Zum Inhalt springen

„Es ist mein Ziel, diese Wucht zu entwickeln“

Team

04.07.19

„Es ist mein Ziel, diese Wucht zu entwickeln“

Neuzugang Daniel Heuer Fernandes geht mit klaren Plänen in die neue Saison: Beim HSV will der Schlussmann den nächsten Schritt machen und für eine besondere Atmosphäre im Volksparkstadion sorgen. 

Am vergangenen Freitag veröffentlichte die DFL den Zweitliga-Spielplan für die Saison 2019/20. Eine Erkenntnis: Der Hamburger SV startet mit einem Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 in die neue Spielzeit. Bei HSV-Neuzugang Daniel Heuer Fernandes spielte anschließend das Smartphone verrückt. Schließlich stand der 26-jährige Schlussmann in den vergangenen drei Spielrunden noch für die Lilien zwischen den Pfosten. „Natürlich habe ich sofort nach der Veröffentlichung des Spielplans zahlreiche Nachrichten bekommen. Besonders mit Marcel Heller, Tobias Kempe und Wilson Kamavuaka stehe ich noch im regen Kontakt. Für mich ist es ein besonderes Spiel, aus dem ich als Sieger hervorgehen möchte“, erklärte Heuer Fernandes am heutigen Donnerstag im Rahmen einer Presserunde.  

Der 1,88 Meter große Keeper Heuer Fernandes im Volksparkstadion.
Hat Bock auf den Volkspark: Der 1,88 Meter große Keeper Heuer Fernandes.

"Ich weiß, was hier im Stadion passieren kann"

Bei seinem letzten Auftritt im Volksparkstadion kämpfte der Deutsch-Portugiese noch Seite an Seite mit dem genannten Trio und erlebte eine der emotionalsten Partien in seiner 72 Pflichtspiele umfassenden Zeit beim SV Darmstadt. Die Lilien gerieten nach einer berauschenden Anfangsphase der Hamburger schnell mit 0:2 ins Hintertreffen und krönten dann eine spektakuläre Aufholjagd mit einem Last-Minute-Treffer zum 3:2-Sieg. „Als Darmstädter wollten wir eigentlich nur, dass der Schiedsrichter das Spiel schnell abpfeift. Die Wucht, die uns in den ersten 20 Minuten entgegenkam, war sehr groß. Die Spielweise war absolut erdrückend und wir konnten uns kaum befreien. Erst mit der Zeit sind wir irgendwie besser ins Spiel gekommen“, erinnert sich Heuer Fernandes an eine Partie, an die kein HSV-Fan gern zurückdenken möchte, und blickt dementsprechend direkt nach vorn: „Das ist jetzt Vergangenheit. Aber es ist mein Ziel, dass wir diese Wucht in der kommenden Saison so oft wie möglich entwickeln. Denn ich weiß genau, wie sich das damals angefühlt hat. Ich weiß, was hier im Stadion passieren kann, wenn die Mannschaft erfolgreich ist.“ Damit das gelingt, setzt Heuer Fernandes auf die Erfahrung, die er und viele weitere Neuzugänge in der Vorsaison gegen den HSV gesammelt haben und nun mit ins gemeinsame Team bringen: „Es ist gut zu wissen, wie es in der Gegnerkabine abgeht. Für uns war es das Spiel des Jahres und dementsprechend motiviert sind wir gegen den HSV ins Spiel gegangen. Diese Erfahrung verdeutlicht uns, dass wir in der kommenden Saison keinen Schritt weniger machen dürfen als der Gegner.“ 

Torwarttrainer Kai Rabe und Heuer Fernandes gehen gemeinsam über den Trainingsplatz.
Neu im Team: Torwarttrainer Kai Rabe und Heuer Fernandes.

"Alle profitieren vom Konkurrenzkampf"

Daniel Heuer Fernandes hat den Kabinenwechsel vom Underdog zum Favoriten dabei „bewusst gesucht“. Nach Profistationen beim VfL Osnabrück (2013-15), SC Paderborn (2015-16) und Darmstadt 98 (2016-19) will der gebürtige Bochumer in der Hansestadt den nächsten Schritt bei einem großen Club machen. „Der HSV ist eine persönliche Herausforderung für mich. Das Niveau hier ist ein anderes. Das habe ich besonders im Training gemerkt. Wir sind auf allen Positionen gut besetzt und haben ein hohes Niveau im Training. Auf diesem Niveau möchte ich spielen“, erklärt der ehemalige U21-Nationalspieler Portugals.

Im Torwarttraining, das er zuletzt mit muskulären Problemen aussetzen musste, duelliert sich Heuer Fernandes unter der Anleitung von Trainer Kai Rabe fortan mit Julian Pollersbeck und Tom Mickel. „Wir kommen bisher alle sehr gut miteinander aus. Der Kontakt auf und abseits des Platzes ist gut, offen und von Respekt geprägt. Gleichzeitig sind wir aber auch Konkurrenten und unsere Ambitionen sind klar. Ich glaube, dass wir von diesem Konkurrenzkampf alle profitieren können“, sagt der 26-Jährige. In der Vorsaison absolvierte Heuer Fernandes erstmals in seiner Karriere alle 34 Ligaspiele. Selbst betrachtet er sich als modernen Torwart-Typ, der aktiv am Ball ist und mit fußballerischen Lösungen hilft. „Früher habe ich als kleiner Junge noch viel im Feld gespielt. Vielleicht bin ich dadurch im Torwartspiel etwas sicherer geworden“, mutmaßt der Deutsch-Portugiese. Aktuell arbeitet er daran, wieder ins Training einzusteigen und absolvierte heute eine Laufeinheit. „Ich bin guter Dinge, dass ich im Trainingslager wieder aktiv sein und voll angreifen kann“, zeigt er sich zuversichtlich. Schließlich wartet am 1. Spieltag in doppelter Hinsicht ein besonderes Spiel auf ihn. Der persönliche Startschuss beim HSV und zugleich ein Wiedersehen mit den alten Weggefährten. 

(Kopie 1)