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Die große Chance

Vorbericht

02.03.18

Die große Chance

Der HSV will und muss im Heimspiel gegen Mainz 05 den Abstand zum Relegationsplatz verringern. Bernd Hollerbach setzt durch das Kurz-Trainingslager auf Ruhe und konzentrierte Vorbereitung.

Die Ausgangslage vor dem Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 ist klar: Damit die Rothosen noch eine realistische Chance auf das Erreichen des Relegationsplatzes oder sogar auf einen Nichtabstiegsplatz haben wollen, müssen sie die Partie am morgigen Sonnabend (3. März, ab 15.15 Uhr live im HSVnetradio) im heimischen Volksparkstadion gewinnen. „Wir sind noch lange nicht abgestiegen“, entgegnete Bernd Hollerbach in der Pressekonferenz vor dem Spiel all denjenigen, die schon jetzt, zehn Spieltage vor dem Ende der Saison, das Szenario des erstmaligen Abstiegs des Bundesliga-Urgesteins prognostizieren.

Bernd Hollerbach will mit seiner Mannschaft nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Kurz-Trainingslager viele Gespräche führen.
Bernd Hollerbach will mit seiner Mannschaft nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Kurz-Trainingslager viele Gespräche führen.

Auf vier Punkte ranrücken

30 Punkte sind noch zu vergeben. Zehn Spieltage, in denen noch viel möglich ist. „Ich habe in der Bundesliga an den letzten Spieltagen schon viele verrückte Sachen erlebt“, weiß Hollerbach. Allerdings beträgt der Rückstand auf Platz 16 bereits sieben Punkte. Genau diesen Rang nimmt zurzeit der morgigen Gegner Mainz 05 ein. Bei einem Erfolg der Hamburger wären es dann nur noch vier Punkte. „Wir haben es selbst in der Hand. Samstag haben wir die Möglichkeit, die drei Punkte einzufahren und an den Relegationsplatz heran zu rutschen“, sagt der 48-Jährige.

Um alle Kräfte zu bündeln, bezog der Cheftrainer mit seinem Team seit Donnerstagabend ein Kurz-Trainingslager im Hotel Treudelberg. In abgeschirmter Lage soll sich die Mannschaft in Ruhe auf die wichtige Aufgabe vorbereiten. „Ich möchte die Jungs vom ganzen Trubel aus dem Umfeld fernhalten. Wir werden viele Gespräche führen und zusammen Zeit verbringen“, so Hollerbach. Schon in den vergangenen Jahren hatte diese Maßnahme einige Male die entscheidende Kehrtwende eingeläutet.

Rene Adler hält im HSV-Training einen Ball.
Rene Adler, von 2012-2017 in 117 Bundesliga-Spielen für den HSV aktiv, wird am Sonnabend voraussichtlich nicht im Tor der Mainzer stehen.

Kein Wiedersehen mit Adler

Auch sein Gegenüber, Sandro Schwarz, weiß um die Bedeutung der bevorstehenden 90 Minuten. "Wenn der HSV diese Partie als Endspiel ausruft, als Endspiel annimmt und sich so darauf vorbereitet, wäre es fatal, wenn wir uns nicht auf eine entsprechend hitzige Atmosphäre einstellen und uns nicht konsequent darauf vorbereiten würden“, sagte der 05-Trainer, der dementsprechend auch eine hitzige Partie erwartet. "Wir gehen von einem Kampfspiel aus. Wir müssen schlau sein. Schaum vorm Mund ist in diesem Spiel der falsche Ansatz. Es geht darum, immer wieder Pfeile zu schießen."

Für dieses Vorhaben kann Schwarz auf fast alle Feldspieler zurückgreifen. Lediglich der ehemalige HSVer Levin Öztunali wird aufgrund seines Trainingsrückstands voraussichtlich fehlen. Anders sieht es bei den Torhütern aus. Ein Wiedersehen mit Rene Adler wird wohl ebenso ausfallen. Der Keeper ist nach seiner Grippe noch nicht wieder zu einhundert Prozent fit. Da auch Robin Zentner mit einer Oberschenkelprellung ausfällt, wird voraussichtlich Nachwuchstorhüter Florian Müller (20) sein Bundesliga-Debüt in Hamburg feiern.

Bernd Hollerbach muss seinerseits weiter auf Albin Ekdal verzichten. Der Schwede befindet sich nach seinen Sprunggelenksproblemen noch im Aufbautraining. Dafür stehen mit Sven Schipplock und Luca Waldschmidt wieder zwei Stürmer im Kader, die in den vergangenen Wochen nicht berücksichtigt wurden. Die Zeichen stehen also auf Offensive, um die große Chance zu nutzen.  

Der HSV-Kader: Tor: Mathenia, Pollersbeck; Feld: Arp, Diekmeier, Douglas, Hahn, Hunt, Jatta, Jung, Kostic, Mavraj, Papadopoulos, Sakai, Salihovic, Schipplock, van Drongelen, Walace, Waldschmidt

So könnte Mainz 05 spielen: Müller - Balogun, Bell, Diallo - Donati, Holtmann - Gbamin - S. Serdar, Latza - Muto, Quaison

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)