, der sich im Pokalspiel gegen Gladbach einen Sehnenanriss im Bereich des linken Kniegelenks zugezogen hat. „Das ist natürlich ein Wermutstropfen. Er ist nicht nur als Spieler auf dem Platz, sondern auch außerhalb davon wertvoll“, sagt Gisdol, richtet den Blick aber sogleich wieder nach vorne. „Wir werden eine gute Lösung finden“. Diese könnte zum einen der wiedergenesene Johan Djourou sein, aber auch die zuletzt als Sechser eingesetzten Gideon Jung oder Albin Ekdal. „Sie haben vor der Winterpause bewiesen, dass sie ebenfalls Alternativen für die Innenverteidigung sind“, bestätigt Gisdol.

Markus Gisdol zeigt am Spielfeldrand etwas an.
Gegen Hertha BSC stand Markus Gisdol das erste Mal als HSV-Trainer am Spielfeldrand.

Gute Reaktion im Pokal

Auch sein Gegenüber muss personell noch ein bisschen tüfteln. Der Einsatz von Sebastian Langkamp (Nacken- und Rückenprobleme, die in die Wade ausstrahlen) ist zwar wahrscheinlich, allerdings ist Fabian Lustenberger noch erkrankt, so dass eine Entscheidung, ob er die Reise nach Hamburg mit antritt, noch aussteht. Dardai ließ seine Profis zur Stärkung des Teamgeistes und der Konzentration unter der Woche mit der Sportpistole an den Schießstand gehen. Ob es etwas gebracht hat, wird man am Sonntag sehen.

Der HSV hat unter der Woche schon eine gute Reaktion auf das letzte Bundesliga-Spiel gegen Bayern München gezeigt. Der Auftritt im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach war zwar leider nicht von Erfolg gekrönt (1:2), die Leistung macht aber dennoch Mut, dass die acht Gegentore bereits wieder aus den Köpfen heraus sind. „Für uns ist es immer wieder wichtig, die Dinge schnell abzuhaken. Diese Fähigkeit hat unsere Mannschaft“, sagt Gisdol. Dies soll nun gegen Hertha auch in Punkte umgemünzt werden. Ein noch weiterer Blick zurück macht zusätzlich Mut. Das letzte Heimspiel gegen die Berliner fand fast auf den Tag genau vor einem Jahr statt. Am 5. März 2016, auch ein Sonntag um 17.30 Uhr, gewannen die Hamburger durch zwei Tore von Nicolai Müller mit 2:0. Wiederholung absolut erwünscht. 

Für das Spiel stehen bereit: Tor: Adler, Mathenia; Feld: Bahoui, Diekmeier, Djourou, Douglas Santos, Ekdal, Gregoritsch, Holtby, Hunt, Janjicic, Jung, Kostic, Lasogga, N. Müller, Ostrzolek, Papadopoulos, Sakai, Walace, Wood

Nicht dabei: Mavraj (Sehnenanriss am Knie), Götz, Jatta, Porath, Waldschmidt (alle U21)

Gelbsperre droht: Müller, Santos (beide 4 Gelbe Karten)

So könnte Hertha BSC spielen: Jarstein - Pekarik, S. Langkamp, Brooks, Plattenhardt - Stark, Skjelbred - Haraguchi, Darida, Kalou - Ibisevic

Fraglich: Lustenberger (krank)

Nicht dabei: Baak (Innenbandverletzung im Knie), Weiser (Trainingsrückstand), Baumjohann (Mandelentzündung), Maier (Innenbandverletzung im Knie), Kurt (Aufbautraining nach OP am Sprunggelenk), Schieber (Knieoperation)

Gelbsperre droht: Ibisevic (4 Gelbe Karten)

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)