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"Wir stellen uns der Verantwortung"

Nachbericht

29.04.19

"Wir stellen uns der Verantwortung"

In einer Medienrunde nach der 0:2-Niederlage beim 1. FC Union Berlin äußerte sich HSV-Cheftrainer Hannes Wolf zu allen relevanten Themen rund um die derzeitige sportliche Situation.

Es muss sich etwas ändern. Und zwar schnell. Das war die Kernbotschaft von Hannes Wolf in der heutigen Medienrunde, nachdem sein Team am gestrigen Sonntag eine 0:2-Niederlage beim 1. FC Union Berlin verkraften musste. In der Hauptstadt zeigten die Rothosen eine solide erste Halbzeit, verloren im zweiten Durchgang jedoch völlig den Faden und kassierten zwei Gegentreffer, die durch individuelle Fehler zustande kamen. In diesem Kontext will der Cheftrainer nun überprüfen, wer dem Druck im absoluten Saisonendspurt gewachsen ist. Das betrifft allerdings nicht nur die Defensive, sondern auch die Abläufe im Angriffsspiel. Um diesen Prozess anzuregen, wurde als erste Sofortmaßnahme ein Kurztrainingslager in die Wege geleitet, das von Mittwoch (1. Mai) bis Freitag (3. Mai) abgehalten wird. In diesen Tagen soll die Mannschaft mit Entschlossenheit an den Stellschrauben drehen, die für einen Heimsieg gegen den FC Ingolstadt am kommenden Sonnabend (Anstoß: 13 Uhr) vonnöten sind. Wie das gelingen soll und welche Themen jetzt angepackt werden müssen, um den Turnaround zu schaffen, erklärte Wolf auf einer sehr analytischen und gleichzeitig emotionalen Ebene.

Im Detail sprach der Fußball-Lehrer über...

... die Gründe für die Schwächephase: Die Einschätzung im Winter, dass wir im Großen und Ganzen so weitergehen, war in dem Moment nachvollziehbar. Jetzt hatten wir ein paar Verletzungen, einige Einzelthemen und etablierte Spieler, die ihre Form gesucht haben. Ich habe da auch im Training teilweise die maximale Schärfe vermisst. Wir haben die Verantwortung gegenüber den Fans und den Mitarbeitern, das wir alles tun, um in dieser Saison nochmal auf einen der ersten drei Plätze zu kommen. Dem stellen wir uns. Wir brauchen jetzt Spieler, die alles geben und das Ding ziehen. Diese Jungs müssen wir finden und dann am Sonnabend auf den Platz stellen. Ich bin ein Teil davon und auch verantwortlich.

... die vielen Umstellungen: Es ist natürlich ein schmaler Grat zwischen Veränderung und Verlässlichkeit. Wir haben nicht wild gewechselt, sondern auch an Dingen festgehalten, die funktioniert haben. Wenn Spieler nicht ihre Leistung abrufen, müssen wir aber auch reagieren.

... die Rückendeckung des Clubs: Die Untersützung ist fantastisch. Das ist wiederum auch eine Verantwortung für mich, dem Vertrauen gerecht zu werden und alle Energie da reinzustecken. Am Ende geht es um den Club und darum, dass wir alles geben. Meine Chefs können bewerten, wie ich arbeite. Sie sind immer präsent und auch oft beim Training dabei. Das ist eine sehr schöne Rückendeckung und fühlt sich gut an.  

Kapitän Aaron Hunt, der in Berlin sein Startelf-Comeback feierte, ist mit Rückenproblemen aus der Hauptstadt zurückgekehrt.

... die personelle Lage: Bei Aaron Hunt ist es so, dass er gegen Union auf den Rücken gefallen ist. Wir müssen schauen, ob es am Sonnabend klappt. Orel Mangala hat noch Schmerzen im Zeh-Grundgelenk. Das wird eng. In Bezug auf Kyriakos Papadopoulos sieht es so aus, dass er diese Woche einsteigen soll. Er hat aktuell allerdings einen kleinen Infekt.

... den Plan für die letzten drei Spiele: Die Situation hat sich gestern verändert, weil wir lange die Gejagten waren und jetzt auf einmal jagen müssen. Dementsprechend müssen wir auch auftreten. Zum Glück haben wir diese Woche Training. Durch den Pokal war es zuletzt etwas schwieriger, intensiv zu trainieren. Jetzt müssen wir uns die Schärfe holen und das gegen Ingolstadt dann auch zeigen. Es muss nach vorne gehen. Wir müssen Aktionen ins letzte Drittel tragen und Torchancen herausspielen. Vor allem offensiv liegen Anspruch und Wirklichkeit oft frappierend auseinander. Das ist zu wenig. Wir müssen beweisen, dass wir das nochmal hinbekommen.

... das Fehlverhalten von Lewis Holtby: Lewis hat kein Verbrechen begangen. Er ist ein guter Junge. Wir haben uns grundsätzlich immer gut verstanden. Aber wenn ein Spieler vier Wochen vor Saisonende sagt, dass er nicht mit zum Auswärtsspiel fahren möchte, dann kriegst du das nicht mehr gedreht. Wir müssen eine Konsequenz haben. Sonst habe ich im nächsten Fall kein einziges Argument mehr. Der Club steht über allem.

... das geplante Trainingslager: Wir fahren am Mittwoch los und bleiben dann bis zum Spiel zusammen. Wir wollen einfach nochmal zusammen sein und sind froh, dass wir trainieren können. Wir wollen uns auf die Rolle einschwören, die wir jetzt haben. Es kann vieles passieren, aber entscheidend ist, dass wir alles geben. Personell kann es sein, dass ein paar Jungs noch zur U21 gehen.

(Kopie 1)