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Der Faktencheck XXL zum Stadtderby

Spieltags-Fakten

08.03.19

Der Faktencheck XXL zum Stadtderby

Zum 101. Mal St. Pauli vs. HSV, Kapitän Aaron Hunt vs. Angreifer Alex Meier und Ballbesitz-Könige vs. Standardspezialisten. HSV.de präsentiert interessante Fakten zum Stadtderby. 

#1 Starke HSV-Bilanz am Millerntor 

Insgesamt weist die Statistik zwischen 1922 und 2010 42 Stadtderbys am Millerntor aus. Davon konnte der HSV satte 30, also mehr als zwei Drittel, für sich entscheiden. Fünfmal trennte man sich remis und lediglich sieben Spiele gingen verloren. Die letzte HSV-Niederlage am Millerntor liegt dabei mehr als ein halbes Jahrhundert zurück. Am 13. Februar 1960 unterlag man am 22. Spieltag  der Oberliga Nord mit 1:4. Anschließend gab es in 13 Spielen elf Siege und zwei Remis. 

Auch die Gesamtbilanz aller Derbys führt der HSV souverän an: In 100 Stadtderbys gab es 67 Siege, 14 Remis und nur 18 Niederlagen. Der letzte Sieg liegt allerdings 17 Jahre zurück, so dass HSV-Trainer Hannes Wolf in der Pressekonferenz erklärte: "Eine ganze Generation an HSV-Fans hat eigentlich noch keinen Derby-Sieg im Pflichtspiel erlebt. Es wäre an der Zeit ..."   

#2 Effektive Rothosen

Die Rothosen gewannen in dieser Saison bereits sechsmal ein Ligaspiel mit 1:0, das ist mit Abstand Ligahöchstwert. Zudem fielen in den 24 Saisonspielen der Hamburger nur 58 Tore, das sind ligaweit die wenigsten. 26 kassierte Gegentore bedeuten nach Union Berlin (21) die beste Verteidigung der Liga, 32 geschossene Tore reichen offensiv allerdings nur zu einem Mittelfeldplatz (Rang 10). Aber: Mit der besagten Torausbeute holte der HSV starke 47 Zähler. Das sind im Schnitt 1,47 Punkte pro Tor und damit vor Fürth (1,21) und Gegner St. Pauli (1,13) der klar beste Schnitt der Liga. Die Kiezkicker nutzen dabei vor allen Dingen ihre verhältnismäßig wenig Chancen mit Erfolg - 27 Großchancen (Liga-Rang 10) wurden zu 67 Prozent verwandelt (Rang 2). 

Aaron Hunt mit einem Schuss im Spiel gegen Fürth.
Denker und Lenker im HSV-Spiel: Aaron Hunt traf zuletzt zum 1:0-Endstand gegen Greuther Fürth.

#3 Hunt vs. Meier 

Aaron Hunt und Alex  Meier sind die Unterschiedmacher ihrer Clubs. Gegen Fürth schoss der HSV-Kapitän bereits sein 5. Saisontor, so viele hatte er zuletzt in der Bundesliga-Saison 2013/14 (damals 7). Der 32-Jährige ist zudem der Punkt- und Sieg-Garant der Rothosen. Mit ihm holt der HSV 2,2 Zähler pro Spiel und gewinnt zwei Drittel seiner Spiele. Ohne ihn liegt der Punkteschnitt bei 1,2 und die Siegquote bei 33 Prozent. Auf Seiten der Kiezkicker ist Winterneuzugang Meier der entscheidende Mann. Der 36-jährige Angreifer, der in der Jugend und im Profibereich rund sechs Jahre für den HSV spielte, erzielte seit seiner Ankunft fünf Treffer und war an den letzten sechs Toren St. Paulis direkt beteiligt (zusätzlich ein Assist). Ligaweit kann im Jahr 2019 nur Bielefelds Fabian Klos mehr Torbeteiligungen (7) vorweisen.

#4 Torserie beim FC St. Pauli 

Der FC St. Pauli traf in jedem der vergangenen 13 Saisonspiele. Zuletzt blieb die Kauczinski-Elf bei der 0:1-Niederlage gegen Kiel Ende Oktober ohne Treffer. Kein Zweitligist hat aktuell eine längere, aktive Torserie, da die der Kieler nach 16 Spielen in Serie am vergangen Spieltag gegen Union Berlin (0:2) zu Ende ging.  

#5 Last-Minute-Kiezkicker 

Der FC St. Pauli ist vor allen Dingen in der zweiten Halbzeit sowie der Schlussviertelstunde gefährlich. So erzielten die Kiezkicker 23 Tore (Rang 4) im zweiten Durchgang und elf Treffer in den letzten 15 Minuten (Rang 7). Der HSV steigert sich ebenfalls leicht im zweiten Durchgang. Dort stehen insgesamt 19 Treffer zu Buche. Sieben sind es in der Schlussviertelstunde. 

Jubel beim Public Viewing im Jahr 2015 anlässlich des Relegationsrückspiel in Karlsruhe.
Im Volksparkstadion wird beim Public Viewing vor der Leinwand mitgefiebert.

#6 29.546 Zuschauer vor Ort und Public Viewing im Volkspark

Für das Rückspiel zwischen dem FC St.  Pauli und dem Hamburger SV waren die Tickets binnen weniger Minuten komplett vergriffen. 29.546 Zuschauer werden vor Ort live dabei sein, 2.486 Karten wurden offiziell an den HSV vergeben. Eine Rekord-Kulisse für HSV-Spiele am Millerntor bedeutet dies aber nicht. Am 30. November 1947 passten noch gut 3.000 Fans mehr auf die Tribünen und sahen einen 2:0-Sieg des HSV durch einen Doppelpack des späteren St. Paulianers Fred Boller. 

Zeitgleich wird im Hamburger Volksparkstadion wie zuletzt bei den Relegationsrückspielen gegen Fürth und Karlsruhe ein Public Viewing stattfinden. Einlass ist um 12.30 Uhr, der Eintritt ist kostenlos. Wer in beiden Hamburger Stadien nicht vor Ort sein kann, dem sei an dieser Stelle das HSVnetradio ans Herz gelegt. Durch die HSV-Brille kommentiert, hört ihr dort das Spiel ab 13.15 Uhr live.    

#7 Ballbesitz vs. Standards  

Der Hamburger SV besticht in dieser Saison mit großer Sicherheit am Ball: Kein anderer Zweitligist hat durchschnittlich so viel Ballbesitz (62 Prozent), spielt so viele Pässe pro Spiel (494) und bringt so viele Zuspiele zum eigenen Mann (85 Prozent). Der FC St. Pauli hat in der Ballbesitz-Statistik (43 Prozent) wiederum die Rote Laterne inne und sucht sein Glück vor allen Dingen bei ruhenden Bällen - so erzielten die Kiezkicker in den letzten 13 Spielen zehn Standardtore. Außerdem fielen fünf der letzten sechs Treffer nach Standardsituationen. 

#8 Entscheidende Luftduelle  

Der FC St. Pauli erzielte bereits zwölf Kopfballtore - nur der 1. FC Köln (16) und Holstein Kiel (13) waren mit dem Kopf noch erfolgreicher. Der HSV traf dagegen erste viermal per Kopf - und zwar in den ersten vier Saisonspielen. Seitdem hat der HSV in 20 Spielen in Serie nicht mehr ins gegnerische Tor geköpft. Gleichzeitig ließen die Hamburger aber auch erst ein Kopfball-Gegentor zu - mit Abstand Ligabestwert. 

#9 Millern-Torjäger

Wer am Sonntag für den HSV trifft, reiht sich in eine namhafte Liste der "HSV-Torschützen am Millerntor" ein. Edmund Adamkiewicz  führt diese mit neun Treffern an. Allein achtmal traf er bei seinem Gala-Aufritt beim 10:1-Kantersieg im Punktspiel am 17. März 1940. Auf den weiteren Plätze liegen Tull Harder und Uwe Seeler (8), Friedo Dörfel (7) und Klaus Stürmer (6). 

#10 Brych an der Pfeife

Für das 101. Stadtderby hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) einen seiner renommiertesten Schiedsrichter angesetzt: Dr. Felix Brych wird das Spiel leiten. Der Jurist aus München wurde bereits viermal als Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet (2013, 2015, 2016, 2018). Insgesamt leitete der 43-Jährige 261 Partien in der Bundesliga und 109 Spiele in der 2. Bundesliga. Bisher war Brych bei 34 Spielen mit HSV-Beteiligung an der Pfeife, von denen die Rothosen 13 gewinnen konnten (neun Remis, zwölf Niederlagen).

Alle Informationen zum Auswärtsspiel beim FC St. Pauli findet ihr wie immer unter hsv.de/unterwegs

(Kopie 1)