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Internationaler Tag gegen Rassismus: „Respekt für mich völlig normal!“

Interview

21.03.17

Internationaler Tag gegen Rassismus: „Respekt für mich völlig normal!“

Zum Internationalen Tag gegen Rassismus hat U21-Kapitän Dennis Strompen seinen Teamkollegen Bakery Jatta getroffen und mit ihm über seine bisherigen Eindrücke in Deutschland gesprochen. 

Seit mehr als eineinhalb Jahren lebt Bakery Jatta nun in einer für ihn komplett neuen Welt. Als gerade mal 17-Jähriger kam der Gambianer im Sommer 2015 nach einer wochenlangen und gefährlichen Flucht über das Mittelmeer und Italien nach Deutschland. Ein neues Land, eine neue Kultur und ganz viele neue Eindrücke. Bakery nahm diese Herausforderung nicht nur an, sondern verwirklichte sich in kurzer Zeit sogar einen großen Traum. Nach einem Probetraining beim HSV, unterschrieb er im Sommer des vergangenen Jahres einen Profivertrag beim Bundesliga-Dino. Seitdem sind einige Monate vergangen und anlässlich des heutigen "Internationalen Tags gegen Rassismus" hat ihn sein Teamkollege Dennis Strompen getroffen und mit ihm über seine bisherigen Eindrücke in Deutschland gesprochen. 

Bakery Jatta im Trainingslager.
Schon viel erlebt: Bakery Jatta unterschrieb 2016 einen Drei-Jahres-Vertrag beim HSV.

Bakery, du wohnst nun bald seit knapp einem Jahr in Hamburg, der schönsten Stadt Deutschlands. Fühlst du dich wohl hier? 

Ja, ich fühle mich wohl hier und bin glücklich. Zu Beginn war es zwar etwas schwierig, weil Hamburg eine sehr große Stadt ist und aufgrund des Trainings wenig Zeit bleibt, um die Gegend näher kennenzulernen. Wenn ich aber mal Zeit finde, spaziere ich gerne an der Alster. Es ist richtig schön dort, weil sich hier viele Leute aufhalten. Außerdem gehe ich gerne in die Innenstadt, trinke etwas und beobachte das Treiben der Menschen. 

Magst du die Menschen in Hamburg? 

Na klar, nicht nur die Hamburger, sondern generell die Menschen in Deutschland. Das Leben ist sehr angenehm und ich bin sehr glücklich, hier sein zu dürfen. Jeder Tag ist eine neue Erfahrung für mich. Gerade wenn wir zu Auswärtsspielen fahren, bekomme ich einen Eindruck vom Land, sehe viele neue Gegenden, Dinge und Menschen und erhalte so eine Vorstellung davon, wie das Leben in Deutschland abläuft. 

Wie genießt du deine freien Tage?

Den Großteil meiner Freizeit verbringe ich noch in Bremen. Dort leben meine Freunde und das macht es etwas leichter für mich. In Hamburg genieße ich es wie gesagt vor allem, in der Stadt und unter Menschen zu sein. Gelegentlich gehe ich Chinesisch essen oder setze mich ins Alex und trinke etwas.

Für mich steht fest, ob jemand jung oder alt ist, ich zolle jedem Respekt. Ich respektiere alle Menschen!

Du bist als völlig Fremder in ein neues Land auf einen anderen Kontinent gekommen. Hast du mal Situationen erlebt, in denen dir die Leute ohne Respekt begegnet sind? 

Natürlich kommt es vor, dass dir Leute keinen Respekt entgegenbringen, obwohl man ihnen gegenüber respektvoll ist. Das passiert aber leider nicht nur in Deutschland, sondern überall auf der Welt. Es ist leider in vielen Ländern alltäglich und das kann ich nicht verstehen.  

Heute ist der Internationale Tag gegen Rassismus. Hast du eine besondere Botschaft?

Für mich steht fest, ob jemand jung oder alt ist, ich zolle jedem Respekt. Ich respektiere alle Menschen und für mich ist dieser Respekt auch völlig normal. Es sollte für jeden und überall so sein. Denn in meinen Augen ist das der richtige Umgang, um sich in einem fremden Land bestmöglich zurechtzufinden.