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Köln ist Geschichte, Aue startet bei null

Nachbericht

16.04.19

Köln ist Geschichte, Aue startet bei null

Nach dem 1:1-Remis im Spitzenspiel beim 1. FC Köln hält Hannes Wolf den Druck aufrecht. Am Sonnabend wartet mit dem Heimspiel gegen den FC Erzgebirge Aue ein ganz neues Spiel.  

Hannes Wolf steht unter Spannung. Schon rund 16 Stunden nach dem Abpfiff des Spitzenspiels in Köln präsentierte sich der Fußball-Lehrer in einer Medienrunde im Volkspark wieder äußerst fokussiert und richtete den Blick auf die kommende Aufgabe. Bereits am Sonnabend empfängt der HSV mit dem FC Erzgebirge Aue ein abstiegsbedrohtes Team im Volksparkstadion, das auf dem Papier die klare Rolle des Underdogs einnimmt. Die vergangenen beiden Heimspiele, die jeweils mit einer Last-Minute-Niederlage endeten (2:3 gegen Darmstadt 98 und 1:2 gegen den 1. FC Magdeburg), haben jedoch aufgezeigt, welche Gefahr in den vermeintlich leichteren Partien gegen die Teams aus der unteren Tabellenhälfte lauert. Den enttäuschenden Niederlagen gingen zwei starke Auftritte voraus (4:0-Derbysieg am Millerntor, 2:0-Auswärtssieg im Pokal-Viertelfinale beim SC Paderborn), die in der Heimspielstätte nicht bestätigt werden konnten. Dementsprechend demütig sollen die Schützlinge des seit gestern 38-Jährigen den Punktgewinn beim Tabellenführer aus der Domstadt (1:1) einordnen. In vier Tagen steht gegen die unbequemen Gäste aus Sachsen schließlich wieder ein ganz anderes, neues Spiel an, das wieder bei null startet und im Hinblick auf die wenigen verbleibenden Spiele einen bedeutsamen Charakter hat. Das verdeutlichte der HSV-Cheftrainer in der heutigen Medienrunde, in der er darüber hinaus die gestrige Leistung einordnete und die Personallage darstellte. 

Im Detail sprach Hannes Wolf über...

… das Spitzenspiel in Köln: Wir haben beim Tabellenführer gespielt und nach einem Rückstand einen verdienten Punkt geholt. Das ist gut, aber inzwischen auch schon wieder Geschichte. Wir haben am Sonnabend direkt das nächste Endspiel gegen Aue. Da müssen wir die ganze Kraft reinlegen. Jedes Spiel ist wie ein Finale.

... den steigenden Druck: Es ist total albern zu sagen, dass wir keinen Druck haben. Der ist definitiv da. Da steckt aber auch die Kraft drin, über seine Grenzen zu gehen. Deswegen wollen wir den auch weiter hochhalten. Die Endphase der Saison beginnt und wir wollen uns an dem Druck bereichern. Wir müssen unseren besten Fußball spielen. Und das tun wir nicht, wenn wir einfach nur den Schwung mitnehmen.

Manuel Wintzheimer gegen Marco Höger.
Hannes Wolf lobt die Trainingsleistungen von Manuel Wintzheimer (hier im Zweikampf mit Marco Höger) und will die Entwicklung des Angreifers weiter fördern.

... die Rolle von Manuel Wintzheimer: Manuel ist Jugend-Nationalspieler und hat immer Tore geschossen. Zuletzt hat er auch in der U21 gute Leistungen gezeigt und getroffen. Er muss sich jetzt auf dem Niveau stabilisieren. Grundsätzlich ist er ein guter Spieler, der über einen guten Abschluss verfügt.

... die Leistung von Leo Lacroix: Er hat in den letzten Wochen gut trainiert und hatte sich seine Chance verdient. Auch wenn er zuletzt keine Spielpraxis hatte, haben wir bei ihm eine hohe Wahrscheinlichkeit gesehen, dass es für den Gegner passt. In den Momenten brauchst du dann Spieler, die es gut machen - und das hat er getan. 

... die Personallage: Es sieht so aus, dass Pierre-Michel Lasogga und Hee-chan Hwang für das Spiel gegen Aue wieder zur Option werden. Ob für die Startelf oder von der Bank wird man dann sehen müssen.

... die junge Mannschaft: Wir haben junge Spieler, die aber schon über reichlich Erfahrung verfügen. Damit meine ich Spieler wie Rick van Drongelen, Orel Mangala oder Vasilije Janjicic. Grundsätzlich geht es aber nur mit der Bereitschaft. Wir müssen laufen und alles einbringen. Nur dann haben wir eine Chance.

… das bevorstehende Heimspiel: Wir müssen uns alles neu erarbeiten. In den Momenten, wo wir Druck hatten, haben wir bisher richtig gut gespielt. Und jetzt ist richtig Druck drin. Wir haben kein gutes Torverhältnis und dürfen uns keine Fehltritte erlauben. Wir sollten auf nichts aus Köln zurückgreifen. Aue ist eine gute Mannschaft. Da müssen wir anders spielen, um erfolgreich zu sein. Wir wollen die Sinne schärfen und voll am Limit arbeiten.

(Kopie 1)