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"Sie haben gemerkt, dass wir über 90 Minuten alles reingefeuert haben"

Stimmen zum Spiel

08.09.17

"Sie haben gemerkt, dass wir über 90 Minuten alles reingefeuert haben"

Der HSV verliert trotz einer engagierten Mannschaftsleistung mit 0:2 gegen Vizemeister RB Leipzig. Dementsprechend ausgewogen fiel das Fazit der Protagonisten nach der Partie aus. HSV.de präsentiert die Stimmen zum Spiel. 

Gegen den Vizemeister aus Leipzig hielt der Hamburger SV über lange Zeit engagiert dagegen und hatte besonders in der ersten Hälfte Möglichkeiten, um sogar in Führung zu gehen. Am Ende siegte aber die individuelle Klasse der Gäste über den kämpferischen Auftritt der Rothosen. Naby Keita mit einem sehenswerten Distanzschuss sowie Timo Werner nach einem starken Konter-Solo besiegelten die erste HSV-Niederlage der Saison. Die Fans verabschiedeten die Rothosen dennoch mit anerkennden Applaus in Richtung Katakomben des Volksparkstadions. Dort äußerten sich die Akteure zum Spiel, haderten mit dem Ergebnis, aber waren durchaus zufrieden mit der eigenen Leistung. HSV.de präsentiert die Stimmen zum Spiel.

Christian Mathenia: Die Reaktion der Fans sagt eigentlich alles: Sie haben gemerkt, dass wir über 90 Minuten alles reingefeuert haben. Es ist sehr bitter, dass wir trotz der Chancen nicht mit einer Führung in die Pause gehen konnten, das hat sich dann in der zweiten Halbzeit gerächt. So läuft das im Fußball. Leipzig hat umgestellt, der Schuss von Keita war recht frei und natürlich ein ordentliches Brett. Am Ende ist die Niederlage ärgerlich, weil wir etwas mitnehmen hätten können, aber es ist auch kein Genickbruch. Wir müssen uns die Punkte in der nächsten Woche zurückholen. 

Dennis Diekmeier und die Rothosen haben alles reingehauen, aber konnten Werner und die Leipziger nicht in allen Situationen in Schach halten.

Dennis Diekmeier: Wir machen es in der ersten Halbzeit eigentlich gut: stehen gut, lassen wenig zu und haben Kontermöglichkeiten. Da hätten wir in Führung gehen können. In der zweiten Halbzeit bekommen wir dagegen zwei ärgerliche Gegentore. Der Distanzschuss zum 1:0 war ein bisschen der Genickbruch für uns. Danach kam nicht mehr so viel. Beim 2:0 habe ich alles versucht, um Werner zu stören, aber ich wollte die Rote Karte nicht riskieren, zumal "Go" noch dazukam. Das sind Bruchteile von Sekunden, in denen man entscheiden muss. Man darf letztlich nicht vergessen, dass Leipzig eine überragende Mannschaft hat und in der Champions League spielt. Wir müssen jetzt weiter so positiv arbeiten wie in den letzten Wochen. 

Andre Hahn: Es war zunächst ein offenes Spiel. Wir hatten gute Chancen, können das 1:0 machen, gehen aber mit 0:0 in die Pause. Das war dennoch okay. Leipzig hat dann ein paar Dinge umgestellt und ausgerechnet nach einem schnell ausgeführten Freistoß das Tor gemacht. Dabei hatten wir das in der Pause extra angesprochen, aber genau in dem Moment haben wir es versäumt, die schnelle Ausführung zu verhindern und Keita trifft den Ball perfekt, da war nichts zu halten. Wir haben dann aufgemacht, Schipplock hat die Chance, aber der Konter bringt die Entscheidung. Wir haben dennoch weiter gekämpft und alles gegeben und das haben die Fans am Ende auch toleriert. So muss das sein. Wir haben gegen ein Champions-League-Team gespielt, das dürfen wir nicht vergessen. Dafür haben wir es gut gemacht und gezeigt, dass wir uns nicht verstecken. Wir sind eine gute Truppe, wenn wir mit viel Kampf und Leidenschaft spielen. Das müssen wir mitnehmen. 

Gideon Jung: Man hat gesehen, über welche Qualität Leipzig verfügt. So einen Distanzschuss wie von Keita haut nicht jeder Spieler so rein. Auch Werner mit seiner Schnelligkeit beim 2:0 ist schwer zu verteidigen. Wir können uns nur schwer einen Vorwurf machen. Wir haben uns viel vorgenommen und zum größten Teil viel davon umgesetzt. Am Ende war schon viel Pech dabei. Die Verletzungen von Filip Kostic und Rick van Drongelen sind natürlich bitter, aber hier müssen wir erstmal die genaue Diagnose abwarten. Wir haben mit Luca oder Baka aber auch noch Alternativen und konnten bisher Ausfälle immer als Team auffangen. 

Filip Kostic musste nach 37 Minuten aufgrund muskulärer Probleme ausgewechselt werden. Eine genau Diagnose steht noch aus.

Jens Todt: Nach dem 0:1 haben wir eine Riesenchance auf den Ausgleich, die wir leider nicht nutzen können. Im Anschluss fällt dann das 0:2. Wenn man den Leipzigern Räume gibt, dann sind sie mit ihrem Tempo so brandgefährlich, dass es schwer zu verteidigen ist. Wir haben es dennoch gut gemacht. Eine gute Mannschaftsleistung und ein Auftritt, für den sich keiner schämen muss. Bei Filip Kostic und Rick van Drongelen sind es wahrscheinlich Muskelverletzungen, aber hier können wir noch keine Diagnosen abgeben. Das Spiel hätte anders laufen können, aber Leipzig ist eine der Top-Mannschaften der Liga. Da muss schon viel passen, damit man etwas mitnehmen kann. 

Markus Gisdol: Ganz so euphorisch wie unser Gegner, bewerte ich das Spiel nicht. Unser Plan war, wie es die Statistik am Ende auch ausgedrückt hat, dem Gegner mehr Ballbesitz zu überlassen. Wir wollten noch weniger Torschüsse zulassen, das ist uns nicht immer gelungen. Man muss aber auch sagen, dass wir die beste Torchance der ersten Halbzeit hatten. Wenn wir da das Tor erzielen, wird es sicherlich schwer für Leipzig. Auch vor dem 0:2 hatten wir die Chance auf das 1:1, im Gegenzug kriegen wir das Tor und das Spiel ist damit durch. Auf das gesamte Spiel bezogen waren sie aber die bessere Mannschaft. Wenn man die individuelle Klasse der einzelnen Spieler vergleicht, dann sind sie wesentlich stärker besetzt. Das hat man auch beim 1:0 durch Keita gesehen, was eigentlich keine große Torchance war. Um sie zu schlagen muss alles zusammen gekommen, uns hat durch die Länderspielabstellungen etwas die Frische gefehlt.

 

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