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Die größten Spiele im Volksparkstadion

Saison

19.12.17

Die größten Spiele im Volksparkstadion

Ob Jahrhundert-Unentschieden, Last-Minute-Meisterschaft oder das einzige deutsch-deutsche Duell der Fußballgeschichte – das Volksparkstadion war schon mehrfach Schauplatz ganz besonderer Fußballschlachten. Vorhang auf für unvergessliche Spiele!    

Das HSVlive-Magazin hat dem Volksparkstadion in der Dezember-Ausgabe einen Themen-Schwerpunkt gewidmet und unter anderem die zehn größten Spiele in der Hamburger Spielstätte aufgeführt. HSV.de veröffentlicht Auszüge der Story. Die komplette Geschichte sowie weitere Stories rund um das Volksparkstadion gibt es im HSVlive-Sonderheft, das digital in der "HSV-Magazin"-App (iOS, Android) oder als Printausgabe in allen HSV-Fanshops erhältlich ist.


Spanische Jubeltraube: Atletico Madrid feiert den Triumph der Europa League 2010. Mittendrin mit den Händen am Pokal ist Doppeltorschütze Diego Forlan.

12.05.2010 – Atletico Madrid 2:1 n. V. (1:1, 1:1) FC Fulham  

Das verpasste Heimfinale: Ein Endspiel in einem europäischen Wettbewerb darf in der Bestenliste der größten Spiele im Volkspark nicht fehlen, wenngleich sich die HSV-Fans nur ungern an das Finale der Europa League 2009/10 zurückerinnern werden. Schließlich scheiterten die Rothosen im Halbfinale gegen den FC Fulham (0:0 im Hin- und 1:2 im Rückspiel) denkbar knapp an einem Endspiel vor heimischen Publikum. Dies tragen letztlich der älteste noch aktive Proficlub der britischen Hauptstadt und der spanische Traditionsverein Atletico Madrid aus. Beide Teams liefern sich dabei ein dramatisches Finale mit dem besseren Ausgang für die Spanier. Held des Abends: Diego Forlan, der mit seinem Doppelpack (32. und 116.) den ersten Europapokalsieg Atleticos seit 48 Jahren perfekt macht. Seinen Siegtreffer in der Verlängerung bejubelt der Argentinier ausgelassen, reißt sich das Trikot vom Leib und rutscht in Diver-Manier über den Hamburger Rasen. 


Weltstar im Volkspark: Didier Drogba ist erstmals mit seinem Heimatland bei einer Weltmeisterschaft, muss sich im Gruppenspiel gegen Argentinien aber knapp geschlagen geben.

10.06.2006 – Argentinien 2:1 (2:0) Elfenbeinküste 

„Sommermärchen“ in Deutschland und Hamburg mittendrin: Bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland ist das Volksparkstadion einer von zwölf Austragungsorte. Vier Gruppenspiele sowie ein Viertelfinale finden im „FIFA WM-Stadion Hamburg“ statt. Ausgerechnet in einem der besten Turnierspiele – dem Eröffnungsspiel der Gruppe C zwischen Argentinien und der Elfenbeinküste – ist das Stadion mit 49.480 von 50.000 möglichen Zuschauern nicht restlos ausverkauft. Mit Hernan Crespo und Didier Drogba stehen sich zwei Weltklasse-Stürmer gegenüber und tragen sich jeweils in die Torschützenliste ein. Außerdem trifft Javier Saviola für die siegreichen „Gauchos“, die später im Viertelfinale auf die DFB-Auswahl treffen und in einem denkwürdigen Elfmeterschießen mit 2:4 ausscheiden. Der deutsche WM-Traum platzt schließlich im Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Italien, der übrigens zuvor sein Viertelfinalspiel gegen die Ukraine mit 3:0 im Volksparkstadion gewinnt.   


Last-Minute-Meister: Mit einem Treffer im letzten Moment sichern sich die Bayern 2001 im Volkspark ihre 17. Meisterschaft.

19.05.2001 – Hamburger SV 1:1 (0:0) FC Bayern München  

Drama, Drama, Drama: Am 19. Mai 2001 ist das Volksparkstadion Schauplatz des spektakulärsten Meisterschaftsfinales der Bundesliga-Geschichte. Der FC Bayern München und der FC Schalke 04 liefern sich ein Fernduell im Kampf um die Meisterschaft und der HSV ist das Zünglein an der Waage. Die Bayern benötigen – vorausgesetzt eines Sieges der Schalker gegen Unterhaching – zumindest ein Unentschieden im Volkspark. Doch während Schalke mit 5:3 führt, gerät München in der 90. Minute durch einen Treffer von Sergej Barbarez mit 0:1 in Rückstand. Der Bosnier schnappt sich damit die Torjägerkanonen, für die Bayern scheint die Schale futsch. Doch ausgerechnet der vom FC Schalke 04 an den HSV ausgeliehene Keeper Mathias Schober nimmt einen Rückpass regelwidrig im Strafraum auf. Die Bayern haben in der 4. Minute der Nachspielzeit per indirektem Freistoß die Chance auf den Ausgleich. Stefan Effenberg tippt den Ball an, Patrik Andersson zimmert ihn aus acht Metern in die Maschen – sein einziger Treffer für die Bayern. Der Rest ist Geschichte: Komplette Ekstase auf der Bayern-Bank, Oliver Kahn an der Eckfahne, Tränen im Schalker Parkstadion – mehr Herzschlagfinale geht nicht!  


Außer Rand und Band: Roy Präger, Sergej Barbarez, Torschütze Niko Kovac und Nico-Jan Hoogma bejubeln das zwischenzeitliche 4:3.

13.09.2000 – Hamburger SV 4:4 (1:2) Juventus Turin 

Das größte Heimspiel der jüngsten HSV-Historie: Der HSV ist nach 17 Jahren zurück in der Königsklasse und bekommt es im ersten Spiel der Gruppenphase mit dem Star-Ensemble von Juventus Turin zu tun. Der italienische Meister um Trainer Carlo Ancelotti und die Superstars Zinedine Zidane, Alessandro Del Piero, Edwin van der Sar, Edgar Davids und Co. gilt als haushoher Favorit, eine Niederlage scheint vorprogrammiert. Doch dann liefern die Rothosen einen unvergesslichen Fight ab, kämpfen sich nach einem 0:1- und einem 1:3-Rückstand auf dramatische Art und Weise zurück und stellen die Partie in der 82. Minute mit dem 4:3-Führungstreffer durch Niko Kovac endgültig auf den Kopf. Der Volkspark rastet aus, Sitzkissen fliegen durch die Luft und müssen anschließend minutenlang wieder eingesammelt werden. Juve gelingt letztlich noch der 4:4-Ausgleich, so dass die Begegnung als „Jahrhundert-Unentschieden“ in die Geschichtsbücher eingeht. Unvergesslich! 


Lehrreiches Duell: „Ich habe Marco van Basten meine Karriere zu verdanken. Damals habe ich gelernt, dass ich noch mehr an mir arbeiten muss“, erklärte Jürgen Kohler einst im Rückblick auf das EM-Halbfinale 1988.

21.06.1988 – BR Deutschland 1:2 (0:0) Niederlande  

EM-Traum ausgeträumt und das ausgerechnet im Volkspark: Im Halbfinale der Europameisterschaft 1988 im eigenen Land unterliegt Deutschland im Halbfinale den großen Nachbarschaftsrivalen Niederlande hauchdünn mit 1:2. Im Fokus der Partie steht dabei das Duell zwischen Innenverteidiger Jürgen Kohler und Sturm-Ikone Marco van Basten. Wie ein Kettenhund bewacht der „Kokser“ den Torjäger der Niederländer und weicht keinen Zentimeter von ihm. Doch zweimal erwischt ihm das holländische Schlitzohr dann doch und zweimal landet der Ball im Netz. In der 74. Minute kommt Kohler im Strafraum zu spät und verursacht einen Elfmeter. Ronald Koeman verwandelt den fälligen Strafstoß und egalisiert damit die 1:0-Führung durch Lothar Matthäus (55., FE). Und in der 88. Minute spitzelt van Basten die Kugel mit seinem Rechten halb grätschend links an Eike Immel vorbei ins lange Eck. Das Ergebnis ist bekannt: Holland steht im Finale, Deutschland ist raus. 

 

Die weiteren Top-Spiele im Volksparkstadion sowie viele weiter Stories rund um die Spielstätte des HSV gibt´s in der aktuellen Ausgabe des HSVlive-Magazins.