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Nordderby-Woche: Besondere Situation, besonderes Spiel

Saison

19.02.18

Nordderby-Woche: Besondere Situation, besonderes Spiel

Bayer ist vorbei, Bremen im Blick: HSV-Trainer Bernd Hollerbach betont die Besonderheit der aktuellen Lage und die Wichtigkeit eines Erfolgserlebnisses.

An seinen geregelten Abläufen hielt Bernd Hollerbach auch nach dem Spiel gegen Bayer Leverkusen fest und kündigte für Dienstag an, dass es richtig rundgehen wird. Denn dafür ist der Dienstag unter dem neuen Trainer bekannt, dies ist der Tag, an dem es körperlich sehr zur Sache geht. Und es ist gleichzeitig der Tag, an dem die Mannschaft mit der Vorbereitung auf das Nordderby beginnt. Wobei, die hat eigentlich schon viel früher begonnen, wie der Coach am Sonntag nach dem Auslaufen im Volkspark verriet: „Eben wurde in der Spielerkabine schon über das Werder-Spiel gesprochen, das habe ich genau gehört. Die Jungs sind heiß und wissen, dass dies für sie und alle Fans ein besonderes Spiel ist.“

Bernd Hollerbach in Aktion: Immer voll da, immer aktiv, immer emotional. Genau so will er seine Mannschaft auch im Nordderby sehen.
Bernd Hollerbach in Aktion: Immer voll da, immer aktiv, immer emotional. Genau so will er seine Mannschaft auch im Nordderby sehen.

"Dann sieht man, was alles möglich ist"

Ein besonderes Spiel ist es aber nicht nur aufgrund der Nord-Rivalität, sondern auch rein tabellarisch. Nach der 1:2-Niederlage gegen Leverkusen und dem Mainzer Sieg in Berlin sind es nun schon sechs Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Zu wenige Punkte waren es in den vergangenen Spielen, die die Rothosen einheimsen konnten: je ein Remis in Leipzig und gegen Hannover, dann die Niederlagen in Dortmund und gegen Bayer. „Zwei Punkte aus vier Spielen sind zu wenig“, findet auch Hollerbach.

Gleichzeitig gibt er aber zu bedenken: „Diese vier Spiele haben wir gegen den Tabellenzweiten, -dritten, -vierten und -siebten gespielt, das dürfen wir nicht außer Acht lassen. Es kommen auch noch Gegner, die mehr mit uns auf Augenhöhe sind als Dortmund oder Leverkusen.“ Gegen Bayer war Hollerbach mit der ersten Stunde seiner Mannschaft allerdings überhaupt nicht einverstanden. Erst danach und speziell nach dem Anschlusstreffer durch Andre Hahn habe er sein Team so gesehen, wie er es sich vorstellt, „da waren wir voll da, waren aggressiv und mutig. Und dann sieht man ja auch, was möglich ist und dass dann auch das Stadion brennt.“

Fiete Arp & Co. bräuchten einfach mal ein Erfolgserlebnis, um eine Trendwende herbeizuführen.
Arp & Co. brauchen ein Erfolgserlebnis, um eine Trendwende herbeizuführen.

Erfolgserlebnis mit besonderer Bedeutung

Seine Spieler seien zu Beginn einfach zu gehemmt gewesen, sagt Hollerbach, „die Jungs machen sich viele Gedanken, der Kopf spielt eine große Rolle. Aber alle sind voll dabei, die Moral ist top. Da wehre ich mich auch gegen alles andere, auf den Charakter und die Moral der Mannschaft lasse ich nichts kommen. Die Jungs brauchen jetzt einfach mal ein richtiges Erfolgserlebnis.“ Da kommt das Nordderby ja wohl wie gerufen.

Ein Erfolg in diesem Spiel mit der besonderen Bedeutung könnte den HSV in der Tabelle wieder heranbringen und eben auch für den Kopf extrem wichtig sein. „Daran werden wir jetzt arbeiten“, sagt Hollerbach. „Alle. Gemeinsam. In solchen Situationen musst du ganz eng und fest zusammenstehen, dann kannst du sie meistern. Wenn du als Mannschaft auseinanderfällst oder dich zerfleischst, dann hast du schon verloren, aber das ist bei uns nicht der Fall. Ich erlebe hier jeden Tag eine totale Einheit. Und das gibt mir großen Mut.“