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Wood: „Ich möchte jede weitere Chance nutzen!“

Team

29.08.19

Wood: „Ich möchte jede weitere Chance nutzen!“

Angreifer Bobby Wood hat nach seiner einjährigen Leihe bei Hannover 96 beim HSV wieder Fuß gefasst. Seine kleine Familie und die neuen Mannschaftskollegen geben ihm dabei Halt. Sportlich kommt es am Wochenende nun zum Duell mit seinem alten Club.  

„Treffen tut immer gut“, weiß Bobby Wood als Mittelstürmer und verließ heute Vormittag nach zahlreich geschossenen Toren entsprechend mit diesen Worten und einem Lächeln im Gesicht den Trainingsplatz am Volksparkstadion. Der 26-jährige US-Amerikaner, der in der Vorsaison an Hannover 96 verliehen worden war, feierte beim 4:2-Sieg in Karlsruhe mit seinem elfminütigen Joker-Einsatz jüngst ein kleines HSV-Comeback. Sein letztes Pflichtspiel mit der Raute auf der Brust hatte Wood am 12. Mai 2018 gegen Borussia Mönchengladbach bestritten – trotz eines 2:1-Sieges ein unrühmlicher Tag, markierte er doch zugleich den ersten Abstieg in der Clubgeschichte des HSV und den zweiten Platzverweis in Woods Vereinskarriere. 

Dieter Hecking und Bobby Wood während eines Gesprächs im Training.
HSV-Trainer Dieter Hecking zeigt sich zufrieden mit der jüngsten Entwicklung des US-Boys.

Älter, reifer, glücklicher

Seit jenem 12. Mai hat sich eine Menge verändert: Nicht nur beim HSV, der sowohl in der sportlichen Führung als auch in der Mannschaft zahlreiche Positionen ausgetauscht hat, sondern auch bei Bobby Wood. Der 72-fache Bundesliga-Spieler, der seit 2017 mit seiner dänischen Frau Ditte verheiratet ist, hat mittlerweile eine kleine Familie gegründet und ist in diesem Jahr erstmals Vater geworden. „Ich werde älter, habe mehr Erfahrung“, muss Wood lächelnd feststellen und verrät, dass ihm nach sportlich schwierigen Zeiten mit zwei Abstiegen und anhaltenden Knieproblemen die Lebenserfahrungen abseits des Platzes eine besondere Kraft geben: „Ich habe eine tolle Familie, die mir dabei hilft, im Kopf klar zu bleiben. Die vergangenen beiden Jahre waren sportlich nicht leicht, aber ich habe viel dadurch gelernt. Es gibt schlimmere Sachen im Leben und es geht immer weiter.“ 

Mit dieser Einstellung arbeitet sich der in Irvine, Kalifornien aufgewachsene Mittelstürmer aktuell Stück für Stück aus seinem sportlichen Leistungstief heraus. Cheftrainer Dieter Hecking hatte zum Saisonstart deutlich gemacht, dass „Bobby wie jeder andere eine Chance“ von ihm bekomme. Dafür müsse der Rückkehrer ein hohes Maß an Leistungsbereitschaft zeigen und sich auch der Mannschaft gegenüber öffnen. Wood hat diese erste Chance genutzt, so dass ihm Hecking Anfang der Woche ein positives Zwischenzeugnis ausstellte. „Bobby bewegt sich gut, ist im Training sehr engagiert. In Karlsruhe war die Gelegenheit, ihn in Form von Einsatzzeit zu belohnen“, erklärte der 54-Jährige. „Auch seine Entwicklung in der Gruppe ist richtig gut. Bobby ist mittendrin in der Kabine, freut sich, wenn wir gewinnen. Ich bin froh, dass er die nächsten Schritte gegangen ist, weil er als Spieler-Typ eine gute Alternative für uns darstellt.“ Für seine positive Entwicklung macht Wood nicht zuletzt auch die vielen neuen Mitspieler verantwortlich und sagt: „Die Mannschaft ist richtig cool. Ich fühle mich sehr wohl. Die Jungs machen es einem einfach, offen zu sein. Es macht großen Spaß.“

Bobby Wood, Kyriakos Papadopoulos und Sonny Kittel lachen gemeinsam.
In der Mannschaft zurück- und angekommen: Bobby Wood mit seinem Kumpel Kyriakos Papadopoulos sowie Neuzugang Sonny Kittel.

„Freue mich auf ein cooles Spiel“

Vor ein paar Monaten stand Wood noch mit den Spielern von Hannover 96 auf dem Platz. Viele von ihnen wird er nun am Sonntag im Rahmen des 5. Zweitliga-Spieltags im Volksparkstadion wiedertreffen (ab 13.15 Uhr live im HSVnetradio). „Es ist fast die gleiche Mannschaft wie im letzten Jahr – das macht es etwas komisch“, muss Wood zugeben und freut sich dennoch auf ein Wiedersehen: „Es wird ein cooles Spiel. Ich freue mich darauf. Für mich persönlich hat es in Hannover am Ende einfach nicht gepasst. Sowas passiert im Fußball. Ich hatte eine schwierige Zeit, kann aber nichts gegen den Verein oder meine damaligen Mitspieler sagen. Mit einigen gibt es aktuell auch noch Kontakt auf der Playstation.“

Das Spiel gegen seine ehemaligen Kurzzeit-Weggefährten will Wood nun unbedingt gewinnen und wieder seinen Teil zum Teamerfolg beitragen: „Jeder Spieler will spielen – das ist doch klar. Ich habe zuletzt daran gearbeitet, meine Einsätze zu bekommen und möchte jede weitere Chance nutzen. Wir haben momentan einen guten Lauf und wollen vor der Länderspielpause weiter punkten.“ Apropos Länderspielpause: In dieser war Wood zu seiner ersten HSV-Zeit regelmäßig über den Atlantik geflogen, um trotz der erheblichen Reisestrapazen mit großer Begeisterung für sein Heimatland aufzulaufen. Zuletzt wurde der 45-fache US-Nationalspieler nicht mehr für die „Soccer Boys“ nominiert. „Es ist immer geil, für die Nationalmannschaft zu spielen, aber aktuell muss ich mich voll auf den HSV und unsere Ziele konzentrieren. Wenn ich es hier gut mache, dann werde ich meine Chance bekommen“, sagt der 26-Jährige und weiß, dass ihm dafür Tore im HSV-Dress am meisten helfen.

Denn: Treffen tut immer gut.   

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