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Mit anderem Gesicht gegen Fürth

Vorbericht

27.09.18

Mit anderem Gesicht gegen Fürth

Der HSV tritt am 7. Spieltag bei der SpVgg Greuther Fürth an. Die Rothosen wollen nach der deutlichen Heimniederlage gegen Regensburg Wiedergutmachung betreiben. Ex-Fürther Khaled Narey ordnet die Vorfreude über die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte dabei dem Erfolg mit seinem HSV unter.

Hinfallen kann jeder. Doch wer hinfällt, muss auch wieder aufstehen. Bei der deutlichen 0:5-Heimniederlage gegen den SSV Jahn Regensburg sind die Rothosen nach zuvor fünf Pflichtspielsiegen in Serie über die eigene Fehlleistung gestürzt. Jetzt gilt für die HSV-Akteure, sich abzuschütteln und neu aufzurichten. Mit dem absoluten Willen, Wiedergutmachung für diesen Rückschlag betreiben zu wollen, tritt der Hamburger SV am heutigen Donnerstagabend (Anstoß um 20:30 Uhr, live im HSVnetradio) zum Abschluss des 7. Spieltags im Sportpark Ronhof bei der Spielvereinigung Greuther Fürth an. Für einen HSV-Profi wird diese Partie dabei eine ganz besondere werden. Khaled Narey wechselte erst im Sommer an die Elbe und absolvierte in der vergangenen Saison noch alle 34 Zweitliga-Partien für den kommenden Gegner. Zudem war er in der besagten Spielzeit mit sechs Treffern bester Torschütze der Mittelfranken. Auch wenn der Offensivmann diese Zeit noch in guter Erinnerung hat, wird er diese für die kommenden 90 Minuten vorübergehend zur Seite schieben. „Natürlich ist eine gewisse Vorfreude da. Ich kenne dort noch den Trainer und die Spieler. Aber es ist eben entscheidend, dass ich als Gegner dorthin zurückkehre und für mich zählen nur die drei Punkte mit dem HSV“, erklärt der 24-Jährige. Mit dieser Entschlossenheit wird nicht nur er, sondern auch alle anderen seiner Teamkollegen in diese Partie gehen. Denn mit einem Erfolg in Fürth bleibt der Ausrutscher gegen Regensburg ein Ausrutscher.  

Neuzugang Khaled Narey durfte für den HSV in der Liga auswärts bereits doppelt jubeln. Am 2. Spieltag erzielte er beim SV Sandhausen das erste Zweitliga-Tor der Hamburger überhaupt und markierte später auch den 3:0-Endstand.

Hwang, Mangala und Arp dabei

HSV-Coach Christian Titz wirkte am Montag in der Pressekonferenz vor dem Spiel in Fürth noch etwas verärgert, zeigte sich aber gewohnt entschlossen und reflektiert: „Wir haben im Verbund nicht kompakt genug verteidigt und in Überzahlsituationen nicht konsequent am Mann agiert. Gerade bei den Standardsituationen haben wir viele Fehler gemacht.“ Und der Coach fügte hinzu: „Wir haben in diesem Zuge mit einer gewissen Klarheit die Dinge aufgezeigt, mit denen wir gar nicht zufrieden waren.“ Seine Aufgabe sei es, den Spielern zu vermitteln, wie sie alle gemeinsam das Geschehene geraderücken können. Viel Zeit blieb ihm dafür nicht. Gerade einmal drei Tage Vorbereitungszeit lagen zwischen Regensburg und Fürth. Dazu konnten Spieler wie Hee-chan Hwang, Orel Mangala (beide Schlag aufs Knie) und Fiete Arp (grippaler Infekt) nur bedingt trainieren. „Wir müssen bei den Jungs von Tag zu Tag schauen, ob es bis zum Spiel in Fürth reicht“, äußerte sich Titz zur Personallage zu Wochenbeginn. Das Ergebnis nach den drei Tagen Vorbereitung: Alle drei konnten die Reise nach Mittelfranken mit antreten. Damit hat der Coach seine gewohnten Optionen für das Spiel zur Verfügung. Mit 19 Mann reiste die Mannschaft bereits am Mittwochnachmittag per Zug nach Fürth, am Donnerstagmorgen stand das Abschlusstraining auf dem Programm. Erst danach fällt die Entscheidung, welcher Spieler noch aus dem 18-Mann-Kader gestrichen wird.

"Wollen eine Reaktion auf dem Platz zeigen!"

Einer, der mit Sicherheit dabei sein wird, ist Khaled Narey. Sein achtes Pflichtspiel im Trikot mit der Raute auf der Brust ist gleichzeitig sein erster Einsatz gegen seinen Ex-Club. Zwei Jahre spielte er für das Kleeblatt. In der abgelaufenen Spielzeit war er der Dauerbrenner der Fürther, verpasste nur 18 Spielminuten in der gesamten Saison. Dementsprechend gut kennt Narey die Spielvereinigung und erklärt: „Fürth steht hinten kompakt und kommt über das schnelle Umschaltspiel. Das wird gegen uns nicht anders sein. Vorn haben sie mit Daniel Keita-Ruel einen robusten Stürmer, der schon bewiesen hat, dass er Tore schießen kann. Es wird keine leichte Aufgabe für uns werden.“ Dennoch sei die Mannschaft vom Trainerteam gut auf die Fürther eingestellt worden und gehe nun bestmöglich vorbereitet in die Partie. Mit Blick auf die Begegnung gab der Deutsch-Togolese weiter zu Protokoll: „Wir müssen von der Defensive bis zur Offensive vieles anders machen. Wir haben unsere Fehler aus den vergangenen Partien analysiert und unsere Schlüsse daraus gezogen. Jetzt gilt es, am Donnerstag ein ganz anderes Gesicht zu zeigen.“

Dieser Erkenntnis schloss sich auch HSV-Sportvorstand Ralf Becker an: „Wir haben gegen Regensburg klar und verdient verloren. Wir wissen, dass wir Sonntag einen schwarzen Tag hatten. Uns ist aber genauso bewusst, dass wir davor erfolgreiche Wochen hatten. Jetzt gilt es einfach, den Fokus auf das Spiel in Fürth zu richten, um das Ergebnis dort erfolgreich zu gestalten. Wir wollen eine Reaktion auf dem Platz zeigen.“ Dass der HSV auch enge Spiele gewinnen kann, haben die Rothosen bereits bewiesen. Beim 1:0-Auswärtserfolg über Dresden erkämpfte sich die Titz-Elf wahrlich die drei Punkte. Dieser Kampfgeist wird auch in der kommenden Partie nicht weniger ausschlaggebend sein.

Nach der 0:2-Niederlage in Heidenheim fordert SpVgg-Coach Buric "konzentriertes Weiterarbeiten."

Aufstrebende Fürther zu erwarten

Mit Greuther Fürth treffen die Titz-Schützlinge auf eine aufstrebende, junge und hungrige Mannschaft, die überraschend gut in die Saison gestartet ist. Mit drei Siegen und zwei Unentschieden aus sechs Partien befinden sich die Mittelfranken auf dem vierten Tabellenplatz. SpVgg-Coach Buric möchte diesem Aufwärtstrend aber nicht zu große Aufmerksamkeit schenken und sagte im Vorfeld der Begegnung: „Es geht im Fußball nicht immer nur stetig nach oben. Wir wissen, dass es ein langer Weg ist, der manchmal auch schwierig sein kann. Wir wollen konzentriert weiterarbeiten.“ Zuletzt verloren seine Fürther in Heidenheim mit 0:2. „Wir müssen schnell lernen und haben jetzt direkt wieder die Chance, es besser zu machen“, erklärte Buric in der Pressekonferenz vor dem Flutlichtspiel. Dass dabei keine leichte Aufgabe auf sein Team zukommt, ist dem 54-jährigen Fußball-Lehrer mehr als bewusst. „Mit dem HSV kommt ein Team zu uns, das als absoluter Favorit auf den Bundesliga-Aufstieg gilt. Wir wissen, dass diese Mannschaft mit einigen sehr guten Spielern gespickt ist und dass es ein echt harter Kampf über 90 Minuten wird. Wir werden unsere beste Leistung abrufen müssen.“ 14.500 Fans werden am Donnerstagabend im Sportpark Ronhof erwartet. Der HSV hat dabei einmal mehr sein komplettes Gästekarten-Kontingent ausgeschöpft und kann sich mit 2.400 mitreisenden Fans großer Unterstützung sicher sein.

Wenn heute Abend ab 20:30 Uhr der Ball rollt, dann schaut der HSV wieder nach vorn und will ein anderes, besseres Gesicht zeigen. Die Mannschaft ist gewillt, die Regensburg-Niederlage vergessen zu machen und mit Kampf und Leidenschaft die drei Punkte einzufahren und zurück an die Elbe zu bringen. 

Der Kader zum Spiel:

Tor: Pollersbeck, Mickel; Feld: Arp, Bates, Chan, Douglas, Holtby, Hunt, Ito, Janjicic, Lacroix, Lasogga, Mangala, Moritz, Narey, Sakai, Steinmann, Vagnoman, van Drongelen

So könnte Fürth spielen: Burchert - Sauer, Maloca, Magyar, Mohr - Gugganig, Ideguchi - Atanga, Ernst, Green - Keita-Ruel

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)