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Der HSV in Nürnberg: besondere Begegnung

Vorbericht

05.08.19

Der HSV in Nürnberg: besondere Begegnung

Am Montagabend treffen im Topspiel der 2. Liga nicht nur zwei Traditionsclubs aufeinander, sondern auch einige alte Bekannte. Also in vielerlei Hinsicht ein Abend der besonderen Begegnung(en).

„Für mich ist jedes Spiel ein Highlight“ - so pragmatisch drückte Dieter Hecking seine Vorfreude auf das heutige Auswärtsspiel in Nürnberg (Anstoß: 20.30 Uhr) aus, als er in der gestrigen Pressekonferenz auf seine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte angesprochen wurde. Sicher keine unberechtigte Nachfrage, schließlich verbrachte der Fußball-Lehrer insgesamt drei Jahre als Cheftrainer beim „Club“ (Dezember 2009 bis Dezember 2012) und sorgte für eine stabile Zeit in der Bundesliga. Eine wichtige Stütze an seiner Seite war Co-Trainer Dirk Bremser, der heute ebenfalls an den Valznerweiher zurückkehrt. Doch nicht nur im Trainerteam, sondern auch im Profi-Kader der Rothosen finden sich gleich zwei Spieler, die eine Vergangenheit beim heutigen Gastgeber haben: Tim Leibold (2015 bis 2019) und Ewerton (2017 bis 2019) spielten vier bzw. zwei Jahre für die Franken und schlossen sich in der laufenden Transferperiode dem HSV an. Da der brasilianische Innenverteidiger allerdings aufgrund von Leistenproblemen noch nicht einsatzfähig ist, hat es nur der Erstgenannte in den 20-Mann-Kader für das heutige Auswärtsspiel im Max-Morlock-Stadion (ab 20.15 Uhr im HSVnetradio) geschafft. Sein Pflichtspiel-Debüt feierte der 25-Jährige bereits am vergangenen Wochenende, als er beim 1:1 gegen den SV Darmstadt 98 über die gesamte Spielzeit auf dem Feld stand, jetzt blickt Leibold gespannt auf seine Rückkehr nach Nürnberg: „Es ist noch nicht so lange her, dass ich in Nürnberg gespielt habe. Ich freue mich jetzt darauf, dort mit dem HSV aufzudribbeln. Wir alle sind heiß und haben Bock auf das Spiel.“

Genau wie im DFB-Pokal wollen Rick van Drongelen & Co. auch in der Liga gegen den 1. FC Nürnberg Grund zum Jubeln haben.
Genau wie im DFB-Pokal wollen Rick van Drongelen & Co. auch in der Liga gegen den 1. FC Nürnberg Grund zum Jubeln haben.

DFB-Pokal als Vorbild

Noch nicht so lange her ist auch der letzte Vergleich zwischen den beiden Teams: Im Februar 2019 empfing der HSV den 1. FC Nürnberg im Rahmen des DFB-Pokal-Achtelfinals in Hamburg und konnte dank einer starken Leistung einen knappen, aber verdienten 1:0-Sieg einfahren. Der Goldene Treffer von Berkay Özcan sorgte für den Einzug in das Viertelfinale und damit für ein Highlight der Rückrunde, die anschließend vor allem in der Liga nicht nach Wunsch verlief und im verpassten Aufstieg mündete.

Das alles ist jetzt aber Geschichte, zumal die Voraussetzungen vor dem heutigen Aufeinandertreffen gänzlich verändert sind. Der HSV hat sich im Sommer einen Umbruch in die Wege geleitet und mit bis dato elf Neuzugängen eine Runderneuerung des Kaders vorgenommen. Einer dieser Neuen ist der bereits erwähnte Tim Leibold, der im Vorfeld des Flutlichtspiels ausgemacht hat, was er gemeinsam mit seinen Teamkollegen auf den Platz bringen muss: „Wir müssen es ähnlich wie gegen Darmstadt angehen, allerdings die Torchancen ausnutzen und uns belohnen. Wir müssen kaltschnäuziger vor der Kiste sein. Mit der Marschroute fahren wir gut."

Der neue starke Mann beim 1. FC Nürnberg: Damir Canadi, der mit seiner Mannschaft siegreich in die neue Saison gestartet ist.
Der neue starke Mann beim 1. FC Nürnberg: Damir Canadi, der mit seiner Mannschaft siegreich in die neue Saison gestartet ist.

FCN als Aufstiegskandidat

Um diesen Plan in die Tat umzusetzen, muss allerdings ein unbequemer Gegner bezwungen werden. Der FCN gehört als Bundesliga-Absteiger automatisch zu den Favoriten im Kampf um den Aufstieg und hat mit dem 1:0-Sieg in Dresden am 1. Spieltag einen guten Start in die neue Saison erwischt. Mit Neu-Coach Damir Canadi und Siegtorschütze Nikola Dovedan (kam im Sommer vom 1. FC Heidenheim) standen in „Elbflorenz“ zwei Österreicher im Fokus, die das neue Gesicht des Traditionsvereins prägen sollen.

Wenn das gelingt, würden sie in eine Riege mit Hanno Behrens gehören, der den „Club“ seit 2017/18 als Kapitän aufs Feld führt und inzwischen zu einer Identifikationsfigur geworden ist. Der gebürtige Elmshorner ist einer von gleich vier ehemaligen Hamburgern im Kader der Rot-Weißen: Neben Behrens (2005 bis 2012) haben auch Keeper Christian Mathenia, Stürmer Törles Knöll (beide 2016 bis 2018) und Verteidiger Fabian Nürnberger (2012 bis 2015) eine Vergangenheit beim HSV. Gemeinsam mit den Teamkollegen wollen die ehemaligen Rothosen nun eine Serie durchbrechen, die aus Sicht des HSV gern fortgesetzt werden darf: Die letzten drei Pflichtspiele gewann der Hamburger SV allesamt, insgesamt ging nur eine der letzten sieben Partien gegen den FCN verloren. Vor fast genau sieben Jahren, im August 2012, gewannen die Franken dank eines Treffers von Hanno Balitsch mit 1:0 in Hamburg. Der damals siegreiche Trainer sitzt heute allerdings auf der HSV-Bank: Dieter Hecking.

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