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1:1 - HSV verschenkt Punkte in Wiesbaden

Spielbericht

03.11.19

1:1 - HSV verschenkt Punkte in Wiesbaden

Der HSV hat am Sonntag beim 1:1 im Auswärtsspiel beim SV Wehen Wiesbaden zwei Punkte verschenkt. Törless Knöll glich in der Nachspielzeit die HSV-Führung von David Kinsombi aus.

Der HSV hat am Sonntag (3. November) im Auswärtsspiel des 12. Spieltags beim 1:1 (0:0) in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden zwei Punkte verschenkt. Nach einer insgesamt ausgeglichenen ersten Hälfte gingen die Rothosen im zweiten Durchgang schnell durch David Kinsombis Abstaubertor in Führung (48.), kurz darauf sah SVWW-Akteur Stefan Aigner nach einer Tätlichkeit die Rote Karte (57.). Mit der Führung im Rücken und mit einem Mann mehr auf dem Feld verpassten die Hamburger es jedoch mehrfach, die Entscheidung herbeizuführen - und kassierten in der Nachspielzeit durch den ersten SVWW-Torschuss der zweiten Halbzeit tatsächlich noch den 1:1-Ausgleich, den der ehemalige Hamburger Törless Knöll kurz nach seiner Einwechslung erzielte (90.+1).

Bei den Eckstößen der Hamburger - fünf an der Zahl im ersten Durchgang - ging es im Wiesbadener Strafraum ordentlich zur Sache, da lag das eine oder andere Mal ein Treffer in der Luft.
Bei den Eckstößen der Hamburger - fünf an der Zahl im ersten Durchgang - ging es im Wiesbadener Strafraum ordentlich zur Sache.

Chancenreicher Beginn...

HSV-Trainer Dieter Hecking veränderte seine Startelf gegenüber dem letzten Spiel im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart auf drei Positionen. Vagnoman (Fußwurzelknochenbruch) sowie Hunt (Oberschenkelzerrung) fehlten verletzt und wurden durch Narey und Dudziak ersetzt, zudem rückte Kittel für Jairo in die erste Elf. Die konnte in der ersten Viertelstunde rund 75% Ballbesitz verbuchen gegen tiefstehende Gastgeber, die ihrerseits mit schnellem Umschaltspiel für Gefahr sorgen wollten.

Diese Taktik war in den vergangenen vier Partien, von denen Wehen Wiesbaden nicht eine einzige verlor und dreimal zu null spielte, sehr gut aufgegangen - und hätte auch gegen den HSV um ein Haar für die Führung gesorgt, als Aigner das 1:0 auf dem Fuß hatte (21.). Doch auch die Rothosen strahlten mit ihrem gegensätzlichen Spielansatz Torgefahr aus, da es ihnen ein ums andere Mal gelang, sich bis in den SVWW-Strafraum zu kombinieren. Hinterseer und Kittel kamen hierbei dem ersten Treffer verdammt nah, da waren schon eine Glanztat von Keeper Watkowiak und eine Rettungstat von Dams auf der Torlinie notwendig, um das 0:1 verhindern (9., 27.). Insgesamt aber verlief die erste Hälfte trotz spielerischer Überlegenheit des HSV ausgeglichen, da die Hessen defensiv gut verteidigten, ab der Mittellinie pressten und auf Unkonzentriertheiten der Hamburger lauerten, um dann blitzschnell umzuschalten. Es deutete sich das von Hecking erwartete Geduldsspiel an, das vorerst torlos in die Halbzeit ging.

Da war die Welt noch in Ordnung: David Kinsombi erzielte kurz nach dem Wiederanpfiff die Hamburger Führung, die auch bis in die Nachspielzeit währte - nicht aber bis zum Schlusspfiff.
Da war die Welt noch in Ordnung: David Kinsombi erzielte kurz nach dem Wiederanpfiff die Hamburger Führung, die auch bis in die Nachspielzeit währte - nicht aber bis zum Schlusspfiff.

... und ein verrücktes Finale

Dieser Umstand sollte sich jedoch unmittelbar nach dem Seitenwechsel ändern, denn der HSV erwischte einen Start nach Maß in den zweiten Durchgang und ging bereits drei Minuten nach Wiederanpfiff in Führung. Kinsombi, der in der Jugend selbst für den SVWW spielte, hatte den richtigen Riecher, schaltete am schnellsten und drückte den Ball in der alten Heimat zum 1:0 ins Netz. Und als Wiesbadens Aigner nach einer knappen Stunde infolge einer Tätlichkeit gegen Leibold auch noch mit Rot des Feldes verwiesen wurde, da wurden die Weichen noch ein Stück mehr auf Auswärtssieg gestellt.

Doch der HSV verpasste es in der Folge, den Sack zuzumachen. Etliche Angriffe rollten Richtung Wiesbadener Tor, beste Gelegenheiten wurden nicht genutzt - und so kam es, wie es im Fußball eben manchmal kommt. 45 Minuten lang hatten die Gastgeber im zweiten Durchgang nicht auf das Tor des HSV geschossen, nicht ein einziges Mal, doch in der Nachspielzeit brachte ein Eckball tatsächlich noch den Ausgleich, nachdem auch Torhüter Watkowiak mit in den Hamburger Strafraum gestürmt war. Am Ende war es mit Törless Knöll ein ehemaliger Hamburger, der den Ball zum 1:1 über die Linie drückte und damit den Spielverlauf der zweiten Hälfte vollends auf den Kopf stellte. Ein Umstand, den sich die Rothosen selbst ankreiden müssen, da sie es verpassten, bei Überzahl und besten Gelegenheiten das entscheidende zweite Tor zu erzielen. Zwei verschenkte Punkte, die weh tun.

Das Spiel im Stenogramm:

SV Wehen Wiesbaden: Watkowiak - Kuhn (69. Schwede), Mockenhaupt, Dams, Medic, Niemeyer - Mrowca (80. Ajani), Lorch - Aigner, Dittgen (86. Knöll) - Schäffler

Hamburger SV: Heuer Fernandes - Narey, Jung, van Drongelen, Leibold - Fein - Kinsombi (86. Moritz), Dudziak (80. Samperio) - Jatta, Hinterseer, Kittel (90. David)

Tore: 0:1 Kinsombi (48.), 1:1 Knöll (90.+1)

Zuschauer: 9.100 (ausverkauft)

Schiedsrichter: René Rohde (Rostock)

Gelbe Karten: Mrowca (31.) / -

Gelb-Rote Karten: - / -

Rote Karten: Aigner (57.) / -

 

Das Spiel im Zeitraffer:

Min.
3. Erste HSV-Chance: Kittel steckt aus dem Zentrum zentral durch auf den im Strafraum freistehenden Hinterseer - sein Abschluss mit dem rechten Fuß geht jedoch rund einen Meter am rechten Pfosten vorbei. Das Tor hätte aber ohnehin nicht gezählt, da der Angreifer deutlich im Abseits stand.
8. Jetzt der SVWW: Niemeyer tankt sich auf der linken Seite durch bis in den Strafraum und zieht ab - sein Schuss wird aber abgeblockt und fällt dann Lorch vor die Füße. Die direkte Abnahme des Wiesbadeners landet jedoch einige Meter neben dem Kasten von Heuer Fernandes.
9. Guter Standard: Leibold bringt einen Freistoß aus dem linken Halbfeld scharf vor das SVWW-Tor, wo Hinterseer am langen Pfosten heranfliegt und mit seinem rechten Fuß direkt an den Ball kommt. Watkowiak kann Hinterseers Schuss jedoch zur Ecke abwehren, die dann nichts einbringt.
21. Riesentat Heuer Fernandes: Van Drongelen verliert als letzter Mann den Ball gegen Aigner, woraufhin dieser frei auf das Tor von Heuer Fernandes zusprintet. HSV-Schlussmann Heuer Fernandes bleibt im Eins-gegen-Eins lang stehen, pariert den Schuss von Aigner mit seinem linken Bein und kann die Kugel danach festhalten. Puh!
27. Fast die HSV-Führung: Kittel zieht vom linken Flügel nach innen in den Sechzehner und zieht am Elfmeterpunkt angekommen mit seinem rechten Fuß ab - SVWW-Abwehrspieler Dams steht auf der Linie jedoch goldrichtig und kann im letzten Moment klären.
45. Nach einem Konter setzt sich Aigner auf der rechten Seite im Zweikampf gut gegen Leibold durch und steckt durch in den Strafraum auf Kuhn. Heuer Fernandes ist aus seinem Kasten, verkürzt den Winkel und zwingt Kuhn zu einem unsauberen Schuss im Fallen ins Aus.
48. 0:1! Da ist die HSV-Führung: Mockenhaupt verliert 20 Meter zentral vor dem Tor den Ball - dieser landet dann vor den Füßen von Leibold, der einfach mal abzieht. SVWW-Keeper Watkowiak kann nur nach vorn abklatschen lassen, wo Kinsombi lauert und den Ball ins Tor einschiebt. Jaaaa!
51. Fast der zweite Streich: Kittel bringt einen Freistoß aus dem linken Halbfeld in den Strafraum und findet Jatta, der den Ball mit dem Kopf im Tor der Hessen unterbringt. Der Angreifer des HSV stand zuvor aber im Abseits.
57. Wiesbaden nur noch mit 10 Mann: Nach einem Zweikampf zwischen Leibold und Aigner tritt der Wiesbadener dem Hamburger Linksverteidiger auf den Oberkörper. Nach Rücksprache mit dem Videoassistenten schaut sich Schiedsrichter Rohde die Situation selbst noch einmal in der Review-Area an und entscheidet, Aigner mit glatt Rot vom Platz zu stellen.
67. HSV am Drücker: Jatta steckt den Ball durch auf Narey, der auf der rechten Seite des Strafraums einläuft. Dieser sieht Kinsombi im Rückraum und möchte noch einmal ablegen - Dams schmeißt sich jedoch in den Pass und kann mit seinem Kopf ins Toraus klären. Nach der darauffolgenden Ecke kommt Fein an der rechten Strafraumkante noch einmal an den Ball, zieht nach innen und schlenzt den Ball mit seinem linken Fuß nur wenige Zentimeter am langen Pfosten vorbei.
70. Fast das 2:0: Kittel bedient aus dem linken Halbfeld Jatta, der völlig frei vorm SVWW-Schlussmann auftaucht - dieser kann dann Jattas Schuss mit seinem Bein abwehren und verhindert damit das 2:0.
77. Mit einer ansehnlichen Kombination überwinden die Rothosen das Mittelfeld, an dessen Ende der Ball auf dem linken Flügel bei Leibold landet. Dieser spielt den Ball flach vor den Kasten der Hessen, wo Hinterseer am zweiten Pfosten an den Ball kommt - aus spitzem Winkel trifft der HSV-Angreifer allerdings nur das Außennetz.
84. Nächste Rothosen-Gelegenheit: Leibold bringt den Ball von der linken Seite scharf in den Sechszehner, wo Kinsombi an den Ball kommt und direkt abschließt - leider schießt er aus zentraler Position knapp über den Kasten.
90.+1 1:1! Der späte Ausgleich: Wiesbaden bringt von links eine Ecke scharf in den Sechszehner, die zunächst geklärt wird. Der zweite Ball landet dann aber beim eingewechselten Knöll, der den Ball mit seinem linken Fuß im Tor unterbringt.
SV Wehen Wiesbaden Statistik zum Spiel Hamburger SV
9 Torschüsse 20
34% Ballaktionen in % 66%
47% Zweikampfquote 53%
67% Passquote 87%
6 Ecken 8
7 Flanken 9
0 Abseits 3
18 Fouls 4
Dittgen 2 Torschüsse 5 Kittel
Aigner 2 Torschussvorlagen 3 Kittel*
Niemeyer 52 Ballaktionen 119 van Drongelen
Medic 71% Zweikampfquote 69% Fein
Kuhn 2 Flanken 3 Jatta
*Mehrere Spieler mit dem gleichen Wert

(Kopie 4)