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„Magdeburg muss man zu Hause erstmal schlagen“

Saison

26.10.18

„Magdeburg muss man zu Hause erstmal schlagen“

Er ist eine FCM-Legende und aktuell HSV-Mitarbeiter: Kaum einer kann das heutige Zweitligaspiel besser einordnen als Dirk Heyne. 

Im Sommer 1967 nahm Dirk Heyne erstmals an einem Kindertraining des 1. FC Magdeburg teil. Heute, mehr als 41 Jahre später, steht der gebürtige Magdeburger mehrmals die Woche mit Kindern aus Norddeutschland auf dem Rasen und gibt sein angesammeltes Wissen an die Nachwuchshoffnungen weiter. Bis es zum Rollentausch kam, vergingen nicht nur mehr als vier Jahrzehnte, sondern auch eine halbe Ewigkeit im Profigeschäft, die Heyne vor allem bei seinem Heimatverein verbrachte. Insgesamt 24 Jahre stand der Torhüter für seinen 1. FCM zwischen den Pfosten und schwang sich durch seine Leistungen und langjährige Treue zur Vereinslegende auf. Bis zu seinem Wechsel zu Borussia Mönchengladbach hütete Heyne in über 300 Spielen das Tor und konnte dreimal den DDR-Fußballpokal gewinnen. Zudem bestritt der Keeper mehr als 30 Spiele auf internationaler Ebene und absolvierte neun Länderspiele für die Nationalmannschaft der DDR. Nachdem der 1. FC Magdeburg die Qualifikation für die Bundesligen verpasst hatte, wechselte Heyne im Sommer 1991 zu den „Fohlen“ und verbrachte dort die letzten drei Jahre seiner Karriere.

Knapp neun Jahre nach seinem Karriereende übernahm der"Lange" den 1. FCM schließlich als Trainer. Als auch seine zweite Ära bei den Magdeburgern mit der Freistellung im Dezember 2007 endete und auch sein Engagement bei Sachsen Leipzig im Jahre 2011 beendet war, fand der Fußball-Lehrer seine neue Heimat in Hamburg und schloss sich Eintracht Norderstedt an. Zunächst als Jugendkoordinator angestellt, ist Heyne seit Oktober 2016 als Trainer der Regionalliga-Herrenmannschaft im Amt – und arbeitet parallel dazu beim HSV. Als ehemaliger Profi-Torhüter ist der inzwischen 61-Jährige ein fester Bestandteil der HSV-Fußballschule und kümmert sich in diesem Kontext vorrangig um die Talente auf der Torlinie. 

Anlässlich des bevorstehenden Aufeinandertreffens zwischen dem 1. FC Magdeburg und dem HSV am heutigen Abend (ab 18:15 Uhr live im HSVnetradio) hat sich HSV.de mit Heyne unterhalten und dabei über seine FCM-Vergangenheit und seine HSV-Verbundenheit gesprochen. 

Im Detail sprach der Fußball-Lehrer über…

Dirk Heyne coacht an der Seitenlinie.
Neben seiner Arbeit beim HSV ist Dirk Heyne bei Eintracht Norderstedt als Cheftrainer der Ligamannschaft angestellt.

…seine Doppelbelastung bei Eintracht Norderstedt und dem HSV: Es erfordert schon ein sehr gutes Zeitmanagement, wenn man beide Sachen parallel machen möchte. Die Zeit, die ich habe, muss ich für eine gute Vorbereitung nutzen. Dabei mache ich viel im Vorlauf und versuche HSV-Fußballschule und Eintracht Norderstedt immer unter einen Hut zu bekommen. Ich habe immer einen groben Plan, was ich im jeweiligen Bereich machen will und die Feinheiten werden dann in der jeweiligen Woche geregelt.

… seine Leidenschaft für Fußball- und Torwartschulen: Ich habe schon 2001 damit begonnen eine Fußball- und Torwartschule in Magdeburg zu betreiben. Auch als ich Trainer beim FCM wurde, lief das parallel weiter. Dort hatte ich einen Mitarbeiter, wir haben das dann zusammen gemacht. Jetzt möchte ich einfach gerne weitergeben, was ich selbst auch erlebt habe. Da ich auf einen langen Erfahrungsschatz zurückblicken kann, ist das, was ich jetzt beim HSV mache, nichts wirklich Neues für mich. Die Arbeit im Fußball macht mir einfach Spaß. 

… seinen Eindruck von Julian Pollersbeck: Er ist fußballerisch ein guter Keeper und einer der jungen Leute, die jetzt nachrücken. Es gibt nicht viele Torhüter, die in dem Alter Stammspieler in der 1. oder 2. Bundesliga sind. Er hat eine gute Perspektive. Ihm stehen viele Türen offen, wenn er sich weiterentwickelt.

… das heutige Spiel und was den HSV dort erwartet: Den HSV erwartet auf alle Fälle eine Einheit von Zuschauern und Mannschaft. Das ist immer die Stärke des FCM gewesen. Ich will nicht sagen, dass die Stimmung dort einmalig ist, aber es ist schon sehr besonders. Da springt der Funke von den Rängen auf die Spieler über. Sportlich fehlt den Magdeburgern sicherlich ein Heimsieg. Insgesamt haben sie aber eine gute Mannschaft, die über die Jahre zusammengewachsen ist. Im Sommer kamen jetzt gute Spieler dazu, die die Erwartungen aber erst noch erfüllen müssen. Wenn das geschieht, kann der Club die Klasse halten. Man muss Magdeburg zu Hause erstmal schlagen. 

… seine persönliche Meinung zum Spiel und seine zwei Herzen in der Brust: Ich werde heute nicht in Magdeburg dabei sein, da ich mit der HSV-Fußballschule arbeite und danach noch Training in Norderstedt habe. Es ist ja auch nicht so, dass man mal eben mit der U-Bahn nach Magdeburg fahren kann. A7 und A2 sind schon ein Abenteuer (lacht). Es soll mir bitte keiner übel nehmen, aber ich werde heute dem Gastgeber die Daumen drücken. Ich bin dort geboren und habe mein halbes Leben in Magdeburg verbracht. 

(Kopie 1)