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0:3 - HSV unterliegt bei Borussia Dortmund

Spielbericht

04.04.17

0:3 - HSV unterliegt bei Borussia Dortmund

Der HSV unterliegt im Dienstagabendspiel des 27. Spieltages trotz einer guten Leistung bei Borussia Dortmund mit 0:3 (0:1). Die Tore für den BVB erzielten Castro (13.), Kagawa (81.) und Aubameyang (90.+2).

Sie war etwas unglücklich aus Hamburger Sicht, diese 0:3-Niederlage bei Borussia Dortmund, auf jeden Fall aber fiel sie zu hoch aus. Denn nachdem der BVB zu Beginn besser ins Spiel gefunden hatte und durch einen Freistoß-Treffer von Gonzalo Castro (13.) auch früh in Führung gegangen war, zeigten die Hamburger im Anschluss mehr Präsenz auf dem Platz, bissen sich zunehmend in die Partie und kamen zu einigen guten Möglichkeiten. Auch nach dem Seitenwechsel präsentierte sich das Team von Trainer Markus Gisdol sowohl kämpferisch als auch spielerisch sehr positiv und stellte die favorisierten Dortmunder vor Probleme. Am Ende aber machten die Gastgeber, die die Mehrzahl der Großchancen für sich verbuchen konnten, durch Shinji Kagawa (81.) und Pierre-Emerick Aubameyang (91.+2) den Sieg perfekt und bleiben damit auch im 34. Bundesliga-Heimspiel in Folge ungeschlagen.

Dortmunds Aubameyang war im ersten Durchgang oft in Aktion, wurde von der HSV-Defensive (hier Ostrzolek) aber vehement bearbeitet und vorerst am Torerfolg gehindert.
Dortmunds Aubameyang war im ersten Durchgang oft in Aktion, wurde von der HSV-Defensive (hier Ostrzolek) aber vehement bearbeitet und vorerst am Torerfolg gehindert.

Lange Zeit offenes Spiel...

HSV-Trainer Markus Gisdol musste beim Tabellenvierten verletzungsbedingt gleich mehrfach umbauen. Top-Scorer Müller fehlte, er hatte sich am Samstag gegen den 1. FC Köln einen Innenbandriss im Knie zugezogen und wurde in Dortmund von Gregoritsch ersetzt. Und auch defensiv musste der Coach improvisieren: Mit Papadopoulos, Jung und Djourou fielen gleich drei Kandidaten für die Innenverteidigung aus, so dass Ekdal aushelfen musste. Der Schwede und seine Abwehrkollegen bekamen auch gleich ordentlich was zu tun, denn der BVB trat spielfreudig und in seinen Aktionen extrem temporeich auf. Dennoch musste ein ruhender Ball herhalten: Castro verlud Adler mit seinem Freistoß, den er nicht wie erwartet über die Mauer , sondern scharf ins Torwarteck setzte - 1:0 nach einer knappen Viertelstunde.

Dafür hielt Adler aus dem Spiel heraus alles - und da kam zu Beginn einiges. Allein Aubameyang lief gleich zweimal komplett frei auf Adler zu, der aber die beiden Hundertprozentigen in herausragender Manier vereitelte. Doch auch die Rothosen, die komplett in blau spielten, versteckten sich nicht und suchten in der Dortmunder Formation immer wieder nach Lücken - und fanden sie allein in der ersten halben Stunde zweimal. Wood war jeweils der Nutznießer, doch auch er konnte seine Alleingänge in Richtung BVB-Keeper Bürki nicht erfolgreich abschließen, beide Male verhinderte der Schweizer Woods Saisontreffer Nummer 6. Dennoch: je länger die erste Hälfte dauerte, um so besser kamen die Gäste rein. Mehr und mehr unterband der HSV das Dortmunder Offensivspiel, zeitweilig legte er es sogar komplett lahm und bekam zudem immer mehr Spielanteile und Torabschlüsse. So konnten sich zum Ende der ersten Hälfte die Dortmunder glücklich schätzen, dass sie mit ihrer knappen Führung in die Pause gingen.

Rene Adler parierte in mehreren Szenen überragend und hielt den HSV damit lange Zeit im Spiel - umso bitterer, dass er sich in der letzten Szene des Spiels noch verletzte.
Rene Adler parierte in mehreren Szenen überragend und hielt den HSV damit lange Zeit im Spiel - umso bitterer, dass er sich in der letzten Szene des Spiels noch verletzte.

 

... mit bitterem Ende

Der HSV begann die zweite Halbzeit so selbstbewusst, wie er die erste beendet hatte. Viel Ballbesitz, Zug zum Tor - doch bereits nach wenigen Minuten drehte Dortmund den Spieß um. Die Borussen zogen nun wieder deutlich an und erspielten sich drei, vier hochkarätige Chancen, die die Rothosen aber im entscheidenden Moment vereiteln konnten. So blieb der HSV im Spiel - und kam nach gut einer Stunde mit Macht zurück. Nun waren wieder die von rund 5.000 Fans begleiteten Hamburger am Drücker, die durch Wood und Kostic mehrfach ganz dicht dran waren am Ausgleich. So entwickelte sich eine Partie mit immensem Unterhaltungsfaktor.

Beide Mannschaften agierten offensiv und mit relativ offenem Visier: Der BVB suchte die Entscheidung, der HSV wollte den Ausgleich - es ging hin und her im ausverkauften Signal Iduna Park, in dem die Schlussphase dann die Entscheidung bringen sollte. Gisdol brachte mit Hunt und Lasogga frische Offensivkräfte, die Hamburger setzten jetzt logischerweise alles auf eine Karte. Dieser Mut brachte auch viele Torraumszenen ein, barg auf der anderen Seite aber natürlich die Gefahr, gegen die immens schnellen und spieltarken Dortmunder in gefährliche Konter zu laufen. Und so nutzten die Gastgeber am Ende dann doch ihre Klasse und ihr Chancenplus, um in den letzten zehn Minuten mit dem 2:0 die Entscheidung herbeizuführen und mit dem 3:0 in der Nachspielzeit den Endstand herzustellen. Besonders bitter hierbei aus Hamburger Sicht: Beim zweiten Gegentreffer verletzte sich Ekdal, der anschließend ausgewechselt werden musste, beim dritten dann auch noch Adler - ein bitter Ausklang eines bis dahin spannenden Fußballabends.

 

Das Spiel im Stenogramm:

Borussia Dortmund:  Bürki - Piszcek, Ginter, Bartra, Guerreiro (78. Passlack) - Weigl (78. Sahin) - Mor (60. Pulisic), Castro - Dembele, Kagawa - Aubameyang

Hamburger SV: Adler - Diekmeier, Mavraj, Ekdal (83. Janjicic), Ostrzolek - Sakai, Walace, Gregoritsch (60. Hunt), Holtby, Kostic - Wood (84. Lasogga)

Tore: 1:0 Castro (13.), 2:0 Kagawa (81.). 3:0 Aubameyang (90.+2)

Zuschauer: 81.360 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)

Gelbe Karten: Ekdal (12.), Kostic (66.), Holtby (80.) / Ginter (29.)

Gelb-Rote Karten: - / -

Rote Karten: - / -

 

Das Spiel im Zeitraffer:

Min. Aktion
4. Der BVB überrennt den HSV - im wahrsten Sinne des Wortes: Weigl in den Lauf von Aubameyang, der allein auf Adler zuläuft, doch Hamburgs Keeper macht sich ganz breit und entscheidet dieses Eins-gegen-eins-Duell per Fußabwehr für sich.
10. Der HSV mit der Antwort: Gregoritsch legt den Ball volley perfekt auf für Wood, der auf und davon geht und allein auf Bürki zurennt, doch der Schweizer zuckt mit dem Fuß und verhindert das 0:1.
13. 1:0! Die Dortmunder Führung: Ekdal soll Mor gehalten haben, es gibt Freistoß - und den schießt Castro aus 20 Metern nicht über die Mauer, sondern an der Mauer vorbei scharf ins Torwarteck und erwischt Adler damit auf dem falschen Fuß. Bitter!
25. Wieder ist es Wood, der die Situation erkennt und aus der Zentrale mit Ball am Fuß lossprintet, allerdings vehement verfolgt von der Dortmunder Innenverteidigung, die ihn kurz vor Bürki entscheidend stören und am 1:1 hindern kann.
27. Noch einmal das Duell Aubameyang gegen Adler: Wieder bleibt der HSV-Schlussmann lange stehen und vereitelt nach Kagawas Hackentrick-Vorlage im nächsten direkten Duell gegen Aubameyang den Treffer - der Ball landet direkt in Adlers Gesicht.
38. Und auch Wood versucht es noch einmal: Nach einer scharfen Flanke von Kostic fliegt Hamburgs Sturmspitze durch den Strafraum, setzt seinen Kopfball aber knapp am linken Pfosten vorbei.
50. Das muss eigentlich das 2:0 sein: Nach Aubameyangs Kopfballablage steht Guerreiro am Fünfer frei vor Adler, doch der kommt herausgeflogen und fuchtelt ihm irgendwie noch den Ball vom Fuß - überragend!
58. Doppelchance für Dortmund: Erst ist Kagawa ganz frei, kurz darauf Dembele, doch erst Ostrzolek und dann Ekdal schmeißen sich mit allem was sie haben in die Zweikämpfe und in die Bälle - und verhindern so das 0:2.
64. Jetzt wieder der HSV am Drücker - und seinerseits mit einer Doppelchance: Erst klärt Weigl Woods Kopfball kurz vor der Linie, Sekunden später nimmt Kostic den Ball aus acht Metern volley, setzt ihn aber auf statt ins Tornetz.
73. Und das hier kennen wir schon: Aubameyang geht nach Kagawa-Zuspiel allein auf Adler zu, doch dieses Mal ist der Winkel etwas spitzer und Adler macht die kurze Ecke zu, so dass Auba den Ball am langen Pfosten vorbeischiebt.
74. Die Rothosen antworten direkt - und wieder ist es Kostic, der sich ein Herz fasst: Solo auf links durch drei Dortmunder hindurch, doch sein Schuss aus zwölf Metern zerschellt an Bürkis Fäusten.
81. 2:0! Die Entscheidung! Ekdal zerrt sich im Sprintduell mit Aubameyang, der somit freie Fahrt hat und dieses Mal querlegt auf den mitgelaufenen Kagawa - leeres Tor, eingeschoben, 2:0.
90.+2 3:0! Der Schlusspunkt: Der HSV hat durch Kostic sogar noch einmal den Anschluss auf dem Fuß, doch wieder sind Bürkis Fäuste im Weg - und dann läuft der Konter, den Aubameyang dieses Mal sauber zu Ende bringt, Adler umkurvt und zum 3:0 einschiebt.
Borussia Dortmund Statistik zum Spiel Hamburger SV
17 Torschüsse 16
58% Ballbesitz 42%
54% Zweikämpfe 46%
85% Passquote 75%
6 Ecken 4
9 Flanken aus dem Spiel 13
1 Abseits 2
6 Fouls am Gegenspieler 10
Aubameyang 6 Torschüsse 7 Kostic
Kagawa 5 Torschussvorlagen 4 Diekmeier
Bartra 91 Ballaktionen 80 Kostic
Weigl 82% Zweikampfquote 75% Mavraj
Mor 4 Flanken aus dem Spiel 5 Kostic
*Mehrere Spieler mit dem gleichen Wert

Die Zusammenfassung des Spiels seht ihr bei HSV total!

(Kopie 4)