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1:3 – Der HSV unterliegt im Pokal beim VfL Osnabrück

Spielbericht

13.08.17

1:3 – Der HSV unterliegt im Pokal beim VfL Osnabrück

Der HSV hat den Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals verpasst. Die Hamburger unterlagen dem VfL Osnabrück am Sonntagnachmittag (13. August) mit 1:3 (0:1).

Der Hamburger SV hat den Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals gegen den VfL Osnabrück verpasst. Am Sonntagnachmittag (13. August) unterlagen die Rothosen beim Drittligisten vor 16.667 Zuschauen im Stadion an der Bremer Brücke mit 1:3 (0:1). Und das, obwohl sie aufgrund einer Roten Karte für Osnabrücks Marcel Appiah (18.) sogar knapp 70 Minuten in Überzahl spielten. VfL-Kapitän Halil Savran brachte die Gastgeber im ersten Durchgang in Führung (39.), bevor Marc Heider (61.) und Ahmet Arslan (71.) in der zweiten Halbzeit zum zwischenzeitlichen 3:0 erhöhten. Bobby Wood konnte durch einen verwandelten Handelfmeter nur noch auf 1:3 verkürzen (74.).

Halil Savran trifft zur VfL-Führung.
Keine Chance für Christian Mathenia: VfL-Kapitän Halil Savran verwandelt aus kurzer Distanz zur Führung für die Osnabrücker.

VfL-Führung trotz Unterzahl

Nach einer fast 40-tägigen Vorbereitung schickte Cheftrainer Markus Gisdol seine Elf gegen den VfL Osnabrück im altbewehrten 4-2-3-1-System ins Rennen. Auf der linken Außenbahn durfte Neuzugang und Geburtstagskind Andre Hahn von Beginn an ran und kam damit zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz für die Rothosen. Auf der Zehnerposition erhielt zunächst Aaron Hunt den Vorzug vor Lewis Holtby und agierte als hängende Spitze hinter Bobby Wood, auf dem linken Flügel startete Nicolai Müller. Den Kasten hütete Christian Mathenia, der in dieser Woche vom Trainer zur neuen Nummer Eins ernannt worden war. 
Im Stadion an der Bremer Brücke entwickelte sich von Beginn an eine nickelige Partie, mit einigen Fouls auf beiden Seiten. Die Hamburger taten sich dabei anfänglich schwer, einen Spielfluss zu entwickeln. Es war deutlich zu spüren, dass der VfL Osnabrück bereits seit einigen Wochen wieder im Spielrhythmus ist, doch auch sie benötigten mehr als 15 Minuten, um sich dem Kasten von Mathenia erstmals anzunähern (17.). Dann der erste Aufreger: Nach einem schnellen Konter von Bobby Wood, holte Osnabrücks Innenverteidiger Marcel Appiah den US-Stürmer als letzter Mann unsanft von den Beinen (18.). Schiedsrichter Deniz Aytekin entschied auf Notbremse und damit auf Rot für Appiah. Der HSV agierte also fortan in Überzahl und fand immer besser in die Partie.

Zeitweise spielten sich die Rothosen im wahrsten Sinne des Wortes am Sechszehnmeterraum der Osnabrücker fest, suchten vergeblich die Lücke bei den sehr kompakt verteidigenden VfLern. Hahn (30.) und Hunt (33.) hatten die besten Gelegenheiten zur Führung. Schließlich aber waren es die Lila-Weißen, die nach einer schönen Kombination in Führung gingen: VfL-Kapitän Halil Savran musste die Flanke von Nazim Sangaré im Fünfmeterraum nur noch einschieben (39.). In der Folge verpassten Hahn (43.) und Müller (45.+2) die Chance zum verdienten Ausgleich und es ging mit dem 0:1 in die Pause.

Bobby Wood im Zweikampf.
Bobby Wood verkürzte mit seinem verwandelten Handelfmeter auf 1:3 aus Sicht der Rothosen.

Handelfmeter kommt zu spät

Markus Gisdol reagierte auf den Zwischenstand und stellte den offensiveren Lewis Holtby für Jung auf die Doppelsechs neben Walace. Die Rothosen waren weiter die deutlich spielbestimmende Mannschaft, suchten aber wie bereits in der ersten Halbzeit vergeblich die Lücke in der VfL-Abwehr. Erneut waren es dann die Osnabrücker, die ihre Konter eiskalt nutzten. Zunächst war es Rechtsaußen Marc Heider, der aus kurzer Distanz einschob (61.), bevor nur gut zehn Minuten später der ehemalige HSVer Ahmet Arslan mit der Fußspitze zum 3:0 erhöhte (71.). 

Die Rothosen warfen mit den Einwechslungen von Luca Waldschmidt und Sven Schipplock nun alles nach vorne, mehr als ein Handelfmeter sprang dabei aber nicht heraus. Konstantin Engel sprang der Ball bei einer Grätsche an den Oberarm, Bobby Wood verwandelte zum 1:3. Alles Bemühen der Rothosen reichte am Ende nicht. Zwar kamen Waldschmidt (76.) und Holtby dem Kasten von Keeper Gersbeck noch einige Male gefährlich nahe (77., 78., 88.), doch Tore fielen keine mehr. Wie schon vor acht Jahren schied man als Favorit an der Bremer Brücke aus.

Das Spiel im Stenogramm:

HSV: Mathenia – Sakai, Papadopoulos, Mavraj, Douglas (64. Waldschmidt) – Walace, Jung (46. Holtby) – Müller, Hunt (80. Schipplock), Hahn – Wood 

VfL Osnabrück: Gersbeck – Sangare, Susac, Engel, Appiah – Danneberg, Groß, Heider (84. Kristo), Arslan – Savran (70. Reimerink), Alvarez (21. Zorba)

Tore: 1:0 Savran (39.), 2:0 Heider (61.), 3:0 Arslan (71.), 3:1 Wood (74., HE)

Gelbe Karten: Savran (6.), Sangare (51.) / Hahn (5.), Papadopoulos (26.), Jung (38.) 

Gelb-Rote Karten: - / -

Rote Karten: Appiah (18.) / - 

Schiedsrichter: Deniz Aytekin 

Zuschauer: 16.667 (ausverkauft)

Min. Aktion
4. Erster Vorstoß des HSV. Wood passt aus dem Zentrum auf die rechte Seite zu Nicolai Müller. Im Strafraum angekommen versucht der Flügelflitzer in den Rückraum zu legen, Susac kann aber zur Ecke klären - diese bringt keinen Ertrag.
15. Erste Offensivbemühungen beim VfL. Auf der rechten Seite stößt Christian Groß bedrängt von Hunt mal bis zur Grundlinie durch, seine Flanke in die Mitte landet dann aber im Toraus und stellt keine Gefahr dar.
18. Bobby Wood ist auf und davon und lässt sich nicht abschütteln. Osnabrücks Marcel Appiah kann den US-Stürmer nur per Grätsche kurz vor dem Sechszehner stoppen. Schiedsrichter Aytekin sieht eine Notbremse und zeigt Appiah die Rote Karte. Der HSV fortan in Überzahl!
33. Aaron Hunt legt ab auf Papadopoulos, der köpft aufs kurze Toreck. Doch VfL-Keeper Gersbeck ist auf seinem Posten und lenkt den Ball um den Torpfosten.
35. Super Ball von Andre Hahn in den Lauf von Aaron Hunt, doch VfL-Keeper Gersbeck ist wieder einmal zur Stelle und eilt aus seinem Tor. An der Strafraumgrenze stoßen beide aufeinander. Der Torhüter behält final die Oberhand und kann klären.
39. 0:1! Außenverteidiger Sangare lässt nach einer Kopfballverlängerung sowohl Mavraj als auch Papadopoulos stehen und spielt dann von rechts kommend genau im richtigen Moment auf Savran, der nur zum 1:0 einzuschieben braucht.
43. Die Chance zum Ausgleich! Aaron Hunt mit einem tollen Heber über die Abwehrreihe in den Lauf von Andre Hahn. Dieser hat freistehend vor Gersbeck alle Möglichkeiten zum Ausgleich, scheitert aber per Lupfer am Keeper.
53. Hunt bekommt den Ball knapp 17 Meter vorm Tor serviert, entscheidet sich aber für einen Heber in den Strafraum, den der VfL klären kann. Da war mehr drin.
61. 0:2 für den VfL. Der HSV lässt sich zum zweiten Mal - mit der zweiten Chance des Drittligisten überhaupt - ausspielen. Marc Heider zur Stelle und trifft aus kurzer Distanz zum 2:0. Bitter.
67. Mathenia ist zur Stelle. Savran ist auf links durch und bringt den Ball per Außenrist in die Mitte zu Heider. Bevor dieser erneut einschieben kann, lenkt Mathenia den Ball vorbei.
71. 0:3! Sangare mit einem eigentlich ungefährlichen Aufsetzer-Ball aus dem rechten Halbfeld in den Strafraum. Doch Sakai weicht zurück, Mathenia kommt nicht heraus und Ahmet Arslan ist Nutznießer dieses Missverständnisses.
73. 1:3! Engel vergrößert im VfL-Strafraum seine Körperfläche unerlaubt mit den Händen. Aytekin zeigt auf den Punkt und Bobby Wood verwandelt.
76. Sakai bedient Luca Waldschmidt, der wiederum aus spitzem Winkel von rechts aufs Tor zieht. Ecke für den HSV.
77. Lewis Holtby fasst sich aus der Ferne ein Herz und zieht ab. Sein flacher Schuss geht allerdings rechts am Kasten vorbei.
78. Nachdem Engel per Kopf im Sechszehner gegen Wood klären kann, nimmt Holtby das Spielgerät vor der Strafraumgrenze zentral volley. Ein saftiger Schuss, aber leider hat Gersbeck den Bfraten gerochen.
90.+1 Sakai mit einem Flankenball von rechts, Papa legt mit der Brust ab und Müller hat per Direktabnahme die Chance auf das 2:3. Doch sein Schuss zischt am linken Pfosten vorbei. Verflixt!

Die Zusammenfassung des Spiels seht ihr bei HSVtv!