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0:0 – HSV und Wolfsburg trennen sich torlos

Spielbericht

09.12.17

0:0 – HSV und Wolfsburg trennen sich torlos

Der Hamburger SV kam gegen den VfL Wolfsburg trotz guter Leistung und ebenso guter Torchancen nicht über ein 0:0 hinaus.

Der Hamburger SV und der VfL Wolfsburg trennten sich am Samstag (9. Dezember) torlos - zum ersten Mal in der gemeinsamen Bundesliga-Historie. Hierbei zeigte der HSV im Hamburger Schneetreiben eine gute Leistung und war über die gesamte Spielzeit hinweg die spielbestimmende Mannschaft. Doch obwohl die Rothosen den Siegtreffer einige Male auf dem Fuß hatten, konnten sie sich nicht belohnen. Immerhin gab es aber einen Punkt - es war das dritte ungeschlagene Spiel des HSV ohne eigenes Gegentor in Folge.

Fiete Arp hatte nach einer halben Stunde die HSV-Führung auf dem Fuß, setzte den Ball aber wenige Zentimeter neben den linken Pfosten.
Fiete Arp setzte sich immer wieder stark in Szene und hatte nach einer halben Stunde die HSV-Führung auf dem Fuß, setzte den Ball aber wenige Zentimeter neben den linken Pfosten.

Beste Chance durch Fiete Arp...

HSV-Trainer Markus Gisdol veränderte seine Mannschaft gegenüber dem letzten Spiel auf zwei Positionen: Ito übernahm für den angeschlagenen Wood im Offensivquartett und Walace ersetzte auf der Doppelsechs Sakai. Der taktischen Grundausrichtung in einem 4-2-3-1-System blieben die Rothosen aber treu, ebenso wie der aus den letzten Heimspielen bereits bekannten stürmischen Anfangsphase. Speziell über die linke Seite zeigte sich der HSV in den ersten Minuten angriffslustig und kam mit gut anzusehenden Spielzügen auch zu ersten Torannäherungen.

Dann aber setzte das große Schneetreiben ein - und der von Minute zu Minute seifiger werdende Rasen erschwerte vehement das Fußballspielen. Dem VfL, der sehr massiv in der eigenen Hälfte stand und auf Konter lauerte, spielte dies natürlich in die Karten. Doch der HSV ließ trotz der erschwerten Bedingungen nicht nach, sondern erhöhte Druck und Tempo sogar noch - und hätte sich spätestens nach einer halben Stunde die Führung redlich verdient gehabt: Arp und Jung hatten innerhalb von drei Minuten zwei hochkarätige Chancen auf dem Fuß, als beide frei vor VfL-Keeper Casteels zum Abschluss kamen, den Ball jedoch jeweils links vorbeisetzten. So ging es nach 45 recht kurzweiligen Minuten, in denen der Gast aus Wolfsburg mit seinen Konteransätzen gegen die sehr aufmerksam und rigoros agierende Hamburger Hintermannschaft zu keinem richtigen Torabschluss kam, torlos in die Halbzeitpause.

Vorne fehlte dem HSV das nötige Quäntchen Glück, dafür ließen Papa, Mavraj & Co. hinten nichts anbrennen.

... und Pech beim Lucky Punch

Nach dem Seitenwechsel ging es dann richtig rund - zumindest wettertechnisch. Das Schneegestöber wurde immer stärker, trotzdem behielten die Rothosen den Durchblick und erspielten sich einige gute Torabschlüsse, die aber nicht den erhofften Erfolg brachten. Meist fehlten dem Hamburger Angriffsspiel der letzte Punch oder ein paar Zentimeter, um die Kugel im Tor unterzubringen. Dennoch versuchten Käpt`n Papa und seine Crew alles, um am Ende doch noch den Lucky Punch zu setzen.

Sie stürmten bis in die Nachspielzeit - und kassierten in ihre Angriffsbemühungen hinein sogar fast noch den ganz bitteren Nackenschlag. Denn in den letzten Minuten zeigte sich Wolfsburg plötzlich noch einmal offensiv aktiv, kam zweimal über links nach vorn und hätte um ein Haar durch Gomez das Tor des Tages machen können. Das wäre nach insgesamt 13:2-Torschüssen für den HSV und einer bärenstarken Leistung der HSV-Defensive gegen die vielgelobte Wolfsburger Offensive um Gomez, Didavi, Malli und Origi allerdings auch der blanke Hohn gewesen. So aber blieb es nach 90 intensiven Minuten torlos - ein Novum in der Bundesliga-Geschichte. Denn noch nie endete eine der bisherigen 42 Partien zwischen dem HSV und dem VfL 0:0. Einem Ergebnis, mit dem die Gäste aufgrund des Spielverlaufs deutlich besser leben konnten als der HSV, der aber immerhin zum dritten Mal in Folge ohne Gegentor und Niederlage blieb.

 

Das Spiel im Stenogramm:

Hamburger SV: Mathenia - Diekmeier, Papadopoulos, Mavraj, Douglas - Jung, Walace (78. Ekdal) - Ito (60. Waldschmidt), Hunt, Kostic - Arp (83. Hahn)

VfL Wolfsburg: Casteels - Verhaegh, Uduokhai, Brooks, William - Guilavogui, Arnold - Origi (57. Ntep) Didavi (90.+1 Osimhen), Malli (78. Gerhardt) - Gomez

Tore: -

Zuschauer: 45.226

Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle) 

Gelbe Karten: Diekmeier (61.), Kostic (70.) /  Ntep (58.), William (77.)

Gelb-Rote Karten: - / -

Rote Karten: - / -

 

Das Spiel im Zeitraffer:

Min. Aktion
6. Für den ersten Aufreger sorgt der HSV: Arp legt den Ball am Elfmeterpunkt ab für Walace, der im letzten Augenblick aber geblockt wird. Die daraus resultierende Ecke macht Ito nochmal scharf, doch dann kann der VfL klären.
30. Das muss das 1:0 sein: Walace steckt den Ball mit einem tödlichen Pass durch zu Arp, der im Strafraum auch noch Uduokhai aussteigen lässt, den Ball dann aber frei vor Casteels aus fünf Metern ganz knapp am linken Pfosten vorbeischiebt.
33. Und die nächste hochkarätige Chance gleich hinterher: Kostic marschiert auf links und legt den Ball von der Grundlinie zurück auf Jung, der vom Elfmeterpunkt aus freie Schussbahn hat, aber ein paar Zentimeter zu weit nach links zielt.
48. Der HSV macht nach dem Seitenwechsel offensiv weiter und presst früh - Ito setzt unter Druck, Diekmeier dadurch mit dem Ballgewinn und Hunt mit dem Zuspiel auf Arp, der am Fünfer-Eck aber einen Schritt zu spät kommt und knapp verpasst.
64. Und weiter nur der HSV: Der eingewechselte Waldschmidt legt nach links raus zu Kostic, dessen Hereingabe am Elfer bei Hunt landet - doch der hat auf seifigem Rasen nicht den festesten Stand und tritt ein klassisches Luftloch.
67. Der gerade eingewechselte Ntep sorgt für den ersten richtig gefährlichen VfL-Konter, als er links auf und davon geht und den Ball zu Malli in die Mitte bringt, doch Douglas ist gerade noch zur Stelle und blockt den Schuss.
69. Dieki muss es machen! Diekmeier dribbelt sich auf rechts gut durch, zieht dann nach links in den Strafraum und schießt, doch Casteels fischt seinen Schuss gerade noch aus dem oberen linken Eck. Das wäre es gewesen!
79. Doppelchance durch Hunt: Erst verpasst er ein scharfes Zuspiel an den Fünfer von Arp ganz knapp, kurz darauf segelt dann sein Freistoß aus 20 Metern um wenige Zentiemter am oberen linken Winkel vorbei. Es soll irgendwie nicht sein...
84. Und dann plötzlich der dauerstürmende HSV im Doppel-Glück: Der VfL wird auf einmal offensiv aktiv und hat nach Hereingaben von Didavi und Ntep zweimal das Tor des Tages auf Kopf und Fuß, doch beide Male verpasst Gomez die Flanken knapp. Das hätte aber auch den Spielverlauf komplett auf den Kopf gestellt.
Hamburger SV Statistik zum Spiel VfL Wolfsburg
13 Torschüsse 2
53% Ballbesitz 47%
44% Zweikämpfe 56%
78% Passquote 73%
6 Ecken 2
7 Flanken aus dem Spiel 14
0 Abseits 0
16 Fouls am Gegenspieler 13
Kostic 4 Torschüsse 1 Malli*
Kostic* 2 Torschussvorlagen 1 Ntep
Santos 85 Ballaktionen 65 Verhaegh
Jung 77% Zweikampfquote 85% Verhaegh
Diekmeier 5 Flanken aus dem Spiel 4 Ntep
*Mehrere Spieler mit dem gleichen Wert

Die Zusammenfassung des Spiels und die kompletten 90 Minuten als Re-Live seht ihr bei HSVtv!

(Kopie 4)