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Kick it like Hollerbach

Vorbericht

16.02.18

Kick it like Hollerbach

Im Heimspiel gegen Leverkusen setzt der HSV auf die Tugenden, die nicht nur dem Trainer nachgesagt werden, sondern auch im Kampf um den Klassenerhalt stets zum Tragen kommen.

Was haben Heiko Westermann, Rafael van der Vaart und Kyriakos Papadopoulos gemeinsam? Richtig, jeder von ihnen erzielte in den vergangenen Jahren den entscheidenden Treffer zu einem HSV-Heimerfolg gegen Bayer Leverkusen. Einen Sieg gegen den Werksclub strebt am morgigen Sonnabend (17. Februar, ab 15:15 Uhr live im HSVnetradio) auch der HSV unter Bernd Hollerbach an. Nach zuletzt neun Spielen ohne dreifachen Punktgewinn braucht seine Mannschaft in der aktuellen Tabellensituation dringend ein Erfolgserlebnis. Dies soll nun ausgerechnet gegen das Team gelingen, das seit acht Partien auf des Gegners Platz ungeschlagen ist (4 S, 4 U). „Wir sind stabiler geworden und haben in jedem Spiel unsere Möglichkeiten. Wir wissen, dass wir uns im letzten Drittel verbessern müssen und daran arbeiten wir die ganze Woche“, machen Hollerbach die vergangenen Auftritte und die Leistungen im Training trotz geringer Punkteausbeute Mut.

Heiko Westermann schießt gegen Leverkusen aufs Tor.
Schöne Erinnerungen: Heiko Westermann traf mit einem beherzten Volleyschuss am 4. April 2014 zum 2:1-Sieg gegen Leverkusen. Seit dem ist der HSV gegen die Bayer-Elf zuhause ungeschlagen.

Respekt beim Gegner

Auch ein Blick auf die in der Einleitung bereits erwähnten Spiele gegen Bayer und der dazu gehörenden Statistik der letzten Jahre sprechen für die Rothosen. Denn immer, wenn der HSV in ähnlich prekären Situationen war, wuchs er in den Spielen gegen Leverkusen über sich hinaus. Zu den drei Siegen aus den Spielzeiten 2013/14 (Westermann zum 2:1), 2014/15 (van der Vaart, 1:0) und 2016/17 (Papadopoulos, 1:0) gesellt sich noch ein 0:0 aus der Saison 2015/16. Damit ist man Zuhause gegen Bayer seit vier Spielen ungeschlagen, die Gäste blieben dabei dreimal sogar ohne eigenen Treffer.

„Ich erwarte ein Spiel, das von der Aggressivität lebt. Wir müssen mit unserem Publikum den Gegner stellen und uns ins Spiel hineinbeißen. Dann müssen wir über die Aggressivität und Zweikämpfe nach vorn spielen“, fordert Hollerbach und hat dadurch schon wieder Eindruck beim Gegner hinterlassen. "Wir hoffen, dass es nicht so ausartet wie bei den letzten Partien in Hamburg. Da war Fußball zu spielen dort schwer möglich“, sagte Jonas Boldt gegenüber dem kicker.

Papadopoulos und Ekdal stehen auf dem Trainingsplatz.
Kyriakos Papadopoulos (li.) kehrt gegen Leverkusen nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre zurück, Ekdal (re.) muss aufgrund von Sprunggelenksproblemen passen.

Kein Team bestreitet mehr Zweikämpfe

Dabei scheint er sich vor allem auf die schon erwähnte Partie im Jahr 2014 zu beziehen, als es am 10. Spieltag einen Saisonrekord an gelben Karten gab: Leverkusen kassierte drei, Hamburg sechs. Auch im Jahr darauf strichen die Rothosen sechs Verwarnungen ein, die Werkself kassierte hingegen nur zwei. Im letzten Jahr war es allerdings anders verteilt. Während der HSV keine gelbe Karte kassierte, waren es beim Werksclub drei. Trainer Heiko Herrlich erwartet dennoch eine Rückkehr zu alter Tradition. "Angeschlagene Boxer sind immer brandgefährlich. Deshalb wird der HSV morgen auch an der Grenze des Erlaubten spielen, da bin ich mir sicher. Aber dafür gibt es ja ein Schiedsrichter-Team", so der Bayer-Coach.

In der Tat sind die HSV-Partien auch in der dieser Saison extrem von Zweikämpfen geprägt. Kein Team bestreitet in der Liga mehr. 223 Duellen sind es aktuell pro 90 Minuten. Auf der anderen Seite ist die Werkself nach dem FC Schalke die meistgefoulte Mannschaft (324 Fouls) der Bundesliga. Der HSV liegt in dieser Statistik mit 320 angenommenen Foulspielen wiederum knapp hinter den Rheinländern auf Platz 4. „Wir sind in einer Situation, in der wir uns über Laufbereitschaft, Mentalität und Zweikämpfe reinbeißen müssen. Im Abstiegskampf ist keine Schönspielerei gefragt, sondern Mentalität. Und diese werden wir am Samstag wieder zeigen“, entgegnet Hollerbach, der zu Spielerzeiten für genau diese Attribute stand.

Gegen Leverkusen kann der Cheftrainer dabei auch auf Papadopoulos zurückgreifen, der nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre zum Duell gegen seinen Ex-Club zurückkehrt und es ebenfalls nie an Kampfgeist und Einsatz vermissen lässt. Albin Ekdal steht aufgrund von Sprunggelenksproblemen hingegen nicht zur Verfügung. Auch Bjarne Thoelke muss krankheitsbedingt passen.

Der HSV-Kader: Tor: Mathenia, Pollersbeck; Feld: Ambrosius, Arp, Diekmeier, Douglas Santos, Hahn, Hunt, Janjicic, Jung, Kostic, Mavraj, Papadopoulos, Sakai, Salihovic, van Drongelen, Walace, Wood

So könnte Bayer Leverkusen spielen: Leno - Tah, S. Bender, Wendell - Brandt, Baumgartlinger, Aranguiz, Bailey - Havertz, Alario, Volland

Nicht dabei: L. Bender (Faserriss im Adduktorenbereich), Frey (Schilddrüsenprobleme)

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)

 

Den Spieltagscheck vor der Partie gegen Leverkusen sehr ihr auch bei HSVtv.