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4:0 - HSV mit Kantersieg im Stadtderby

Spielbericht

10.03.19

4:0 - HSV mit Kantersieg im Stadtderby

Der HSV hat das Hamburger Stadtderby mit 4:0 gewonnen. Pierre-Michel Lasogga traf doppelt, die weiteren Treffer beim hochverdienten Sieg am Millerntor erzielten Khaled Narey und Douglas Santos.

Der HSV hat am Sonntag (10. März) das mit Spannung und Euphorie erwartete Hamburger Stadtderby beim FC St. Pauli klar und verdient mit 4:0 (1:0) gewonnen. Die Rothosen waren von Beginn an das spielbestimmmende Team und gingen verdient durch Pierre-Michel Lasogga in Führung (32.), ehe Khaled Narey (53.), erneut Lasogga (61.) und Douglas Santos (88.) das Ergebnis Stück für Stück immer weiter in die Höhe schraubten. Bakery Jatta scheiterte zudem noch einmal an der Latte, so dass der Sieg des HSV auch in dieser Höhe absolut verdient war. Was für ein Derby-Sonntag!

Orel Mangala blockt einen Pass.
In einer umkämpften ersten Halbzeit war der HSV - hier in Person von Orel Mangala - meistens einen Schritt schneller als der Gastgeber und dominierte das Spielgeschehen.

Eine verdiente Führung zur Pause...

Im Vergleich zum 1:0-Heimsieg gegen die SpVgg Greuther Fürth nahm Hannes Wolf anlässlich des Stadtderbys vier Änderungen in der Startelf vor: HSV-Keeper Julian Pollersbeck kehrte nach seinen auskurierten Adduktoren-Problemen genauso in die Anfangsformation zurück wie Orel Mangala und Vasilije Janjicic nach ihren abgelaufenen Sperren. Zudem erhielt Berkay Özcan den Vorzug auf dem offensiven Flügel. Der Türke ersetzte damit Hee-chan Hwang, der sich gegen die Mittelfranken einen Muskelsehnen-Anriss zugezogen hatte. Auf die Bank weichen mussten darüber hinaus Tom Mickel, Lewis Holtby und Bakery Jatta. 

Schon vor dem Anpfiff, der um 13.32 Uhr ertönte, sorgten beide Fanlager mit ihren Choreographien für eine Gänsehaut-Atmosphäre, die des insgesamt 101. Hamburger Stadtderbys definitiv würdig war. Die rund 2.400 frenetischen HSV-Fans im Gästeblock sahen dann eine konzentrierte Anfangsphase ihres Teams, die nach rund fünf Minuten gestoppt wurde, da zahlreich abgebrannte Pyrotechnik für eine von Schiedsrichter Dr. Felix Brych angewiesene Spielunterbrechung sorgte. Als sich der Rauch gelichtet hatte, knüpften die Rothosen an die guten Anfangsminuten an und setzten sich mit viel Ballbesitz in der Hälfte der Gastgeber fest. Nennenswerte Chancen resultierten daraus allerdings nicht, da die Hausherren die Zone rund um den eigenen Strafraum mit vielen Spielern verdichteten und so keine Räume zum Kombinieren in Tornähe anboten. Somit war es nicht verwunderlich, dass eine Standardsituation den erlösenden Durchbruch brachte. Nach einem Foul an Pierre-Michel Lasogga nahm sich HSV-Kapitän Aaron Hunt einem Freistoß aus zentraler Position an und schlenzte das Leder mit viel Gefühl in Richtung des rechtes Torecks. Der Versuch scheiterte zwar an der Querlatte, doch der zuvor gefoulte Lasogga stand genau an der richtigen Stelle und bugsierte das Leder aus kurzer Distanz per Kopfball über die Torlinie (32.). Der Führungstreffer sorgte für weitere Stabilität bei den Rothosen, die kurz vor dem Pausenpfiff allerdings erstmals wechseln mussten: Der Wegbereiter des 1:0 - Aaron Hunt - musste mit Oberschenkelproblemen ausgetauscht werden. Für den Spielmacher kam Bakery Jatta in die Partie, die kurz nach dem Tausch durch den Halbzeitpfiff des Referees in die Pause ging. 

Die Szene, die für die Vorentscheidung im Stadtderby sorgte: Nach einem Abpraller sorgt Khaled Narey für die 2:0-Führung der Rothosen.

... und eine dominante zweite Hälfte!

Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Gastgeber deutlich offensiver - und kamen nur wenige Augeblicke nach dem Wiederanpfiff zu einer Großchance durch Ryo Miaichi, die HSV-Schlussmann Pollersbeck mit einer starken Parade entschärfte. Diese Möglichkeit war das Fanal für eine spannende Phase, die beide Teams mit offenem Visier bestritten. Das bessere Ende dieser intensiven Minuten hatte der HSV, der in der 53. Minute auf 2:0 erhöhte.

Einen Bärenanteil an dem Treffer hatte Orel Mangala, der den Ball durch die gesamte Spielfeldhälfte der Gastgeber trieb und schließlich genau im richtigen Moment auf den eingestarteten Özcan durchsteckte. Der Türke scheiterte mit seinem Abschluss zwar an FCSP-Keeper Robin Himmelmann, der zweite Ball landete aber genau vor den Füßen von Khaled Narey, der eiskalt einschob. Und es dauerte nur weitere acht Minuten, ehe der prall gefüllte Gästeblock erneut in Ekstase versetzt wurde: Eine Hereingabe des eingewechselten Jatta landete im Fünfmeterraum, wo Lasogga goldrichtig stand und das 3:0 für die furios aufspielenden Rothosen erzielte. Die Entscheidung! Denn nach diesem Treffer spielte der HSV seine deutliche Führung mit viel Sorgfalt aus und hatte vor allem über Umschaltspieler Jatta weitere vielversprechende Konterchancen. Leider rückte das Geschehen auf dem Grün kurz vor Ultimo noch einmal in den Hintergrund, als das wiederholte Abbrennen von pyrotechnischem Material für eine weitere Spielunterbrechung sorgte. Doch nachdem die Teams zum dritten Mal an diesem geschichtsträchtigen Tag aus den Kabinen zurückgekehrt waren, rundete Douglas Santos in der Schlussphase mit seinem Fernschusstor einen nahezu perfekten Nachmittag der Rothosen endgültig ab und sorgte für einen deutlichen Derbysieg, der in den letzten Minuten mit viel Routine über die Runden gebracht wurde. Und als der besonnene Schiedsrichter Brych das Spiel um 15.31 Uhr schließlich beendete, stand fest : Der HSV sichert sich die Stadtmeisterschaft und untermauert dank des klaren Erfolgs die gute Ausgangsposition in der 2. Bundesliga.

Das Spiel im Stenogramm:

FC St. Pauli: Himmelmann - Kalla, Avevor, Hoogma, Buballa - Knoll (89. Flum), Buchtmann - Miyaichi, Allagui (62. Schneider), Neudecker (73. Sobotta) - Meier

Hamburger SV: Pollersbeck - Sakai , Bates, van Drongelen, Santos -  Janjicic - Narey, Mangala (90.+5. Jung), Hunt (45. Jatta), Özcan (81. Holtby) - Lasogga

Tore: 0:1 Lasogga (32.), 0:2 Narey (53.), 0:3 Lasogga (61.), 0:4 Douglas (88.)

Zuschauer: 29.546 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)

Gelbe Karten: 

Gelb-Rote Karten: - / -

Rote Karten: - / -

 

Das Spiel im Zeitraffer:

Min.
21. Der HSV ist spielbestimmend und hat auch die erste gefährliche Offensivaktion: Hunt spielt aus dem Zentrum einen Flugball auf links zu Santos, der den Ball von der Grundlinie in den Fünfmeterraum bringt, doch Keeper Himmelmann klärt in höchster Not mit einer Fußabwehr.
24. Wieder ist Hunt der Initiator, dieses Mal setzt er Mangala in Szene, der Lasogga auf halbrechts freispielt, doch dessen flache Hereingabe rauscht Höhe des Elfmeterpunktes an Freund und Feind vorbei, so dass es letztlich nicht zum Torabschluss kommt.
28. Jetzt mal der FC St. Pauli - allerdings unter Mithilfe der Rothosen: Pollersbeck will weit vor dem Tor einen ungefährlichen Flankenball abfangen, doch van Drongelen sieht ihn nicht und köpft den Ball aus dem Strafraum, wo er direkt auf dem Fuß von Meier landet, dessen Direktabnahme aber links am verwaisten Tor vorbeigeht.
32. 0:1! Die Führung! St. Paulis Hoogma foult 20 Meter vor dem Tor Lasogga und Hunt zirkelt den fälligen Freistoß gekonnt über die Mauer. In der hat sich Lasogga geschickt versteckt und geht direkt Hunts Freistoß nach, der an die Latte kracht - und Lasogga ins Spiel bringt: Lasso schaltet blitzschnell, ist mit dem Kopf zur Stelle und bringt den Abpraller eiskalt im linken Eck unter. Jaaa!!!
42. St. Pauli ist eine Weile geschockt, kommt aber - erneut unter Mithilfe des HSV - doch noch vor der Pause zu einer weiteren Chance: Pollersbecks Aufbauspiel gerät zu kurz, Miyaichi geht dazwischen, doch Bates und van Drongelen passen auf und klauen ihm an der Strafraumgrenze kurz vorm Abschluss gerade noch den Ball.
46. Die Gastgeber starten den zweiten Durchgang mit einem richtigen Knaller: Der HSV bekommt den ersten Angriff nicht aus der Gefahrenzone und Miyaichi hält aus 15 Metern halbrechter Position einfach mal drauf, doch Pollersbeck taucht das Geschoss gerade noch aus dem langen Eck heraus.
53. 0:2! Auch der HSV ist direkt wieder im Spiel. Und wie! Mangala dribbelt und marschiert durchs Zentrum und bedient den gestarteten Özcan mit einem Traumpass - Himmelmann kann gegen Özcan gerade noch parieren, doch den Abpraller schnappt sich Narey und schiebt den Ball überlegt flach ins rechte Eck ein. Jaaa!!!
56. St. Pauli antwortet: Miyaichi schüttelt über die rechte Seite alle Verfolger ab und kann in die Mitte flanken, wo der HSV nicht richtig klären kann, so dass Allagui aus halbrechter Position und zehn Metern aufs Tor feuert. Die Kugel wird flippermäßig mehrfach abgefälscht, ehe Sakai auf der Torlinie goldrichtig steht und den Ball irgendwie über das Tor lenken kann.
61. 0:3! Und das ist die Entscheidung! Wieder ist Mangala der Initiator, er schickt Jatta links auf die Reise - und der lässt sich erst nicht aufhalten und passt dann auch noch gut in die Mitte, wo Narey und Özcan am Elfmeterpunkt erst noch geblockt werden können, doch dann steht wieder Lasogga goldrichtig und schiebt aus fünf Metern ein. Jaaa!!!
76. Nachdem Meier auf der einen und Narey auf der anderen Seite mit Distanzschüssen knapp scheitern, hat Jatta jetzt auch noch einen im Köcher: Auf links setzt er zum Solo an, ist nicht aufzuhalten und zieht dann aus vollem Lauf ab, doch sein Geschoss landet krachend am linken Lattenkreuz.
88. 0:4! Der Schlusspunkt unter ein besonderes Derby: Sakai und Douglas führen einen Freistoß kurz aus, so dass Dougi mit dem Ball am Fuß von rechts in die Mitte ziehen kann - 20 Meter, ein Haken, freie Schussbahn und ein präziser Abschluss lassen den Ball flach im rechten Eck einschlagen, das 4:0!!! Ende, aus vorbei!
FC St. Pauli Statistik zum Spiel Hamburger SV
10 Torschüsse 11
40% Ballaktionen in % 60%
45% Zweikampfquote 55%
71% Passquote 86%
5 Ecken 4
12 Flanken 8
0 Abseits 0
16 Fouls 12
Knoll 4 Torschüsse 3 Lasogga
Schneider* 1 Torschussvorlagen 2 Özcan
Kalla 65 Ballaktionen 98 van Drongelen
Meier 74% Zweikampfquote 86% Bates
Neudecker 3 Flanken 3 Douglas
*Mehrere Spieler mit dem gleichen Wert

(Kopie 4)