Zum Inhalt springen

„Wir wollen ein dominantes Spiel machen“

Pressekonferenz

10.02.19

„Wir wollen ein dominantes Spiel machen“

In der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen die SG Dynamo Dresden sprach Hannes Wolf über die Personallage, seine Erwartungen an das Spiel und die Situation um Angreifer Fiete Arp.

Der Hamburger SV empfängt zum Abschluss des 21. Spieltages der 2. Bundesliga am Montagabend die SG Dynamo Dresden (11. Februar, ab 20:15 Uhr live im HSVnetradio). Nachdem die Rothosen zwei der ersten drei Rückrundenspiele und damit so viele Partien wie in der gesamten Hinrunde verloren haben, sind die Sinne beim Team von Cheftrainer Hannes Wolf mehr als geschärft, wie der 37-jährige Fußball-Lehrer am Sonntagnachmittag in der Pressekonferenz im Vorfeld des Spiels erklärte: „Es gibt natürlich den Druck, seine Heimspiele zu gewinnen. Wir brauchen Siege, wir brauchen Punkte.“ Da kommt es aus Sicht der Hamburger gelegen, dass sie nach Startschwierigkeiten aus dem heimischen Volksparkstadion wieder eine Festung gemacht haben und seit sieben Pflichtspielen daheim ungeschlagen sind. „Wir haben die beiden Heimspiele gegen Sandhausen und Nürnberg zuletzt sehr dominant gespielt und wünschen uns, wieder ein ähnliches gutes Spiel machen zu können“, sagt Wolf.   

Im Detail sprach der HSV-Cheftrainer über… 

Douglas Santos mit einem Schuss im Training.
Leistungsträger Douglas Santos meldet sich rechtzeitig zum Spiel gegen die Sachsen wieder fit.

... die Personalsituation: Pierre-Michel Lasogga, Gideon Jung und Douglas Santos stehen uns wieder zur Verfügung und sind allesamt fit. Dougis Infekt war ein Tag lang richtig akut. Danach wurde es schnell besser und heute im Training hat man bezüglich der Leistung gar keinen Unterschied gemerkt. Er hat die Standards geschossen und die relativ intensiven Intervalle gut gemeistert. Er hat jetzt nochmal etwas Zeit bis zum Spiel. Ich bin mir sicher, dass er spielen kann. Es sind schon Spieler mit viel weniger Training und in schlechteren Situationen aufgelaufen.   

... Rückenwind nach dem Pokalsieg: Wir haben die beiden Heimspiele gegen Sandhausen und Nürnberg zuletzt sehr dominant gespielt und wünschen uns, wieder ein ähnliches gutes Spiel machen zu können. Wir wollen ganz viel im Gegenpressing und der Kompaktheit investieren und sehr diszipliniert Fußball spielen. Gleichzeitig wollen wir immer wieder Druck nach vorn machen. Ich hoffe, dass wir den Schwung aus den letzten beiden Spielen mitnehmen können. Das gibt uns schon ein Stück weit Selbstbewusstsein, auch wenn wir wissen, dass die Spiele knapp waren. 

... seine Erwartungen an das Spiel: Es ist nicht einfach, die Dresdner einzuschätzen, weil sie unter der Woche viele angeschlagene Spieler hatten. Gefühlt stand die halbe Mannschaft auf der Kippe, so dass man es personell schwer sagen kann. Zudem haben sie bisher beide Spiele in unterschiedlichen Systemen agiert und hatten in den Spielen auch verschiedene taktische Phasen. Wir sind auf die verschiedenen Herangehensweisen eingestellt und wollen zuhause ein dominantes Spiel machen. Dabei dürfen wir nicht in einen Konter laufen. Denn Dresden wird wie jedes Team hier alles reinlegen und gefährlich umschalten. Dort haben sie mit Kone einen Stürmer, der schon weit mehr als neun Tore hätte erzielen können. Wir müssen hellwach sein. 

... die Gesamtsituation: Unabhängig vom Gegner gibt es auf jeden Fall den Druck, die Heimspiele zu gewinnen. Wir haben noch 14 Spiele und wir brauchen Siege, wir brauchen Punkte. Wir müssen auch gar nicht so sehr darauf gucken, was die anderen Teams machen. Denn wenn wir selbst nicht punkten, dann bringt uns dieser Blick nichts. Wir haben auch keine Zeit mehr. Wir haben immer gesagt, dass wir sofort zum Start ins neue Jahr gut sein und voll da sein wollen. 

Fiete Arp im Zweikampf während des Pokal-Achtelfinales gegen Nürnberg.
Fiete Arp sorgte mit seinem Wechsel zum FC Bayern zuletzt für Schlagzeilen.

... die Situation um Angreifer Fiete Arp: Ich wusste bereits von dem Wechsel und habe nicht aus den Medien davon erfahren. Fiete geht sehr gut mit der ganzen Situation um. Er hat nichts falsch gemacht. Ich kann vor allem sein Verhalten in der Gruppe bewerten und dieses ist vom ersten Tag an einwandfrei. Er gibt 100 Prozent, bringt sich super ein und besitzt einen tollen Charakter. Deshalb hat er die Unterstützung von uns allen. Dass ein solcher Wechsel zustande kommt, ist total nachvollziehbar. Fiete hat es in junge Jahren super gemacht und dann geht so eine Tür auf. Er hat sich trotzdem bewusst dafür entschieden, hier beim HSV zu bleiben und für den Verein Vollgas zu geben. Dieser Club hängt ihm am Herzen, das spürt und merkt man die ganze Zeit. Ich hoffe, dass die Fans das morgen anerkennen und ihn nicht auspfeifen. Er hätte es nicht verdient.

... einen Einsatz von Gideon Jung als Rechtsverteidiger: Wir haben generell ein Problem mit der Verteidigung gegnerischer Standardsituationen. Ich glaube, wir haben fast zwei Drittel der Gegentore aus diesen Situationen heraus kassiert. Jeder Ausfall von Pierre hat uns hinten weh getan, weil uns ein Kopfballspieler fehlt. Mit Gideon würden wir zusätzlich nochmal größer werden und hätten dann von der Größe her eine normale Zweitliga-Mannschaft, wenn beide Spieler spielen. Zudem spricht für einen Einsatz, wie wir die Position des Außenverteidigers interpretieren. Gideon wäre dort in "Sechser"-Räumen und aus denen heraus kann er spielen. Es wäre eher ein Problem, wenn wir Khaled zurückziehen und er dann innen spielt.   

... die taktische Ausrichtung mit Lasogga: Wir versuchen immer, die Fähigkeiten der Spieler auf den Platz zu bekommen. Kein Mensch weiß im Nachhinein, wie gut die Idee in Bielefeld mit Bakery Jatta als Sturmspitze war. Vielleicht hätte Baka ein bis zwei Situationen bekommen, in denen er hätte laufen können und ihn dann niemand mehr einholt. Natürlich ändert sich die Interpretation immer mit den Spielern, die auf dem Platz stehen. Dabei stellt man aber nicht alles auf den Kopf. Das Anlaufen verändert sich eh immer etwas mit den Räumen, die der Gegner spielt. Im Ballbesitz ist Pierre natürlich der Prototyp eines tiefen Stürmers, der ein bisschen aus dem Abseits kommt. Fiete spielt es etwas anders, aber auch ähnlich.      

(Kopie 1)